Einsatz an der deutschen Medienfront: Der Russe ist schuld!

Das erste Opfer der Wahrheit sind die Medien. Entsorgter Fernseher in Aleppo.
Das erste Opfer der Wahrheit sind die Medien. Entsorgter Fernseher in Aleppo.
In der vergangenen Woche ging den deutschen Redaktionen mal wieder der Propaganda-Gaul durch. Als ob es kein Gestern gäbe, hieß es aus den Redaktionen für internationale Politik: DIE RUSSEN SIND SCHULD!

US-amerikanische Fairchild-Republic A-10 Thunderbolt II (deutsch Donnerkeil), unter Piloten auch Warthog (Warzenschwein) genannt, bombardierten am Mittwoch die syrische Metropole Aleppo, doch für Westmedien war

In den vergangenen sechs Monaten hat sich die Lage im syrischen Bürgerkrieg grundsätzlich verändert. Nach aktuellen Berichten steht die syrische Armee kurz vor der informellen Hauptstadt des „Islamischen Staates“, Rakka. Auch um Aleppo, wo sunnitische Extremisten und Söldner aus aller Herren Länder neben angeblich „gemäßigten Rebellen“ ihr Willkürregime errichtet haben, zieht sich die Schlinge zu.

Das freut nicht alle. Die Türkei beginnt, ihre Söldner mit Artilleriebeschuss über die Grenze zu unterstützen. Saudi-Arabien droht mit einem weiteren Krieg, diesmal soll es ein Einmarsch in Syrien werden. Auch der US-Außenminister Kerry - sein Land hat seit Frühjahr 2012 zusammen mit Saudi-Arabien die bewaffneten Horden ausgerüstet – fordert nun, dass die Luftwaffe der Russischen Föderation ihre Luftangriffe einstellt. Russland sei angeblich schuld, wenn dieser Krieg WEITERGEHT.

Und so lief die Sicherheitskonferenz in selbst ernannten Qualitätsmedien:

„Russlands Ministerpräsident Medwedew wettert gegen den Westen, sein Außenminister tut es ihm nach. So hat der Frieden in Syrien keine Chance.“

Die Zeit, Carsten Luther

US-Geheimdienstdirektor James Clapper warnt den US-Kongress vor der

„Europa sieht sich mit einem immer aggressiver auftretenden Russland konfrontiert, das im Osten in der Ukraine zündelt und die europäische Sicherheitsordnung herausfordert. Und das im Süden derzeit neue Ströme von syrischen Flüchtlingen produziert, die bald in Europa eintreffen werden. Mehrfach war in München zu hören, Russland setze die Flüchtlinge als Waffe gegen Europa ein, um den Kontinent zu destabilisieren.“

Die Welt, Clemens Wergin, US-Korrespondent

"Auf der Sicherheitskonferenz in München sahen die versammelten Außen- und Sicherheitspolitiker einen russischen Premier, der auftrat wie ein Wiedergänger von Präsident Putin: das gehetzte Stakkato seiner Rede, das die Übersetzerin zur Verzweiflung trieb, das Trommelfeuer der Vorwürfe, Sätze wie Salven - bis in die Sprechweise erinnerte Medwedews Auftritt mit seiner harschen Rhetorik und den zwischen den Zähnen hervorgestoßenen Vorwürfen an den aktuellen Kreml-Herrn."

Der Spiegel, Christiane Hoffmann

War da noch etwas? Na klar: Amnesty-Generalsekretär Salil Shetty behauptet, viele Verletzungen der Menschenrechte würden begangen „mit Waffen, die westliche Mächte zur Verfügung gestellt haben“. Darüber berichten zwei österreichische Tageszeitungen, das Wirtschaftsblatt und die Wiener Zeitung. Dürfen die das? Ok, Österreich gehört nicht zur NATO.

Fühlt sich falsch wiedergegeben: UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon

Noch was? Der ehemalige Vorsitzende der Partei Die Linke, Oskar Lafontaine erinnert auf seiner Facebook-Seite daran, dass „die CIA manchem deutschen Journalisten die Feder führt.“ Und weiter:

„Aber wenn das jahrzehntelange Gemetzel im Vorderen Orient auf Assads Fassbomben, Putin und russische Bomben auf Aleppo reduziert wird, dann zeigt das, dass die Propagandisten der westlichen Wertegemeinschaft wieder ganze Arbeit geleistet haben.“

Mit Kerry begonnen, mit Kerry geendet: Oskar Lafontaine hat ein Kerry-Zitat gefunden:

„Wenn ich Präsident bin, werde ich alles daransetzen, alternative Treibstoffe und die entsprechenden Fahrzeuge der Zukunft zu entwickeln, damit dieses Land innerhalb von zehn Jahren vom Öl des Nahen Ostens unabhängig wird und unsere Söhne und Töchter nicht mehr für dieses Öl kämpfen und sterben müssen.“ (John Kerry am 27. Februar 2004)

Ungeheuerliche Behauptung, die der Mann da aufgestellt hat. Aber was interessiert Journalisten das Geschwätz von gestern? Oder stammt das Zitat in Wirklichkeit von einem russischen Außenminister? DIE RUSSEN SIND SCHULD!