Meinung

"Diese Art von Eishockey brauchen wir nicht": Russland reagiert auf kanadische Sanktionen

Kanada hat die Liste seiner Sanktionen aktualisiert und eine Reihe von Russen und Organisationen aufgenommen, darunter den Fernsehsender RT, die Agentur Sputnik und die Medienaufsichtsbehörde Roskomnadzor. Diese antirussische Hysterie könne zu "irreparablen internationalen Konsequenzen" führen, hieß es aus Moskau.
"Diese Art von Eishockey brauchen wir nicht": Russland reagiert auf kanadische SanktionenQuelle: Gettyimages.ru © Maxim Sidorov/Anadolu Agency/Getty Images

von Roman Schimajew und Anastasia Rumjantsewa 

Am Freitag, dem 8. Juli, hat Kanada die Sanktionen gegen Russland erweitert. Laut einer Publikation des kanadischen Außenministeriums wurden die neuen Beschränkungen von Mélanie Joly, der Leiterin des Ministeriums, während des Treffens der G20-Außenminister in Bali angekündigt.

Von den Sanktionen betroffen sind Patriarch Kyrill, die Sprecherin des russischen Außenministeriums Maria Sacharowa, der Leiter von Roskomnadzor Andrei Lipow, die Vertreterin des russischen Innenministeriums Irina Volk und der ehemalige Yandex-Chef Tigran Chudaverdjan, der Leiter des Informationsministeriums Maksut Schadajew, RT-CEO Alexei Nikolow, der Präsident der Medienholding "Red Star" Alexei Pimanow, der RT-Journalist Anton Krasowski, der Schriftsteller und Co-Vorsitzende der Partei "Gerechtes Russland" Sachar Prilepin, der Chefredakteur von Sputnik International Anton Anisimow, die Moderatoren Tigran Keossajan, Ekaterina Andrejewa, Artjom Schejnin und Olga Skabejewa.

Die Beschränkungen betreffen auch 15 juristische Personen: den Fernsehsender RT, die Agentur Sputnik, die Medienaufsichtsbehörde Roskomnadzor, die Fernsehsender Perwy kanal und Rossiya 1, NTV, Rossotrudnitschestwo, TASS, WGTRK, Gazprom-Media, die Nationale Mediengruppe, den Fernsehsender Rossija 24, den WGTRK-Videodienst Smotrim, die Webseite vesti.ru und die Nachrichtenagentur Regnum.

Darüber hinaus hat Ottawa die Einfuhr bestimmter Goldprodukte russischen Ursprungs verboten, zu denen unverarbeitetes und halbverarbeitetes Gold, Goldpulver, Goldmünzen und Goldschmuck gehören. Nach Ansicht der kanadischen Seite werden diese Produkte dadurch für die formellen internationalen Märkte unzugänglich, und Russland wird in seinen Möglichkeiten eingeschränkt, Mittel für die Spezialoperation und die Unterstützung des Donbass zu erhalten.

Außenamtssprecherin Sacharowa zeigte sich überrascht über die Einschränkungen. "Ich dachte, ich sei schon lange auf der Liste", sagte sie gegenüber TASS. Auf ihrem Telegram-Kanal merkte Sacharowa außerdem an, dass Sanktionen gegen den Patriarchen Kyrill "nur von Satanisten verhängt werden" könnten.

Seine Unzufriedenheit über die Sanktionierung des Patriarchen äußerte auch Metropolit Leonid von Klin, der Exarch des Patriarchats von Afrika. Auf seinem Telegram-Kanal schrieb er:

"Anstatt nach Gemeinsamkeiten zu suchen, spielt der kollektive Westen schmutzige Streiche, wo es nur geht. Nun. Ich wiederhole noch einmal: Diese Art von Eishockey brauchen wir nicht! (Kanada gilt als die Heimat des Eishockeys – Anm. d. Red.)"

Olga Kowitidi, Mitglied des Ausschusses für Staats- und Verfassungsrecht des Föderationsrates, bezeichnete die kanadischen Sanktionen als Indikator für die "Krise des NATO-zentrischen Systems europäischer Sicherheit".

"Diese Manifestationen politischer Schwäche werden nichts Gutes bringen – weder für sie selbst noch für die [betroffenen] Menschen. Es liegt auf der Hand, dass diese antirussische Hysterie, von der das politische Europa wie von einem gefährlichen Virus befallen ist, das Prinzip des Universalismus in den internationalen Beziehungen, das die Grundlage des UN-Systems bildet, zerstört und zu irreparablen internationalen Folgen führen könnte", sagte die Senatorin in einem Gespräch mit RT.

Nach Meinung von Dmitri Belik, Mitglied des Ausschusses für internationale Angelegenheiten der Staatsduma, versucht Kanada, "die Siegespalme bei der Absurdität von Sanktionen gegen unser Land an sich zu reißen".

Gleichzeitig bemerkte der Vorsitzende des Duma-Ausschusses für Industrie und Handel, Wladimir Gutenew, dass die Versuche unfreundlicher Staaten, Russland Beschränkungen aufzuerlegen, in Moskau bereits jetzt auf absolute Gleichgültigkeit stoßen würden. "Man hat den Eindruck, dass sie in ihrem eigenen Saft kochen, rituelle Tänze aufführen und sich selbst den Ball zuspielen. Ich denke, wir sollten solche Schritte einfach ignorieren", erklärte er gegenüber RT.

Zu Beginn dieser Woche haben das Vereinigte Königreich und Japan ihre Sanktionsliste gegen Russland erweitert. London verhängte Beschränkungen gegen sieben natürliche und juristische Personen. Tokio seinerseits hat das Vermögen von 57 Personen und sechs Unternehmen aus Russland eingefroren. Zudem haben die japanischen Behörden Ausfuhrbeschränkungen gegen 65 russische und 25 weißrussische Unternehmen verhängt sowie eine Reihe von Dienstleistungen für Russland (Wirtschaftsprüfung, Unternehmensberatung und Treuhanddienste) und die Einfuhr von russischem Gold verboten.

Übersetzt aus dem Russischen.

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