Worauf beruht der Hass des US-Establishments gegen Trump? - Eine Spurensuche von Rainer Rupp

Worauf beruht der Hass des US-Establishments gegen Trump? - Eine Spurensuche von Rainer Rupp
Was macht Trump beim US-Establishment derart verhasst, dass führende Republikaner bereits angekündigt haben, ihre Stimme lieber der demokratischen Gegenkandidatin Hillary Clinton zu geben? Es ist eher unwahrscheinlich, dass es die sexistischen, rassistischen oder faschistoiden Äußerungen von Trump sind, die den Unwillen der US-Eliten auf sich gezogen haben, auch wenn sie als Vorwand zu Trumps Ablehnung von den Mainstream-Medien in den USA und in EU-NATO-Europa wiedergekäut werden.

Ein Gastbeitrag von Rainer Rupp

Das Echauffieren des US-Establishments über die rassistischen und teilweise faschistoiden Tiraden Trumps ist pure Heuchelei, sind es doch die gleichen Eliten, die sonst schnelle dabei sind, jedes US-Kriegsverbrechen, Folter, Drohnen-Morde, terroristische CIA-Umstürze in anderen Ländern oder den Polizei- und Überwachungsstaat in den USA, die rassistische US-Justiz, usw. bedingungslos und wortreich zu rechtfertigen.

Quelle: Ruptly

Daher müssen wir uns fragen, was macht Trump richtig, damit ihn der konzentrierte Hass des Establishments trifft? Und da werden wir schnell fündig, z.B. in der Vorwahl-Debatte mit Jeb Bush am 13. Februar. Ohne um den „heißen Brei“ zu reden, machte Trump Jeb’s Bruder George W. Bush und dessen neokonservativen Regierungsklüngel dafür verantwortlich, das amerikanische Volk in vollem Wissen um die Wahrheit im Jahr 2003 „in den Irak-Krieg hinein gelogen“ zu haben. Der Irak-Krieg sei „ein großer fetter Fehler“ gewesen. „Wir haben den ganzen Mittleren Osten destabilisiert.“ Einige Tage später, in der von CNN übertragenen republikanischen Vorwahl-Debatte vom 25. Februar legte Trump nach:

„Wir wären heute viel besser dran, wenn Gaddafi noch an der Regierung wäre. Wenn unsere Politiker (in Washington, Anm. RR) zum Strand gegangen wären und nichts getan hätten, wären Saddam Hussein und Gaddafi immer noch in Regierungsverantwortung und wir hätten heute nicht überall Terrorismus. …. Gerade jetzt, wo wir hier reden, übernimmt ISIS in Libyen die Ölfelder. Es ist ein totales Durcheinander.“

Und da wäre auch noch der russische Präsident Putin, den Trump seinen eigenen Worten zufolge sehr schätzt, ebenso wie das russische Engagement an der Seite von Präsident Assad in Syrien gegen die (vom Westen und der Türkei) unterstützten Terroristen.

Damit hat Trump wichtige, vom gesamten US-Polit-Establishment sorgsam gehütete, außenpolitischen Tabus gebrochen. Trump hat vor breitem Publikum den Verband von der eiternden Wunde der misslungenen US-Aggressionskriege gerissen und auf beiden Seiten des US politischen Spektrums ist das wütende Geheul nicht zu überhören. Indem Trump in der Breite der US-Bevölkerung den unverschämten Mangel an Verantwortlichkeit der US-Polit-Eliten thematisiert, die jubelnd den Mittleren Osten in einen Kessel des Todes und der Zerstörung verwandelt haben, hat er jetzt schon der amerikanischen Gesellschaft und der ganzen Welt einen großen Dienst erwiesen. Kein Wunder, dass Trump jüngsten Umfragen zufolge unter republikanischen Wählern inzwischen größere Zustimmung hat als alle anderen Kandidaten zusammen.

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