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Double Kill, Multi Kill, Monster Kill: Die Bundeswehr und die Gamescom

Double Kill, Multi Kill, Monster Kill: Die Bundeswehr und die Gamescom
Ein zukünftiger Oberfeldwebel der Bundeswehr?
Die deutsche Sicherheit wird nicht nur am Hindukusch verteidigt, sondern auch in Köln. Dort findet die diesjährige Computerspielmesse Gamescom statt. Die Bundeswehr irritiert mit einer eigens dafür konzipierten Plakatkampagne. Game Over, finden die Kritiker.

von Timo Kirez

Die Bundeswehr zielt auf die Jugend. Nein, nicht mit dem in die Schlagzeilen geratenen G36-Sturmgewehr, sondern mit einer eigens für die Computerspielmesse Gamescom entworfenen Plakatkampagne. Kein Wunder, denn die Bundeswehr tut sich schwer mit dem Nachwuchs. Genau so wie Werbeagenturen und Kegelvereine - ob da ein dialektischer Zusammenhang besteht? Zumindest sorgen die Plakatmotive der Bundeswehr bei so manchem für Bauchschmerzen. Und das ganz ohne "Essenfassen".

Screenshot aus dem Trailer für die Bundeswehr-Youtube-Serie Mali

Auf zwei Plakatmotiven soll der Jugend die Bundeswehr schmackhaft gemacht werden. Wahrlich kein leichter Job. Schlechte Ausrüstung und regelmäßige Skandale sind nicht gerade förderlich für das Image. Der Werbeprofi würde sagen: Das nagt am Markenkern. Doch die Bundeswehr beißt seit geraumer Zeit zurück.

Ein großzügiger Werbeetat macht es möglich. So kostete allein die berühmt-berüchtigte Bundeswehr-Webserie Die Rekruten aus dem Jahr 2016 schon knapp acht Millionen Euro. Für das Jahr 2017 wurden insgesamt 35,3 Millionen für Werbung eingeplant. Das ist natürlich noch weit entfernt von den Werbeausgaben eines Multis wie zum Beispiel Procter & Gamble, der im Zeitraum zwischen Januar und Juli im Jahr 2018 über 500 Millionen Euro ausgab, aber andererseits verkauft Procter & Gamble auch keine Militäreinsätze, sondern Waschmittel.

Die Bundeswehr verteidigt ihren kritisierten Werbeauftritt auf der Gamescom und im Kölner Stadtgebiet. Auf den Plakaten, die im Stil von Videospielen entworfen sind, kann man Parolen wie "Multiplayer at its best!" und "Mehr Open World geht nicht" lesen.

"So wie andere Arbeitgeber auch, wollen wir dort mit IT-affinen jungen Menschen ins Gespräch kommen und ihnen die beruflichen Chancen bei der Bundeswehr nahebringen", sagte ein Sprecher der Bundeswehr in Köln dazu am Donnerstag. Nur hat vermutlich noch kein "anderer Arbeitgeber" von seinen "jungen Menschen" verlangt, nach der Kaffeepause eine Mörser-Granate abzufeuern.

Die Kernfrage der Kampagne sei "Krieg spielen oder für den Frieden kämpfen?", so der Sprecher. Damit sollten junge Erwachsene im Umfeld der Gamescom zum Nachdenken gebracht werden, wofür sie ihre Zeit und ihre Zukunft einsetzen wollten. Die Kampagne bediene sich der Signale einer Spiele-Werbung und stelle dann die Sinnfrage: "Echte Kameradschaft statt Single-Player-Modus?" Nun ist es mit Sinn und Sinnfragen so eine Sache. Erich Fried kommt in seinem Gedicht "Bedingung" zu dem Schluss: "Fast alles hätte Sinn, wenn es denn Sinn hätte."

Mehr zum Thema - Krieg macht Karriere: Bundeswehr geht auf Youtube in die Personaloffensive

Es ist nicht der erste Auftritt der Bundeswehr auf der Gamescom. Schon seit der ersten Messe im Jahr 2009 ist die Bundeswehr dort mit einem Stand vertreten. Vor allem beim Kurznachrichtendienst Twitter sorgten die Plakate für Irritationen. Kritisiert wurde, dass die Werbeslogans auch mit Shooter-Spielen in Verbindung gebracht werden könnten und so der Krieg als Spiel verharmlost werde. Den bekannten deutschen Blogger Christian Maria Brandes, der unter seinem Künstlernamen "Schlecky Silberstein" fungiert, inspirierte die Kampagne der Bundeswehr gar zu einem ganz eigenen Entwurf:

Natürlich handelt es sich bei diesem Plakat um ein Fake, auf den unter anderem die Redaktion der Frankfurter Rundschau reinfiel. Das mag auch daran liegen, dass (Achtung, Ironie!) in einem Fake durchaus auch mal eine Portion Wahrheit zu finden ist.

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