Wiener Vizebürgermeister Gudenus: Sebastian Kurz kopiert Ideen der FPÖ, um Wähler zu gewinnen

Wiener Vizebürgermeister Gudenus: Sebastian Kurz kopiert Ideen der FPÖ, um Wähler zu gewinnen
Der Wiener Vizebürgermeister Johann Gudenus sprach mit RT-Deutsch über die Forderung des österreichischen Außenministers Sebastian Kurz, islamische Kindergärten in Österreich zu schließen. Kurz kopiere Programmpunkte der FPÖ, um Wähler zu gewinnen, so Gudenus.

Herr Gudenus, wo genau liegt der Unterschied zwischen einem klassischen und einem muslimischen Kindergarten?

Es wurde festgestellt, dass es in Wien Kindergärten gibt, in denen die Kinder in eine gewisse radikale Richtung hin herangezogen werden. Das wurde durch eine Studie eines namhaften Vereins aufgedeckt. Außerdem stellte der Rechnungshof fest, dass dort viele Gelder versickern. Wir, die FPÖ, weisen schon seit Jahren darauf hin. Ich finde es inakzeptabel, dass der radikale Islamismus sich in meiner Heimatstadt Wien ausbreitet, doch das ist in den letzten Jahren passiert. Das zeigen wir auf.

Experten sagen, dass die Politik Probleme lösen und sie nicht erfinden soll. Glauben Sie, dass dieses Problem wirklich existiert?

Das Problem existiert wirklich. Davon sprechen auch unabhängige Stellen auf eine wissenschaftliche Art und Weise. Außerdem wird das auch durch Aussagen von Eltern und Erfahrungsberichte gestützt. Es handelt sich um Vereine, die sich einerseits abkapseln, aber andererseits Geld von der Gemeinde Wien angefordert und es auch sehr schnell bekommen haben. Leider ist die Gemeinde Wien sehr großzügig gewesen und hat Gelder bereit gestellt, ohne Nachprüfungen eingeleitet zu haben. Erst im Nachhinein, als schon viele Millionen Euro geflossen sind, ist man darauf gekommen, dass nicht nur Gelder veruntreut wurden, sondern sich auch echte radikale Szenen in den Kindergärten abspielen und die Kinder von klein auf radikalisiert werden. Ich sage: Es gibt die Religionsfreiheit – ja, aber es gibt keine Narrenfreiheit. Da muss man schon unterscheiden. Ich stehe zur Religionsfreiheit, aber ich will nicht, dass sich radikale politische islamistische Tendenzen in Wien verschärfen. 

Außenminister Sebastian Kurz und designierter ÖVP-Chef hofft auf einen Wahlerfolg im Herbst.

Der Ansicht einiger Politwissenschaftler nach versucht die politische Partei, die von Herrn Kurz geleitet wird, durch den Kampf mit der Immigration an Popularität zu gewinnen. In Österreich findet jetzt der Wahlkampf statt - könnte es sein, dass Herr Kurz durch seine anti-Migranten Rhetorik an Wahlstimmen zu gewinnen versucht?

Keine Frage. Wir haben immer gesagt: Integration könnte besser gehen und da läuft vieles falsch. Er versucht von uns, dem Original, Stammpunkte zu kopieren. Zum Beispiel sagten wir, dass islamistische Kindergärten geschlossen gehören. Herr Kurz versucht hier, die politische Klientel zu wechseln. Er ist eine Kopiermaschine, die alle paar Tage einen Programmpunkt der FPÖ, also meiner Partei, kopiert und an die Öffentlichkeit geht, um damit die Wähler anzulocken. Seine Partei hat in den letzten Jahren viel an Zuspruch verloren. Man muss nur eines sehen: Der Herr Kurz ist jetzt seit sechs Jahren Mitglied der [österreichischen] Bundesregierung. Der hat dort jeder Maßnahme zugestimmt. Wenn es zum Beispiel darum ging, die Grenzen offen zu halten, oder sie zu öffnen. Oder wenn es darum ging, nichts gegen den radikalen Islamismus zu tun. Herr Kurz hat bei all diesen Sachen mitgestimmt und war immer mit dabei. Jetzt tut er so, als wäre er für das alles nicht verantwortlich und als würde er eine neue Politik machen. Das nimmt ihm aber keiner ab, denn das ist völlig unglaubwürdig. Die Wähler gehen schon zum Original und nicht zum billigen Nachmacher.

Glauben Sie nicht, dass diese Forderung zu einer weiteren Entfremdung in der Gesellschaft führen kann?

Die Schließung der islamischen Kindergärten ist eine sehr notwendige Maßnahme. Wir sind der Meinung, dass Kinder beim Aufwachsen eine frühkindliche Bildung erhalten sollen, die weltlich und weltoffen ist. Der radikale Islamismus ist aber das genaue Gegenteil. Er predigt, dass Frauen unterdrückt gehören, eine Burka tragen sollten, dass Frauen nichts zu sagen haben, dass die Scharia über der Verfassung steht, dass der Koran das Gesetz ist und die echten Gesetze egal sind. Das wollen wir in Österreich nicht. Wir sind ein Land, dass die Religionsfreiheit gewährt, aber keine Narrenfreiheit. 

Welche Reaktion ist von der muslimischen Gemeinde in Österreich zu erwarten?

Das wird man sehen. Ich habe bereits viel Kritik gelesen und es wird bestimmt noch mehr kommen. Wenn man kritisiert, ist man gleich islamophob und böse. Dabei muss sich auch die islamische Glaubensgemeinschaft Kritik gefallen lassen. Die katholische Kirche und andere religiöse Institutionen lassen sich auch Kritik gefallen. Auch der Islam muss sich Kritik gefallen lassen und man darf nicht alles kritiklos hinnehmen. Ich will nur eins nicht: Dass der Islam in Österreich weiter Fuß fasst. Der Herr Kurz hat vor zwei Jahren gesagt, dass der Islam zu Österreich gehöre. Ich bin aber anderer Meinung.

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