Putins Sonderbeauftragter: Internationale Gemeinschaft braucht Transparenz im Internet

Putins Sonderbeauftragter: Internationale Gemeinschaft braucht Transparenz im Internet
Die Internationale Gemeinschaft braucht eine Einigung, um Cyber-Konflikten vorzubeugen und Transparenz in der Cyber-Sphäre zu schaffen. Das fordert Andrej Krutskich, der Assistent des russischen Präsidenten für Cyber-Sicherheit.

Vor dem Hintergrund der Diskussionen über die schon mythischen „russischen Hacker“ und die Verstärkung der Sanktionen gegen Russland wegen der angeblichen Einmischung in die US-Wahlen sprach RT mit Andrej Krutskich, dem Sondervertreter des russischen Präsidenten Wladimir Putin für die internationale Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Cybersicherheit.

Herr Krutskich, erzählen Sie uns bitte, was Russland heute tut, um die Sicherheit der russischen Nutzer in der Cybersphäre zu gewährleisten?

Unsere Grundvoraussetzungen und Ziele, denen unsere gesamte politische und diplomatische Arbeit untergeordnet ist, sind es, sich mit der gesamten Internationalen Gemeinschaft, ohne Ausnahme, über die Vertrauensregelungen und eine bestimmte Transparenz in der Cybersphäre zu einigen. Eine weitere und sehr wichtige Voraussetzung, die erfüllt werden muss, ist die Übereinkunft bei der Prävention von Cyberkonflikten. Genau darauf müssen mir uns konzentrieren.

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Warum sind die Vertrauensregelungen für das Internet so wichtig?

Als die gesamte Menschheit begriffen hat, wie schrecklich der biologische Krieg ist, einigte man sich auf das Verbot von Biowaffen. Bei der jetzigen Situation ist es nicht anders. Wir sollten nicht die Fehler der Diplomatie des Atomzeitalters wiederholen, bei denen wir erst ein Potential schufen, uns gegenseitig sowie die gesamte Menschheit mit uns zu vernichten und erst dann mit der Abrüstung begannen. Viel besser ist es, sich von Anfang an darüber zu einigen, die Cybersphäre nicht zu militarisieren und dort Spielregeln aufzustellen.

Was ist das Ziel bei der Einführung von Verhaltensregeln in der Cybersphäre?

Es ist wichtig, sich nicht gegenseitig zu stören und keine globalen Systeme zur gegenseitigen Ausspionierung zu schaffen. Oder systematisch Bugs in IT- und Internetprodukte, die milliardenfach verkauft werden, einzubauen. Es ist notwendig, solche Regeln aufzustellen, damit die Menschen beim Kauf eines Smartphones oder ähnlicher Geräte sicher sein können, dass es keine Gefahr für ihr Privatleben darstellt. Es ist Zeit, alle elektronischen Spione aus unserem Alltag zu verbannen.

Was genau beinhalten die von ihnen angesprochenen Bestimmungen?

Das ist keine ideologische, sondern eine pragmatische Abmachung. Die Rede ist nicht von einer militärisch-politischen Cyberallianz. Bei diesem Abkommen geht es darum, Vorfälle gar nicht erst zuzulassen und ihren negativen Folgen vorzubeugen. Zurzeit steht eine ganze Reihe an einflussreichen Staaten Schlange, um mit uns über ein derartiges Abkommen zu verhandeln.

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Mit welchen Staaten gibt es bis heute noch keine Vereinbarungen in dieser Frage?

Es sind einige wenige: Wir müssen noch die USA und die NATO-Staaten davon überzeugen. Ihnen muss klar werden, dass wir alle in einem Boot sitzen und gemeinsam in eine Richtung paddeln müssen. Und das Ziel dieser Richtung ist der Schutz unserer Cybersphären und die Aufrechterhaltung einer demokratischen Arbeit des Internets in allen globalen Informationstechnologien.