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CNN mobilisiert zum Krieg gegen Russland

CNN mobilisiert zum Krieg gegen Russland
"Liebe Deinen Nächsten": Von diesem biblischen Vers hält die US-Regierung trotz eines religiösen Außenministers und eines religiösen Vizepräsidenten nur sehr wenig.
Wie schon vor der US-Invasion des Iraks beteiligen sich US-Medien wieder als willfährige Aktivisten für einen erneuten militärischen Konflikt in Venezuela. Allerdings zündeln sie dieses Mal gegen Russland, einem mit Atomwaffen ausgerüsteten Land. Und CNN ist ganz vorn dabei.

von Zlatko Percinic

Als sich die Vereinigten Staaten von Amerika auf die Invasion des Iraks vorbereiteten, spielten die Medien eine entscheidende Rolle. Sie sollten die öffentliche Meinung soweit bringen, dass die Bevölkerung hinter einem militärischen Konflikt stehen und den Einmarsch von US-Truppen gutheißen würde. In einer Woge des patriotischen Hochjubelns als Folge der Anschläge vom 11. September war das keine sonderlich schwierige Aufgabe. Zuerst dichtete man dem irakischen Diktator Saddam Hussein eine Verbindung zu Al-Qaida an. Und als sich das als völliges Hirngespinst entpuppte, griff man zu den plausibleren Massenvernichtungswaffen.

Ein russisches Flugzeug auf dem internationalen Flughafen von Caracas, Venezuela.

Nicht, dass sich die Medien entschuldigt hätten, als herauskam, dass es auch diese Waffen nicht gab. Genauso wenig, wie sie sich für ihre zweijährige Kampagne gegen US-Präsident Donald Trump entschuldigt hätten, in der sie unentwegt von einer geheimen Absprache zwischen Trump und Russland berichtet hatten, welche sich mit dem Abschlussbericht des Sonderermittlers Robert Mueller in Luft aufgelöst hat.

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Auch beim Thema Venezuela tragen die Medien maßgeblich dazu bei, dass sich eine eher feindlich gesinnte Grundstimmung gegenüber der Regierung von Nicolás Maduro bildet und der Ruf nach seinem Sturz lauter wird. Dabei sind es nicht nur rechtsgerichtete Sender wie Fox News, sondern auch angeblich liberale wie CNN, die eine härtere Gangart der US-Regierung fordern.

Dabei geht Fareed Zakaria, Kolumnist für die Washington Post und Moderator der CNN-Sendung "GPS Fareed Zakaria", sogar noch einen Schritt weiter. Bereits in seinem Artikel vom 28. März in der Washington Post offenbarte Zakaria seine Vorstellungen davon, wohin die Reise gehen soll: "Ist es Venezuela, wo Trump sich endlich gegen Putin stellt?" Die USA sollen also endlich einen Gang im Umgang mit Russland hochschalten und Trump soll die roten Linien durchsetzen, die er klar formuliert hat:

Die große Frage für Washington ist: Wird es Moskau erlauben, eine weitere rote Line der USA zu verspotten? Die Vereinigten Staaten und Russland haben gegensätzliche, unvereinbare Standpunkte in dieser Angelegenheit eingenommen. Und wie mit Syrien besteht die Gefahr, dass, wenn Washington seine Worte nicht mit Handlungen stützt, wir in einem Jahr die Konsolidierung des Maduro-Regimes sehen werden, unterstützt mit russischen Waffen und Geldern.

In einem Punkt ist Zakaria aber wenigstens ehrlich. Die Frage, warum Putin seinen Amtskollegen in Caracas unterstützt, beantwortet er mit den Worten, dass es der "zentralen Außenpolitik Putins" entspricht, eine Koalition von Ländern zu bilden, die "US-Ziele vereiteln und in eine multipolare Welt hineinführen können". Das ist genau das Schreckgespenst Washingtons: eine multipolare Welt, in der die USA nicht mehr eine hegemoniale Stellung einnehmen.

Nur wenige Tage später fragte sich Fareed Zakaria bei CNN erneut, warum sich Trump nicht willens gezeigt hat, Putin zu konfrontieren. Nur verschärfte er in der Sendung den Ton:

Und wird Venezuela der Moment sein, in dem Trump endlich sein Appeasement aufgibt?

Dass der US-Präsident eine Appeasement-Politik gegenüber Russland betreibt, kann wahrlich nicht behauptet werden. Er hat weder etwas getan, um das Sanktionsregime gegen Moskau zu lockern, noch hat er sich ernsthaft für eine bessere Beziehung zwischen den beiden Atommächten eingesetzt, wie er es noch während seines Wahlkampfs suggeriert hatte. Stattdessen wurde unter seiner Präsidentschaft die Nukleardoktrin deutlich verschärft und er kündigte den wichtigen INF-Vertrag auf, was wahrlich nicht als Appeasement bezeichnet werden kann.

Indem Zakaria aber bewusst zu diesem Wort greift, soll der Geist des Münchner Abkommens von 1938 heraufbeschworen werden, welches Hitler davon überzeugte, dass sich ihm die "Alliierten" nicht in den Weg stellen würden. Damit vergleicht er auch unweigerlich den russischen Präsidenten mit Hitler.

Die Kriegstrommeln der US-Medien hatten schon mehrfach bewiesen, wie sehr sie die Stimmung im Land aufheizen können und einen Krieg nahezu unausweichlich erscheinen lassen. Die Kubakrise von 1962 sollte – auch wenn es 57 Jahre her ist – als mahnendes Beispiel gerade in der heutigen Zeit dienen, wie schnell die Welt an den Rand eines Abgrunds kommen kann. Doch anstatt mit Besonnenheit auf diese Gefahr hinzuweisen, fordert Zakaria eine Konfrontation zwischen den USA und Russland und erhält dafür sogar eine Bühne bei CNN & Co.

RT Deutsch bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Gastbeiträge und Meinungsartikel müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln.

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