Botschafter Jakowenko: Russland unterstützt syrische Armee, weil sie den IS am effektivsten bekämpft

Botschafter Jakowenko: Russland unterstützt syrische Armee, weil sie den IS am effektivsten bekämpft
Unsere westlichen Kollegen behaupten regelmäßig, dass Russland in Syrien andere Ziele verfolge, als den Kampf gegen Terroristen. Zunehmend kommt es im Westen in Mode, Russland die Schuld für alles zu geben und sich dabei nur auf Gerüchte, Spekulationen und gefälschte Informationen zu berufen.

von Dr. Aleksander Jakowenko

Das gleiche gilt hier. Sie bevorzugen es, die Tatsache zu ignorieren, dass die syrische Armee die wirksamste Kraft auf dem Boden im Kampf gegen den IS, die al-Nusra und ihresgleichen ist. Und das ist genau der Grund, warum die russische Luftwaffe die syrischen Regierungstruppen unterstützt und die gemeinsamen Anstrengungen koordiniert.

Es ist von Beginn an unsere Grundsatzposition, die wir offen und transparent vertraten. Warum würde Präsident Wladimir Putin einen Plan zur Schaffung einer gemeinsamen Front gegen den Terrorismus in Syrien und anderswo vorschlagen, wenn Russland nicht an der Bekämpfung der Dschihadisten interessiert wäre? Während unsere westlichen Partner an ihrer eigenen Anti-IS-Koalition festhalten, hat das russische Militär die Sicherung eines lokalen Waffenstillstands in ganz Syrien erreicht und versorgt die Syrer tagtäglich mit humanitärer Hilfe.

Scott Ritter bei einem Auftritt bei Suny New Platz im Studley-Theater, 16. März 2006.

Leider fehlt es auf der Seite des Westens an Offenherzigkeit und Konsequenz. US-Medien berichteten, dass der ehemalige US-Außenminister John Kerry, im Gespräch mit einigen syrischen Oppositionellen nicht bestritt, dass die USA darauf zählten, dass die Terroristen einen Regimewechsel in Syrien ausführen. Wahrscheinlich in der Hoffnung, sie danach mit Hilfe ihrer regionalen Verbündeten zu zähmen. Es genügt, Peter Ford, dem ehemaligen britischen Botschafter in Damaskus, zuzuhören, um zu verstehen, dass es keine moderate und säkulare Opposition als Alternative zur gegenwärtigen syrischen Regierung gibt.

Die Komplexität der syrischen Situation erfordern eine kreative und professionelle Diplomatie, die Russland zusammen mit der Türkei und dem Iran in den vergangenen Monaten geführt hat. Sie wird Früchte tragen, wenn sie nicht durch die schwierige Stimmung in Washington behindert wird.

Ich meine den jüngsten Angriff gegen eine syrische Luftwaffenbasis. Dieser Akt der Aggression gegen einen souveränen Staat und der vorhergehende chemische Vorfall zeigen, dass es immer derartige Vorfälle geben wird, solange es eine politische Nachfrage im Westen für diese Art von Provokation gibt. Das Ziel ist es jedenfalls das Militär des Westens hineinzuziehen, damit es sich auf der Seite derjenigen engagiert, welche die syrische Regierung bekämpfen.

Nur eine klare Politik des Westens, die das Recht der Syrer, für sich selbst zu entscheiden, respektiert, würde keine Anreize für die Opposition bzw. den Terroristen mehr bieten, dieses schreckliche Töten von unschuldigen Zivilisten fortzusetzen, um dann die Schuld der syrischen Regierung in die Schuhe zu schieben. Wir hoffen, dass unsere westlichen Partner das verstehen, und einer unparteiischen und unabhängigen Untersuchung unter der Leitung der zuständigen internationalen Behörde, die die Organisation für das Verbot chemischer Waffen ist, nicht im Wege stehen werden.

Dr. Aleksander Jakowenko ist der aktuelle Botschafter Russlands in Großbritannien und ehemaliger Vize-Außenminister (2005-2011).