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"Strategische Rettungsoperation" - Weißhelme, Israel und die belegte Zusammenarbeit mit Terroristen

"Strategische Rettungsoperation" - Weißhelme, Israel und die belegte Zusammenarbeit mit Terroristen
Das Drehbuch für die Weißhelmen sah immer vor, dass es sich dabei um Freiwillige handelt, die Leben retten, und zwar das von zigtausend Menschen. In filmreifer Dramaturgie wurden nun mehr als 400 Personen - Weißhelme samt Familien - aus Syrien evakuiert.

von Zlatko Percinic

Mehr als 400 Personen wurden in der Nacht vom 22. auf den 23. Juli aus Syrien aufgrund einer "unmittelbaren Bedrohung für deren Leben" durch die israelische Armee (IDF) evakuiert. Viele stimmten sogleich noch einmal eine Lobhudelei an, natürlich insbesondere jene Länder, auf deren Bitte diese Evakuation stattgefunden hat: USA, Kanada, Großbritannien, Frankreich, Niederlande und Deutschland.

Dabei spielte wohl insbesondere die kanadische Regierung eine führende Rolle, wie sowohl Außenministerin Chrystia Freeland als auch Ministerpräsident Justin Trudeau betont haben. Kanada wird auch das Land sein, welches mehr als die Hälfte der evakuierten Weißhelme aufnehmen wird.

Teilnehmer einer moderierten Diskussion inklusive Publikumsgespräch zum Thema

Nach Deutschland sollen wollen wohl 47 Personen kommen, wovon lediglich acht Personen tatsächlich Mitglieder der Organisation "Weißhelme" sein sollen. Die restlichen 39 sind dann wohl deren Frauen und Kinder. Interessant ist die Begründung von Innenminister Horst Seehofer (CSU) zur Aufnahme der acht Weißhelme. Diese erfolge nach Paragraf 22 Satz 2 des Aufenthaltsgesetzes, welcher besagt, dass eine Aufenthaltserlaubnis zu erteilen ist,

 wenn das Bundesministerium des Innern oder die von ihm bestimmte Stelle zur Wahrung politischer Interessen der Bundesrepublik Deutschland die Aufnahme erklärt hat.

Aber wen holen sich diese Regierungen tatsächlich ins Land? Sind es wirklich nur diese selbstlosen Helfer, "die ihr Leben zur Rettung und Hilfe und zur Linderung der Kriegsleiden der Zivilbevölkerung eingesetzt haben", wie es Seehofer dargestellt hat? Oder sind es Schauspieler, Islamisten und Terroristen, die die Weltmeinung durch inszenierte oder "nachgestellte" Videoaufnahmen zu manipulieren suchten und dafür Millionenbeträge der westlichen Regierungen kassiert haben, wie es die Kritiker behaupten?

Zumindest kann man sich auf eine Tatsache einigen: die Weißhelme und die hinter ihnen stehenden Organisationen verfügen über extrem gute Beziehungen zu westlichen Regierungen. Professionell für den westlichen Konsumenten aufgezogen, präsentieren sie sich als Engel mit weißen Schutzhelmen auf der Internetseite. Kritik ist unerwünscht.

Die politische Macht der Weißhelme im Westen

Als im vergangenen November ein Vortrag mit dem Titel "They don´t care about us". White Helmets true agenda im renommierten Schweizer Presseclub in Genf stattfinden sollte, zeigte sich in Windeseile die politische Macht einer angeblich zivilen Organisation in Syrien. Zuerst meldete sich The Syria Campaign zu Wort, die Organisation, die das Projekt "Weißhelme" von London aus steuert. The Syrian Campaign (Die syrische Kampagne), die nach eigener Auskunft als ein Unternehmen mit dem Namen "The Voices Project" in Großbritannien registriert ist, beschreibt sich selbst als "absolut unabhängig", das "kein Geld von Regierungen, Unternehmen oder irgendjemandem, der direkt im syrischen Konflikt involviert ist, akzeptiert. Das erlaubt uns volle Autonomie, um das zu tun, was auch immer notwendig ist, um Leben zu retten."

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Auf Twitter attackierte diese britische Organisation den Presseclub in Genf und auch die Referenten des Vortrages. Man forderte vom Präsidenten des Schweizer Presseclubs, Guy Mettan, den Vortrag abzusagen und stattdessen Journalisten einzuladen, die die Weißhelme interviewt haben. Weitere Attacken folgten, wie zum Beispiel von Bente Scheller, der Syrienbeauftragten der Heinrich-Böll-Stiftung und Sympathisantin von The Syrian Campaign, oder Benjamin Norman, einem britischen Diplomaten in Washington. Zudem wurde durch einen Leak vor wenigen Monaten bekannt, dass dieser britische Diplomat Sekretär einer obskuren Gruppe (Diplomaten aus USA, Großbritannien, Frankreich, Saudi-Arabien und Jordanien) mit dem Namen Small American Group on Syria ist.

Einer von vielen: Zahlreiche syrische Weißhelme sympathisieren mit Terrorgruppen.

Richtig heftig wurde der Angriff, als sich niemand geringeres als die schweizerische Sektion von Reporter ohne Grenzen einschaltete, und in einem scharf formulierten offenen Brief die Absage des Vortrages im Schweizer Presseclub forderte.

Nachdem Guy Mettan im öffentlich-rechtlichen Fernsehen als "Sprachrohr der russischen Propaganda" und "Apologet der Putin-Regierung" diffamiert wurde, nötigte das die Finanzkommission des Kantons Genf (der wichtigste Träger des Presseclubs) zum Auftritt. Sie beantragte die Streichung sämtlicher Subventionen, was aber am Ende vom Genfer Parlament abgelehnt wurde. Aber es zeigt überdeutlich, über welche politische Macht eine angebliche Gruppe von syrischen Freiwilligen in der westlichen Welt verfügt.

Wer sind die Weißhelme wirklich?

Wenn es nach dem Bundesaußenminister geht, wird diese Frage wie folgt beantwortet:

Es ist also ein "Gebot der Menschlichkeit, dass viele der mutigen Ersthelfer Schutz und Zuflucht finden" und dass wir ihnen "Bewunderung und Respekt" zollen müssen. Sein Parteifreund und Staatsminister im Auswärtigen Amt, Michael Roth (SPD), setzte dem Ganzen noch eine Krone auf, indem er meinte:

Den Israelis kann man nur dankbar sein, dass sie Menschen gerettet haben, die in Syrien unter Gefahr für Leib und Leben Großartiges geleistet haben. Danke, Israel, für diesen Akt der Humanität und Solidarität.

Es bedarf also schon einer außergewöhnlichen seelischen Robustheit, solch eine Hybris, Ignoranz und Respektlosigkeit gegenüber den Opfern der Weißhelme öffentlich an den Tag zu legen.

Ganz im Gegensatz zu den Herren im Auswärtigen Amt, will sich bei vielen Kritikern der Weißhelme nicht so recht dieses Gefühl von "Bewunderung und Respekt" einstellen. Schaut man sich die unzähligen Videos von grauenhaften Szenen an, an welchen Mitglieder der Weißhelme direkt beteiligt sind oder in sozialen Netzwerken bejubeln, dann wird einem auch sofort klar, weshalb die so hochgelobten Weißhelme eine millionenschwere PR-Kampagne brauchen und erhalten.

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Auf einem Video kann man erkennen, wie sich Dschihadisten voller Freude an einen Leichenberg von syrischen Soldaten heranmachen, stolz einen abgetrennten Kopf in die Kamera halten und ihn dann wie ein Stück Abfall auf den Boden werfen. Und mittendrin in dieser Szenerie ist ein Mitglied der Weißhelme, in dem typischen hellblauen T-Shirt mit dem Emblem der Organisation auf dem Rücken. Man sieht, wie er auf der Ladefläche des Pickups in dem Leichenberg wühlt und nach etwas sucht, bis er dann endlich fündig wurde und die syrische Flagge der toten Soldaten auf dem Boden ausbreitet, damit mal alle drüber trampeln können. Wie viele andere Beweise solcher ekelerregenden Szenen, wurde auch dieses Video von YouTube gelöscht, aber von Aktivisten für die Nachwelt aufbewahrt.

Oder ein weiteres Video, das die Gesinnung der Weißhelme offenbart, wurde von deren Mitglied Muawiya Hassan Agha, besser bekannt als "Muawiya01" auf Facebook gepostet und schlussendlich wieder gelöscht. Darin preist er das Foltern an zwei syrischen Soldaten, die sich laut seinen Angaben "in der Schlacht zur Befreiung von Khan Tuman ergeben haben". Und natürlich darf das typische "Gott ist groß und dankbar" nicht fehlen.

"Strategische Rettungsoperation" - Weißhelme, Israel und die belegte Zusammenarbeit mit Terroristen

In dem Video, das wieder von Aktivisten gesichert wurde, sagen die zwei syrischen Soldaten, dass sie sich nicht ergeben haben wie es "Muawiya01" behauptet, sondern von Dschihadisten der Jund-al-Aqsa und des IS gefangengenommen wurden. Die Ermordung des einen Soldaten nennt er "Vergeltung". Dumm nur, zumindest aus seiner Sicht, dass er Details aus seinem Leben so gern auf sozialen Netzwerken wie eben Facebook und Instagram teilt. So kann man nämlich seine Tätigkeit als "Weißhelm-Engel" bestaunen, was zum Leidwesen von Heiko Maas und Michael Roth aber auch seine Nähe zum Terror beweist.

"Strategische Rettungsoperation" - Weißhelme, Israel und die belegte Zusammenarbeit mit Terroristen

Und es ist ausgerechnet unter anderem dieser Muawiya Hassan Agha, der von OPCW, HRW, Amnesty International als "glaubwürdiger Augenzeuge" genannt wird. Selbstverständlich geschieht das nicht unter seinem richtigen Namen, aber man kann ihn und einen weiteren Weißhelm-Engel in den Videos erkennen, die Human Rights Watch veröffentlicht hat.

Israels Evakuierung von 422 Personen der Weißhelme und deren Familien doch nicht so humanitär?

Wenn sich Politiker wie Maas und Roth bei Israel für "diesen Akt der Humanität und Solidarität" so überschwänglich bedanken, dann ist auch dabei Vorsicht angesagt. Denn gerade ein Land, dessen Ministerpräsident (und nicht nur er!) Flüchtlinge als "Eindringlinge" bezeichnet, zuerst ein Abkommen mit dem UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR zur Umsiedlung von fast 16.000 Flüchtlingen aus Eritrea und Sudan schließt, nur um es binnen 24 Stunden aus innenpolitischen Gründen wieder aufzukündigen, öffnet seine Grenzen ganz bestimmt nicht aus humanitären Gründen.

Eine C-130J Super Hercules der israelischen Luftwaffe bei einer Flugdemonstration für israelische Luftwaffenpiloten auf dem Luftwaffenstützpunkt Hatzerim im Süden Israels

Dass Israel diesen Deal mit Kanada, USA, Großbritannien, Frankreich, Niederlande und Deutschland eingegangen ist, hatte rein gar nichts mit einem Akt der Humanität oder gar Solidarität zu tun.

Diese evakuierten Weißhelme operierten in einem Gebiet der syrischen Golanhöhen, das sich unter der Kontrolle von Al-Kaida Terroristen befand. Interessanterweise wird von westlichen Medien nie die Frage gestellt, weshalb die "geretteten" Weißhelme ausschließlich in von sogenannten "Rebellen" gehaltenen Gebieten operieren, wo sie doch angeblich eine syrische Zivilorganisation darstellen, die aus freiwilligen Helfern besteht. Aber das sei nur mal so am Rande gefragt.

Dieses Gebiet um die Stadt Qunaitra und den einzigen Grenzübergang zwischen Syrien und Israel, wurde in der Sommeroffensive von 2014 von Al-Kaida (Al Nusra), der "Freien Syrischen Armee" (FSA) und der von Saudi-Arabien finanzierten "Islamischen Front" eingenommen.

Seitdem zeigte sich Israel höchst flexibel im Umgang mit Terroristen, ließ sie auf der gegenüberliegenden Seite der Grenze gewähren und behandelte sie auch medizinisch. Noch drei Jahre später agierte Israel bei Bedarf sogar als Luftwaffe der Al Kaida, wie selbst eigene Medien berichtet haben.

Aber auch sonst zeigte sich Israel überaus spendabel, wenn es um Terroristen auf syrischer Seite der Grenze bei Qunaitra ging. Im Rahmen der Operation "The Good Neighborhood" (Die gute Nachbarschaft) bezahlte Israel die Gehälter von Kämpfern der Gruppe Fursan al-Joulan (Ritter des Golan) und womöglich für bis zu vier weitere Gruppierungen. Der Sprecher von Fursan al-Joulan wusste sich natürlich auch zu benehmen und bedankte sich artig:

Israel stand heldenhaft an unserer Seite. Wir hätten ohne Israels Unterstützung nicht überlebt.

Gar nicht so heldenhaft waren dann auch noch zwei der wichtigsten Kommandeure der von Israel unterstützten Gruppierung bei der Evakuierung dabei. Es ging Israel also weniger um die Rettung der Weißhelme oder gar um Solidarität, wie es Bundesaußenminister Maas und sein Staatssekretär Roth darstellen, sondern um die Sicherheit für ihre eigenen Stellvertreter im syrischen Krieg. Nebst den zwei Kommandeuren von Fursan al-Joulan, waren auch noch zwei weitere Kommandeure von Alwiyat Saif al-Sham (Schwert der Levante) und Jaish Ababeel dabei.

Zudem spricht einiges für die Vermutung, dass die Evakuierung der Weißhelme lediglich eine Operation zur Tarnung für die Rettung der israelischen Partner war. So wurden unmittelbar nach dem Grenzübertritt der Familien, Lagerhallen auf syrischer Seite von Kämpfern der Al Nusra in Brand gesetzt. Das legt den Schluss nahe, dass Al Nusra alias Al-Kaida Beweise vernichten wollte, um das ganze Ausmaß israelischer Hilfe für Terroristen zu vertuschen.

RT Deutsch bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Gastbeiträge und Meinungsartikel müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln.

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