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Wenn "ethische Grundsätze" am BlackRock zerschellen

Wenn "ethische Grundsätze" am BlackRock zerschellen
Noch nicht so lange her: Türkische Polizeiforensiker mit einem Spürhund untersuchen die Residenz des saudi-arabischen Generalkonsuls Mohammed al-Otaibi in Istanbul, Türkei, 17. Oktober 2018.
Vor knapp einem halben Jahr wurde der Journalist Jamal Khashoggi in der saudischen Botschaft in Istanbul brutal ermordet. Die Empörung, gespielt oder nicht, war seinerzeit groß. Doch nach einer kurzen "Schamfrist" soll nun wieder der Riyal rollen.

von Timo Kirez

Der englische Ausdruck "to hit rock bottom" bedeutet im Deutschen so viel wie "am absoluten Tiefpunkt ankommen". Um eine Idee davon zu bekommen, wie so etwas in der realen Welt aussehen kann, lohnt sich ein Blick auf den global tätigen Vermögensverwalter BlackRock, spätestens seit Friedrich-ich-bin-gehobene-Mittelschicht-Merz auch in Deutschland ein Begriff. Die 1988 in New York gegründete Fondsgesellschaft, die so mancher für eine "extrem gefährliche Firma" hält, lieferte am Mittwoch ein gutes Beispiel dafür, warum wir eben doch nicht in "postideologischen" Zeiten leben.

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Nachdem die globale Finanzelite im vergangenen Jahr wegen der Ermordung des Journalisten Jamal Khashoggi einen saudischen Investitionsgipfel boykottierte, scheint die Zeit des "guten Gewissens" nun wieder vorbei zu sein. Mehrere Großinvestoren nahmen am Mittwoch an einem zweitätigen Finanzforum in Riad teil. Und das kurz nachdem in Saudi-Arabien 37 Menschen hingerichtet wurden. Und ganz vorne dabei: BackRock. CEO Larry Fink sagte auf der Konferenz, dass sein Unternehmen einige der Anleihen des saudischen staatlichen Ölriesen Aramco gekauft habe und nach anderen "Möglichkeiten" im Königreich suche.

"Dies ist eine Wirtschaft, in die wir großes Vertrauen haben, ich denke, die Zukunft ist vielversprechend", erklärte er und fügte hinzu: "Wir sind begeistert von der Rolle, die wir hier weiterhin spielen können." Und er fügte ohne einen Anflug von Ironie hinzu: "Die Veränderungen hier im Königreich in den letzten zwei Jahren sind ziemlich erstaunlich." Natürlich reiste Fink nicht allein. Anwesend waren auch John Flint, CEO von HSBC, der Co-Präsident von JPMorgan Chase Daniel Pinto und andere Schwergewichte.

Goldman-Sachs-CEO David Solomon besuchte Berichten zufolge Anfang des Monats Riad, nur wenige Tage bevor die Bank dabei half, einen Verkauf von Anleihen in Höhe von mehreren Milliarden Dollar für Aramco zu organisieren. Während die Banker taten, was sie immer tun, verurteilte die Hochkommissarin der Vereinten Nationen für Menschenrechte, Michelle Bachelet, die Massenhinrichtungen. Diese seien "schockierend" und "abscheulich". "Mindestens drei [der hingerichteten Männer, Anmerkung der Redaktion] waren minderjährig, als sie verurteilt wurden. […] Einer der Körper der Männer wurde öffentlich ausgestellt", schrieb ihr Büro in einer Erklärung auf Twitter.

Doch Geschäft ist Geschäft. Und die Geschäfte in Saudi-Arabien laufen gut. Der saudische Energieminister Khalid al-Falih sagte auf dem Forum, dass Aramco an den Schuldenmärkten aktiv sein werde und dass die zwölf Milliarden US-Dollar, die er bei seiner Debüt-Anleihe-Emission einnahm, "nur der Anfang" seien. Der Aktienmarkt des Landes, der seit Anfang 2019 einen Aufschwung der ausländischen Fondsströme erlebt, ist mit einem Plus von fast 18 Prozent im Jahresverlauf einer der besten in der Region.

Da liest sich die Ankündigung von Fink aus dem Jahr 2018, er wolle verstärkt "nachhaltig investieren", mit anderen Worten, neben den finanziellen Ergebnissen auch auf positive soziale oder ökologische Auswirkungen achten, fast schon wie eine Drohung.

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