Die Gefahr vor neuen "Tatarenstürmen" – Warum Russland jetzt die Augen auf Zentralasien richtet

Die Gefahr vor neuen "Tatarenstürmen" – Warum Russland jetzt die Augen auf Zentralasien richtet
Die Beziehungen Russlands zur islamischen Welt sind besser als in den meisten Jahrhunderten zuvor. Dennoch bleibt ein extremistischer, politischer Islam eine stetige Gefahr entlang seiner Grenzen - und die geopolitischen Rivalen diesem weiterhin gewogen.

von Zlatko Percinic

Noch steht Syrien in der Wahrnehmung vieler Menschen auf einem der vordersten Ränge der Konfliktkarten dieser Welt. Nordkorea steht allerdings zurzeit primär im Fadenkreuz von Medien und Politik, was auf eine Eskalation der Worte - und damit einem erneuten Beweis für deren Macht - zwischen dem US-Präsidenten Donald Trump und der nordkoreanischen Führung zurückgeht. Doch zwischen Rhetorik und Realität klafft eine enorme Lücke, die durch die Egomanie beider Präsidenten nur weiter vergrößert wird.

Tatsächlich gibt es keine militärische Lösung für dieses politische Problem. Selbst wenn es einige Hitzköpfe auf beiden Seiten gibt, die einen Krieg nur mit allergrößter Freude befürworten würden, so überwiegt dennoch die Einsicht in Washington, dass Nordkorea nicht Vietnam, Kambodscha, Afghanistan oder auch nur Grenada oder Panama ist. Jeder, der sich die US-Kriegszüge der letzten Jahrzehnte anschaut, wird dabei feststellen, dass es sich bei den angegriffenen Ländern um hoffnungslos unterlegene Militärmächte gehandelt hat, die der US-Militärmacht mehr oder weniger schutzlos ausgeliefert waren - insbesondere in punkto der überwältigenden Feuerkraft der Air Force.

Nach einem Bombenangriff steigt Rauch über einen von Rebellen gehaltenen Stadt auf, Deraa, Syrien, 15. Juni 2017.

Im Stillen jedoch, völlig unbeachtet von Medien und Politikern, offenbart sich ein neuer geografischer Krisen- und möglicher Kriegsschauplatz: Zentralasien.

In Syrien, aber auch im breiteren Mittleren Osten, haben die von Condoleezza Rice gefeierten "Geburtswehen" im Vorfeld und um den so genannten Arabischen Frühling nicht das erträumte Kind auf die Welt gebracht. Zwar hat die ehemalige US-Außenministerin Recht behalten: Es ist in der Tat ein "neuer Mittleren Osten" seit ihren Worten von 2006 entstanden, nur eben nicht so, wie er erhofft und geplant war. Man wollte eine nach westlichem Vorbild installierte Demokratie in dieser wichtigen Region haben, mit Israel als Hegemonialmacht, der sich die "demokratisierten" Despoten Arabiens unterordnen würden und eine Situation, in der die so genannte Achse des Widerstandes zwischen Libanon und Iran zerschlagen wäre. Die US-Invasion des Iraks im März 2003 war nur der erste Schritt in diese Richtung.

Der 30. September 2015 als Zeitenwende im Verhältnis zum Westen

Selbst als das erste Beiprodukt der amerikanischen Invasion und anschließenden Besatzung des Iraks, der selbsternannte Islamische Staat, auf der Weltbühne auftauchte und dessen Implikationen von Anfang an klar waren, zogen es die USA mitsamt der europäischen Verbündeten vor, die Augen vor dessen bestialischen Morden zu schließen. Immerhin ließen sich so zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Eine sehr gut bewaffnete wahhabitische Streitmacht würde das Projekt des Regimewechsels in Damaskus betreiben und es gleichzeitig mit den schiitischen Milizen aufnehmen, die aus dem Irak, Afghanistan und Libanon in die Wüsten Syriens und des Iraks strömten. Das entsetzliche Blutvergießen führte schließlich zum Eingreifen des Irans und der Hisbollah, die sich den wahhabitischen takfiri und damit auch ihren arabischen, aber auch westlichen Unterstützen in den Weg stellten. Vollends über den Haufen geworfen wurden die US-europäischen Pläne mit dem völlig überraschenden Blitzeintritt der russischen Streitkräfte in Syrien im September 2015.

Dieser 30. September 2015 signalisierte eine Zeitenwende in der Beziehung zwischen West und Ost. Seit dem Ende des Kalten Krieges war man es in den westlichen Hauptstädten gewohnt, eigene Interessen ohne Rücksicht auf die Bedenken der ehemaligen Supermacht Russland durchzusetzen. Fast ein Vierteljahrhundert lang konnten die USA nahezu ungestört ihre Vision einer idealen Weltordnung, einer Pax Americana, umsetzen, mit an Untergebenheit grenzender Unterstützung vonseiten europäischer Hauptstädte. Der illegale NATO-Krieg gegen Serbien, die NATO-Osterweiterung, der Kosovokrieg und die anschließende Anerkennung dieses nicht überlebensfähigen Gebietes als souveräner Staat, Irak, Pakistan, Jemen, Libyen, Syrien, Georgien und schließlich auch noch die Ukraine: Überall musste der Kreml in Moskau in den sauren Apfel beißen und seinen westlichen "Partnern" das Feld überlassen. Mit dem 30. September 2015 hat Moskau hingegen ein Zeichen gesetzt, das "bis hierher und nicht weiter" zu sagen schien.

Syrien: Angela Merkel beteiligt sich am obersten internationalen Verbrechen eines Angriffskrieges

Seitdem hat sich viel verändert in Syrien und im Irak. Trotz mehrerer Versuche der USA, auch mit eigenen Truppen in Syrien die strategische Wende aufzuhalten; trotz fingierter Angriffe der US-Verbündeten auf sensible Ziele, die umgehend Russland und der syrischen Regierung in die Schuhe geschoben wurden; trotz unwürdiger, massiver Medienpropaganda bei der Rückeroberung von Ost-Aleppo und gleichzeitigem Stillschweigen - mit einigen wenigen Ausnahmen – während der völligen Zerstörung der irakischen Stadt Mossul und Rakkas in Syrien durch die US-angeführte Koalition; trotz alledem haben sich die Milliarden an US-Dollar, die in das Projekt Regimewechsel in Syrien geflossen sind, nicht rentiert. Hunderttausende Menschen kehren in die befreiten Gebiete zurück, hunderte Dschihadisten legen entweder ihre Waffen nieder oder ziehen sich in die Provinz Idlib zurück, wo sie für die Türkei zu einem immer größeren Problem und zu einer Belastung werden.

Die libanesische Hisbollah ist trotz großer Verluste mächtig wie nie zuvor, so dass sich Israel gezwungen fühlt, in immer kürzeren Abständen Luftangriffe auf die schiitische "Partei Gottes" zu fliegen und dabei in Kauf nimmt, Drohnen und Kampfjets zu verlieren. Wer mit Israels Einstellung zum Verlust von Soldaten im Einsatz vertraut ist, weiß, wie schwierig die Lage der Regierung von Benjamin Netanyahu nach dem Verlust der Pufferzone sein muss, die eine Präsenz wahhabitischer Terroristen auf den Golan-Höhen geschaffen hatte.

Was sich wie eine empfindliche Niederlage für die Pläne im Mittleren Osten der USA sowie deren Unterstützer in Europa und auf der Arabischen Halbinsel anfühlt, ist jedoch lediglich der Beginn einer Verlagerung der destruktiven Kräfte in eine andere Region.

Zentralasien, der neue globale Konfliktherd?

Wie ein Gürtel zieht sich die Destabilisierung von Ländern entlang der riesigen russischen Grenze und dabei spielt es keine Rolle, welche Kräfte dafür benutzt werden. Ob es "demokratische" Vereinigungen, neonazistische Gruppierungen oder wahhabitische Islamisten sind: Solange es dem Endziel dient, der US-Kontrolle durch Zersplitterung der Macht konkurrierender Zentralgewalten, ist jedes Mittel und jeder Partner recht.

Soldaten der US-Army bei der Eröffnung des US-geführten Militärmanövers

Schamlos wird berichtet, dass die USA und Saudi-Arabien - aber auch die Türkei - die "tschetschenische Karte" in den Händen halten, um "Russland beschäftigt zu halten". Dazu heißt es:

Es wird einige Zeit brauchen, bevor sich die Vereinigten Staaten selbst aus dem Mittleren Osten befreien können, um die Russen in Eurasien effektiv konfrontieren zu können, aber es gibt andere Optionen in der geheimen Welt, die US-Geheimdienste anwenden können, um die Russen beschäftigt zu halten. Solch eine Strategie würde wahrscheinlich drei Hauptzutaten beinhalten: Tschetschenen, Tataren und Saudis.

Freimütig wird zugegeben, dass die USA, Saudi-Arabien, Türkei und Georgien die Tschetschenienkriege "angefacht" haben, indem sie dieselben wahhabitischen Extremisten unterstützt haben, die sie auch zuvor in Afghanistan in den 1980er Jahren und dann in Bosnien protegiert hatten und die jetzt in Syrien und im Irak bekämpft werden. Wie gerne diese "tschetschenische Karte" gezogen wird, zeigte zuletzt der langjährige saudische Botschafter in den USA, Prinz Bandar bin Sultan - aufgrund seiner engen Beziehungen zu den Bushs auch als Bandar Bush bekannt -, als er den russischen Präsidenten Wladimir Putin zu erpressen versuchte. Unter der Flagge des selbsternannten Islamischen Staates (IS) gehörten Tschetschenen zu den brutalsten Kämpfern, die neben weiteren Extremisten aus Dutzenden Ländern den Irak und Syrien mit einer Spur der Verwüstung und des Mordes durchzogen haben. Das alles ist natürlich auch den Russen bestens bekannt.

Und genau aus diesem, vielleicht dem wichtigsten Grund überhaupt, hat der Kreml entschieden, eigene Truppen nach Syrien zu entsenden. Putin hatte selbst miterlebt, was es bedeutet, wenn Islamisten zu Waffen und Terror greifen – im Theater in Moskau, in der Schule in Beslan, im Zweiten Tschetschenienkrieg. Hätten sie es geschafft, ein Land wie Syrien unter ihre Kontrolle zu bringen, wäre der Weg in den Kaukasus nicht mehr weit gewesen. Die Türkei, die lange Zeit sogar mit dem IS kooperiert hatte und viele andere Dschihadisten nach wie vor unterstützt, hat in der Vergangenheit ebenso wie Georgien beide Augen zugemacht, als sich solche Kämpfer auf den Weg zu einem weiteren heiligen Krieg gegen Russland aufmachten: nämlich jenen in die Ukraine.

Was also wäre erst passiert, wenn der IS oder irgendeine andere wahhabitische Formation den Präsidentenpalast in Damaskus übernommen hätte? Wenn bereits während der Zerschlagung des IS in Syrien und Irak in Afghanistan eine neue Zufluchtsstätte für sie entsteht, in Verbindung mit der von Saudi-Arabien geebneten ideologischen Basis? Und erinnern wir uns: Das alles geschieht unter dem wachsamen Auge der USA. Im Nachbarland Tadschikistan brauen sich ebenfalls dunkle Wolken zusammen. Obwohl das Land historisch betrachtet zum persischen Einfluss- und Kulturbereich gehörte, man auch die persische Sprache spricht, ist die Bevölkerung dennoch sunnitisch und somit für die Ideologie des Wahhabismus nicht ganz unempfänglich.

Laut Berichten israelischer Medien errichtet der Iran eine Fabrik zur Herstellung von Scud-Raketen in Syrien. (Das Symbolbild zeigt eine Version der Rakete mitsamt fahrbarer Abschussvorrichtung aus dem Arsenal der afghanischen Armee)

Hizb ut-Tahrir und IS bleiben dem Kalifat verpflichtet

Das gilt insbesondere dann, wenn es einer Organisation wie dem IS gelingt, mit sehr viel Geld das sozioökonomische Leid der Menschen anzusprechen und Dienstleistungen zu erbringen, für die der Staat nicht aufkommen kann oder will. Und wie schon in vielen anderen Ländern sind es gerade die von den USA ausgebildeten Militärs, die die größte Bedrohung für eine Regierung darstellen, wenn sie nach der Ausbildung ihr wahres Gesicht zeigen. Nicht anders ist es mit Gulmurod Halimov, der Kommandeur einer der besten tadschikischen Spezialeinheiten war, bevor er seine Karriere beim IS fortsetzte.

Ob es nun der IS, die in Zentralasien gut vernetzte und verbreitete Hizb ut-Tahrir, die Islamische Bewegung Usbekistans (IMU) oder sonst irgendeine Gruppierung ist: Sie alle eint der Gedanke an die Wiederrichtung des islamischen Kalifats, nur die Mittel zur Erreichung dieses Zieles sind unterschiedlich.

Die Situation ist nicht ganz unähnlich der Situation, die Timur Lenk - auch als Tamerlan oder Timur der Lahme bekannt - vor fast 650 Jahren in der gleichen Region vorfand. Untereinander in Konkurrenz und Streit stehende muslimische Länder waren politisch durch innere Machtkämpfe und ebendiese äußeren Streitereien geschwächt, während das Erbe der Goldenen Horde des Dschingis Khan bereits wieder einer anderen Epoche anzugehören schien. Timur der Lahme einigte die verschiedenen Khanate, indem er sie alle unterwarf und machte die tadschikische Stadt Samarkand - Stalin schlug diese später in seiner Grenzziehung in der Region den Usbeken zu - zu seinem Herrschaftssitz. Hier schlug er sich selbst zum Sultan und holte fortan zu seinem mörderischen Unterdrückungsfeldzug nach Westen aus. Der Islam war dabei das einigende Band. Die Einführung des Islam in Zentralasien geschah zwar bereits viel früher, aber erst durch Timur Lenk wurde die Religion in diesem Teil der Welt instrumentalisiert und als Basis der Macht benutzt.

Wie bereits erwähnt, ist sich Russland dieser Bedrohung mehr als bewusst und versucht, durch proaktive Maßnahmen, wie eben den militärischen Einsatz in Syrien, die Gefahr des extremistischen Islam einzudämmen, die von wahhabitischen Dschihadisten ausgeht. Bereits im Herbst des Jahres 2015 schätzte Waleri Gerassimow, der Stabschef der russischen Streitkräfte, dass sich 2000 bis 3000 IS-Kämpfer in Afghanistan befinden. Zusammen mit autochthonen afghanischen Extremisten steigt die Zahl auf 50.000 Mann, eine mehr als formidable und gefährliche islamistische Streitkraft. Für ein Land wie Russland, wo sich das "Tatarenjoch" in die kollektive Psyche eingebrannt hat, ist die Gefahr des islamischen Extremismus nicht nur eine abstrakte Theorie. Russland hat unter der Herrschaft der Turk-Mongolen und deren zweihundertjähriger Geschichte ironischerweise die eigene Kultur und Tradition vor den Angriffen der Polen und Livländer beschützt, wobei die Krimkriege stets auch einen Krieg gegen die Tataren und Türken bedeuteten und Imam Schamil im 19. Jahrhundert einen jahrelangen, blutigen Dschihad gegen die russischen Expansionsbestrebungen in den Kaukasus führte.

Ein guter Anfang, und man könnte vielleicht auch sagen, ein erster ernster Versuch der sunnitischen Welt, Verantwortung im innerislamischen Kampf zu übernehmen, war es, als im August 2016 auf einer Großen Islamkonferenz in Grosny/Tschetschenien ein Abschlusskommuniqué entstand, in dem die Sunna, die Gemeinschaft der Sunniten, neu definiert wurde. Dabei haben die dortigen Gelehrten den saudischen Wahhabismus ausgeklammert und diesem als "Verfälschung" des Islam deklariert. Dieses Ergebnis könnte als Meilenstein der islamisch-sunnitischen Welt gelten, da es den Grundstein für eine Aufarbeitung der eigenen jüngeren Geschichte legte, die die Wahhabiten im Namen des Islams massiv verzerrt hatten.

Ein syrischer Soldat nahe der Grenze zum Libanon im Rahmen der konzertierten Evakuierung islamistischer Kämpfer aus dem Libanon. ©Ammar Safarjalani

Erdogan als Wiederkehr des Tamerlan?

Noch ist das alles Zukunftsmusik, von der insbesondere Saudi-Arabien natürlich nichts hören möchte. Solange gilt es also, die Auswirkungen des durch den Wahhabismus inspirierten Extremismus einzudämmen. In Zentralasien, wo es Millionen unzufriedener und in bitterer Armut lebender Menschen gibt, gilt es insbesondere, das Aufkommen eines neuen Timur Lenk zu verhindern. In Usbekistan wurde dieser bereits 2001 zum Staatshelden erklärt und die Karl-Marx-Statue in Taschkent durch eine von Tamerlan ersetzt. Anlässlich der Einweihungszeremonie erklärte Staatspräsident Islam Karimow:

Ihr seid die Nachfahren eines Großen Volkes, ihr habt in euren Händen die Macht Tamerlans!

Dass dieser mittelalterliche Herrscher und Massenmörder - sowie Förderer der Künste und Wissenschaft - gar kein Usbeke war, spielte dabei eine eher untergeordnete Rolle.

Ob und wer überhaupt in die Rolle eines modernen Tamerlans schlüpfen könnte, kann natürlich niemand voraussagen. Allerdings wird der türkische Staatschef Erdogan mit Argusaugen die Entwicklung in Zentralasien beobachten, da er sich selbst und die Türkei als natürlichen Anführer aller Turkvölker sieht. Abdurrahman Dilipak, ein einflussreicher Ideologe der Regierungspartei AKP mit Zugang zu Präsident Erdogan, sagte, dass der Potentat von Ankara "zuerst Präsident, dann Kalif" werden würde. Die von Atatürk aufgelöste Institution des Kalifats werde sukzessive durch Verfassungsänderungen wieder zurück ins Leben geholt. Und wie ein Kalif, oder auch türkischer Sultan, betrachtet er die geopolitische Landkarte der Region. Von Mossul im Irak bis Bosnien ist alles innerhalb der türkischen "physischen und emotionalen Grenzen", wenn es nach dem neuen Selbstverständnis in Ankara geht. Sogar vor revisionistischen Ansprüchen auf die griechischen Inseln schrecken die neuen türkischen Eliten nicht zurück, wie es Ankaras Bürgermeister Melih Gökçek jüngst offenbarte. Die Gefahr neuer Tatarenstürme ist durchaus ernst zu nehmen.

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