Brexit: Ein schwarzer Tag für Little England, ein großer Tag für Europa

Brexit: Ein schwarzer Tag für Little England, ein großer Tag für Europa
Die Folgen des Brexit können sich genau anders gestalten, als viele glauben: Schlecht für Großbritannien, gut für Europa. Jetzt müssen die Kräfte die Stunde nutzen, die seit Jahren eine andere Union für Europa fordern.

von Malte Daniljuk

Großbritannien verlässt die Europäische Union. Dieser Schritt war längst überfällig. Klaus von Dohnany wies am vergangenen Wochenende darauf hin, dass es ohnehin nur einen einzigen Grund für die britische Mitgliedschaft in der EU gab: Einen wirklichen Prozess der europäischen Einigung zu verhindern. Nun entfernt sich der amerikanische Pfahl im Fleische Europas von ganz alleine. Gratulation: Das wird eine großartige Chance für ein neues Europa.

Das bedeutet keinesfalls, dass nun alle Probleme gelöst sind. Aber die Tür steht offen. Polen, die aggressivste Puppe des Empire in Europa, denkt bereits lauthals darüber nach, als nächstes zu verschwinden.

Sehr gut: Alle Europäer sollten die polnische Regierung in ihrem Vorhaben unterstützen. Und ihren „Ratspräsidenten“ Donald Tusk – Greencard, Zweitwohnsitz: Washington –  müssen sie gleich mitnehmen. Wenn wir Glück haben, stellt sich die Kaczyński-Truppe genauso dumm an wie David Cameron. 

Ciao, Little England: Wales wird weiter zu euch halten

Für den amtierenden britischen Premier hat nun das letzte Stündlein geschlagen. Vielleicht wird er sogar der letzte Premierminister des Vereinigten Königreiches. Die Iren – 56 Prozent für Europa – und Schotten – 62 Prozent – wollen lieber bei Europa bleiben als in Großbritannien. Für die irische Republik könnte der 23. Juni zum Schicksalstag werden. 

Seit 500 Jahren kämpfen die Iren gegen den britischen Kolonialismus. Sinn Fein-Sprecher Declan Kearney freut sich: „Die britische Regierung hat kein Recht mehr, die Interessen von Nordirland zu repräsentieren“. Auch in Schottland steht die Scottish National Party bereit, um den nächsten Anlauf zu nehmen, um aus dem ungeliebten Königreich zu verschwinden. 

Wie weiter mit Europa?

Zunächst mal gibt es eine großartige Nachricht für die europäische Exportwirtschaft: Der Euro fällt. Bei einem Wertverlust von zehn Prozent ist der Wettbewerbsverlust gegenüber dem manipulierten Dollar vorläufig wieder hergestellt. Die Folgen der letzten Krise konnte das Empire geschickt auf Europa abwälzen. Jetzt ist politische Initiative gefragt. 

Mit Griechenland, Italien, Spanien und Portugal stehen schon einige Regierungen bereit, die Macht der Kommission zu brechen. Der frühere griechische Finanzminister Yanis Varoufakis hat zusammen mit vielen anderen sogar eine eigene europaweite Bewegung gegründet, um eine demokratischere und sozialere Union zu gründen.

SPD-Chef Sigmar Gabriel versprach, es werde kein „weiter so“ geben. Er fordert „eine wirtschaftspolitische Wende“ und „ein gerechtes Europa“. Nur zu, Sigmar Gabriel: Jetzt ist der Zeitpunkt, das „neoliberale Monster“ anzugreifen. Am Sonntag werden in Spanien entscheidende Wahlen stattfinden.

Da kannst du deine Parteifreunde von der PSOE gleich überzeugen, dass eine von Podemos geführte Regierung Europa nach vorne bringt. 

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