Amadeu-Stiftung fordert Löschung von ZDF-Satirebeitrag über deren Zensurwahn im Internet

Schluss mit lustig: Die Amadeu Antonio Stiftung will, dass ein Spaßbeitrag von Achim Winter aus der ZDF-Mediathek gelöscht wird. Screenshot: ZDF
Schluss mit lustig: Die Amadeu Antonio Stiftung will, dass ein Spaßbeitrag von Achim Winter aus der ZDF-Mediathek gelöscht wird. Screenshot: ZDF
Für eine beispiellose Selbstentlarvung sorgt derzeit die Amadeu Antonio Stiftung der ehemaligen Stasi-Zuarbeiterin Anetta Kahane. Diese wurde bekanntlich von Justizminister Heiko Maas jüngst als oberste Gesinnungswächterin bezüglich "Hatespeech im Internet" eingesetzt. Wegen eines ZDF-Beitrags, der dies verulkt, hat die Stiftung nun den Fernsehrat eingeschaltet. Kahane und Co wollen, dass das satirische Stück aus der Mediathek entfernt wird.

von Arne Sommer

Big Brother is watching you! - Auch in den Sozialen Medien wie Twitter

Wer antideutsche Meinungsextremisten wie die Amadeu Antonio Stiftung als Berater gegen "Hatespeech im Internet" engagiert, macht den Bock zum Gärtner. Insofern kann durchaus spätestens seit dem Zeitpunkt an der Urteilsfähigkeit von Justizminister Heiko Maas gezweifelt werden, als dieser Anetta Kahane - die einstmals als Stasi-IM "Victoria" ihre Brötchen verdient hatte - und deren Amadeu Antonio Stiftung zur Top-Beraterin seiner „Taskforce gegen Hasskommentare im Internet“ gemacht hat.

Zum einen ist das politische Milieu, aus dem Kahane stammt, dafür berüchtigt, selbst massive Hetzkampagnen gegen jedweden Andersdenkenden zu lancieren, dessen Gesicht ihnen gerade nicht passt, zum anderen fordern sie als selbstberufene Gesinnungskommissare bei jeder noch so harmlosen Gelegenheit die Komplettzensur. Die Inbrunst, mit der die Gedankenpolizisten unter jedem Gullydeckel Rassismus, Sexismus, Antisemitismus und was auch immer sonst noch meinen, ausmachen zu können, erinnert jedenfalls frappierend an Symptome paranoiden Wahns.

Wie tief verankert dieser tatsächlich ist, zeigt sich nicht zuletzt daran, wie das "antideutsche Milieu" der radikalen Linken mit Kritik an ihrer eigenen Vorgehensweise umgeht. Selbst wenn diese eindeutig humoristisch daherkommt, wittern die Profispitzel bereits "Hatespeech", welche sofort gelöscht werden muss. Ministerial abgesegnet wüten diese Kräfte nun in den deutschsprachigen sozialen Medien.

Was dies in der Praxis bedeutet, erfährt zurzeit der ZDF-Moderator Achim Winter am eigenen Leibe. In einer ulkig-satirischen Straßenumfrage macht sich der "Hallo Deutschland"-Reporter ein wenig über die Spitzel-Arbeit der Amadeu Antonio Stiftung lustig und deutet zwischen den Zeilen mögliche Probleme an, die durch den Zensurwahn entstehen können.

Auch sonst witzelt Winter über den ein oder anderen Spleen der neulinken Neusprechler. Was darf man eigentlich überhaupt noch sagen in Deutschland? Offenbar nicht mehr viel. Was auf die Nummer folgt, ist nämlich eine beispiellose Selbstentlarvung der Amadeu Antonio Stiftung sowie von Mainstream-Medien wie Die Zeit oder Tagesspiegel.

In einem Brief an das ZDF bezeichnet die Stiftung Winters Beitrag zunächst als "verstörend". In gewohnter Opferhaltung wehklagt man darüber, "schwer getroffen" zu sein. Und es wird gleich mit den ganz großen Kanonen geschossen: So ließen es sich die "Hatespeech"-Experten nicht nehmen, gleich den Fernsehrat höchstselbst sowie die ZDF-Intendanz einzuschalten.

Antideutsches Graffiti:

Man könne das Filmchen zwar auch als Satire einordnen, aber durchaus auch ganz anders verstehen. Die Stiftung werde "dem Spott preisgegeben", so Kahanes Co-Vorsitzender Andreas Zick. So etwas kommt offenbar einer erschwerten Form von Majestätsbeleidigung gleich. Daher die Forderung: Das Ulkstück von Achim Winter muss aus der Mediathek gelöscht werden! Eine Maßnahme, die zuletzt im Böhmermann-Erdogan-Streit verhängt wurde.

Nicht weniger absurd als die Zensurforderung der Amadeu Antonio Stiftung gegen einen harmlosen Spaßbeitrag ist die journalistische Schützenhilfe, die Tilman Steffen in der Zeit und im Wege der Zweitveröffentlichung auch noch im Tagesspiegel präsentiert. Über ganze Absätze hinweg werden in dem Artikel ausgewählte Twitter-Aktivitäten von Achim Winter protokolliert und in den entsprechenden Kontext gerückt, um die Argumentation von Kahane und Zick zu unterfüttern. Was zu beweisen war: Genau jene Gesinnungsspitzelei, die Winter in seinem satirischen Stück aufs Korn genommen und als problematisch aufgezeigt hat, vollzieht sich postwendend in Reaktion auf den Beitrag gegen seine eigene Person. Damit auch wirklich jedem klar ist, wie der eigentliche Vorwurf zu lauten hat, erscheint der Artikel über Achim Winter auch noch unter dem Schlagwort "Rechtsextremismus".

Wie die Angelegenheit weiter verlaufen wird, lässt sich weitgehend prognostizieren: Die Wahrscheinlichkeit ist sehr hoch, dass in den folgenden Tagen eine fein abgestimmte Hetzkampagne gegen Winter losgetreten werden wird. Dann werden unter anderem Tweets ausgegraben und nach dem Kontaktschuldprinzip wird das soziale Umfeld des Moderators ins gewünschte Licht gerückt. All das mit dem Maximalziel, Winter aus seinem Reporter-Job zu jagen. Lang ist die Liste derer, die durch den ideologischen Wahn selbsterklärter Linker bereits ihrer Existenzgrundlage beraubt wurden. Dabei wird gerne das Internet als Waffe eingesetzt. So offenbart sich aber auch am aktuellen Fall um Achim Winter, was das tatsächliche Problem in Deutschland ist: Die gefährlichsten "Hatespeaker" beraten derzeit das Bundesjustizministerium.

Update: Auf Anfrage der taz erklärte das ZDF, der Forderung nach Löschung des Beitrages nicht nachzukommen.