Top-Medienthema: Transgender-Toiletten unter Trump - Protest gegen Kriegshetze irrelevant

US-Senator McCain hält seine Rede auf der Münchner Sicherheitskonferenz 2017
US-Senator McCain auf der Münchner Sicherheitskonferenz 2017
Statt über die US-Senatoren McCain und Graham, die jüngst in Kiew ukrainische Ultras und Faschisten zum Bruch des Minsk-II-Ankommens angefeuert haben, ereifern sich "links"-liberale Friedensaktivisten über Trumps Abschaffung der Transgender-Toiletten.

von Rainer Rupp

Egal, was der neue US-Präsident Trump gerade tut, die US-Leitmedien belauern ihn regelrecht. Jede Kleinigkeit wird sofort zur großen Freude der angeblich links-liberalen Studenten und Jugendlichen aufgebauscht, oft bis ins Groteske. So berichtete das US-Leitmedium New York Times am Donnerstagmorgen westeuropäischer Zeit in einer Eilmeldung von der neuesten vermeintlichen Schande Trumps.

Die besteht darin, dass er den Präsidenten-Erlass seines Vorgängers Obama über die Toilettenregeln für so genannte Transgender-Studenten wieder aufgehoben hat. Wie erwartet löste das einen Sturm der Entrüstung unter Clinton-Fan und Trump-Hater-Gemeinde aus. Neue große Protestdemonstrationen werden erwartet.

2017 wird alles besser: Genderneutrale Toilette im Einsatz

Derweil hat der US-Journalist James Carden in einem Beitrag für die US-Zeitung The Nation enthüllt, wer hinter der so genannten kriechenden Offensive Kiews gegen die antifaschistischen Volksverteidigungskräftekräfte im Donbass steckt.

Bei dieser Offensive entlang der Waffenstillstandslinie in der Ostukraine hatten Truppen der ukrainischen Putsch-Regierung das Minsk-II-Abkommen in grober Weise verletzt. Mithilfe schwerer Waffen versuchten sie, jenseits der Waffenstillstandslinie Territorium zu erobern und zu halten, was jedoch einmal mehr in einer blutigen Niederlage für die Angreifer endete.

Es ist James Carden, der in The Nation darauf aufmerksam machte, dass Kiews jüngste Offensive fast unmittelbar nach einem Besuch der US-Senatoren John "Bomber" McCain und Lindsey Graham begonnen hatte.

In Gegenwart des ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko sprach Graham zu einer Brigade ukrainischer Soldaten und nationalistischer Ultras und sagte:

Euer Kampf ist unser Kampf. 2017 wird das Jahr des Angriffs sein.

Für seinen Teil feuerte McCain die Kämpfer mit den Worten an:

Ich bin überzeugt, Ihr werdet gewinnen. Und wir werden alles tun, was in unserer Macht steht, damit Ihr das bekommt, was Ihr zum Sieg braucht.

Die Regierung in Kiew und die Kriegstreiber im US-Kongress sehen nach Trumps Signalen der Entspannung nach Moskau ihre letzte Chance gekommen, mittels der Offensive im Donbass vollendete Tatsachen zu schaffen.

An dieser ungeschminkten, aktiven Kriegshetze der beiden US-Senatoren, kombiniert mit dem Versprechen von US-Hilfe und – implizit – der Lieferung moderner, schwerer US-Waffen hat niemand in den US-Mainstreammedien Anstoß genommen.

Der Angelegenheit wurde kaum Beachtung geschenkt, obwohl McCain und Graham hier eine gemeingefährliche Soldateska zu einem neuen Waffengang angestachelt haben. Die von den US-Senatoren aufgehetzten Kampfeinheiten sind nachweislich von Faschisten dominiert. Diese sind nicht nur ihres höchst brutalen Vorgehens gegen die Zivilbevölkerung im Donbass wegen berüchtigt, sondern sie rühmen sich dessen sogar noch.

Da fragt sich angesichts der nicht enden wollenden Demonstrationen in den USA: Wo bleibt dort die Empörung gegen die Kriegstreiber? Wo bleiben die Straßenproteste der angeblichen "Friedenskräfte"? Dabei bezeichnen sich die ständig gegen Trump demonstrierenden Aktivisten selbst als progressiv, also als links.

Das Problem ist, dass die amerikanische und inzwischen teilweise auch bereits die europäische Linke etwas viel Besseres zu tun hat, als sich gegen Krieg und Ausbeutung einzusetzen. Denn es ist empörend, dass Trump, wie heute die NYT berichtet hat, den Transgender-Studenten das Recht entzogen hat, frei zu wählen, auf welche Toilette sie gehen wollen.

Das heißt: Ein als Frau angezogener Mann kann jetzt nicht mehr wie unter Obama sein Recht erzwingen, auf die Frauentoilette zu gehen. Gegen diese Ungeheuerlichkeit lohnt es sich, weiter gegen Trump zu kämpfen.

Statt für Frieden und sozial gerechtere Alternativen zum neoliberal globalisierten Kapitalismus auf die Straße zu gehen, finden viele aus der post-sozialistischen Linken ihre Erfüllung in Debatten und Einsätzen für Umweltschutz, für teure Autobahnuntertunnelungen zum Schutz einer seltenen Krötenart, für Transgenderrechte, etc. p.p.

Der antikapitalistische Kern der Linken ist durch einen auf politische Korrektheit fixierten, kleinbürgerlichen Liberalismus ersetzt worden. Besonders erschreckend hat sich das bereits in den USA fortentwickelt. Dazu hat jüngst Paul Craig Roberts geschrieben:

Progressive machen sich Sorgen darüber, ob der "faschistische" Trump Transgender und homosexuelle Menschen verfolgen oder das Recht der Frauen auf Abtreibung widerrufen wird. Für die "Progressiven" ist das wichtiger als alles andere, während sich Washington und seine NATO-Vasallen daranmachen, die Welt in einen Atomkrieg zu stürzen.

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