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Erster Weihnachtsmarkt in Berlin abgesagt – Wie viele Veranstaltungen fallen Corona noch zum Opfer?

Erster Weihnachtsmarkt in Berlin abgesagt – Wie viele Veranstaltungen fallen Corona noch zum Opfer?
Der Weihnachtsmarkt am Gendarmenmarkt hätte in diesem Jahr zum 18. Mal stattfinden sollen.
Der Geschäftsführer des Weihnachtsmarktes am Gendarmenmarkt in Berlin schätzt den wirtschaftlichen Schaden der Absage auf 22 bis 25 Millionen Euro. Das Internationale Deutsche Turnfest in Leipzig wurde von den Veranstaltern gar auf 2025 verlegt.

von Julia Zube

Seit 17 Jahren gibt es den Weihnachtsmarkt am Gendarmenmarkt in Berlin. Im vergangenen Jahr hatten 900.000 Besucher aus nah und fern die einzigartige Atmosphäre genossen. 2020 ist – wieder einmal – alles anders. "Die Durchführung des Weihnachtsmarktes ist wegen der COVID-19-Entwicklung mit einem unkalkulierbaren gesundheitlichen und wirtschaftlichen Risiko verbunden. Über Wochen haben wir intensive Gespräche mit Vertretern des Bezirksamtes von Berlin-Mitte und dem Gesundheitsamt geführt, um verschiedenste Szenarien und Hygienekonzepte durchzuspielen, doch letztlich kamen wir auch angesichts der Fallzahlentwicklungen zu diesem traurigen Entschluss", sagte der Geschäftsführer der WeihnachtsZauber Gendarmenmarkt GmbH, Helmut Russ, im Interview mit der Welt.

Verluste in Millionenhöhe

Der Geschäftsführer schätzt den wirtschaftlichen Schaden auf 22 bis 25 Millionen Euro. Er bedauere, dass nun auch rund 120 Kunsthandwerker betroffen seien. Sie hätten wegen der Pandemie in diesem Jahr bislang fast gar nichts verkaufen können.

Das sollte der Rettungsanker für sie sein", sagte der Veranstalter der dpa.

Der Weihnachtsmarkt am Gendarmenmarkt ist nur eine von vielen Veranstaltungen, die der COVID-19-Pandemie zum Opfer fallen. Ebenso betroffen sind Buchmessen, Konzerte, Lesungen, Festivals sowie Sportveranstaltungen. Das Internationale Deutsche Turnfest vom 12. bis 16. Mai 2021 in Leipzig wurde bereits jetzt aufgrund der COVID-19-Pandemie abgesagt. Die Veranstaltung soll 2025 nachgeholt werden. Das teilten der Deutsche Turner-Bund (DTB) und Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) auf einer Video-Pressekonferenz mit.

Wir haben uns die Entscheidung alle miteinander nicht leicht gemacht. Aber wir müssen damit rechnen, dass sich die Fallzahlen bis Weihnachten weiter nach oben entwickeln werden", sagte Jung.

Vierjahresplan statt Spontanität

"Nach reiflicher Überlegung sind wir deshalb zu dem Ergebnis gekommen, dringend zu empfehlen, das Turnfest in dieser Form 2021 nicht durchzuführen."

Für die weltweit größte Wettkampf- und Breitensportveranstaltung lagen bereits 19.000 Anmeldungen vor. Auch eine verringerte Teilnehmerzahl sei keine Option gewesen, betonte Jung. 

Es war für uns als Stadt immer wichtig, ein berauschendes und großes Turnfest zu feiern. Wir können es nicht verantworten, so viele Menschen in unserer Stadt zu Gast zu haben", erklärte Leipzigs Oberbürgermeister.

"Es kommt nicht so oft vor, dass ein Turnfest abgesagt werden muss. Daher ist es auch für den Verband keine leichte Situation. Aber auch wir müssen unseren Beitrag zur Pandemie-Eindämmung leisten", sagte DTB-Präsident Alfons Hölzl. "Wir lösen damit viele Enttäuschungen aus. 19.000 Anmeldungen in so einem frühen Stadium sprechen eine eigene Sprache. Wir müssen diesen Leuten allen absagen und sie auf 2025 vertrösten."

Anstelle des Turnfestes sollen im kommenden Jahr in Leipzig Deutsche Meisterschaften in neun Sportarten ausgetragen werden. Dazu gehören unter anderem Geräteturnen, Rhythmische Sportgymnastik, Rhönrad und Trampolinturnen.

Musik von Festival bis Oper verstummt

Neben Sportveranstaltungen ächzt auch der musische Bereich unter der Pandemie: Die Chefin der Bayreuther Festspiele, Katharina Wagner, will auch kurzfristig auf die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie reagieren können.

Ich weiß nicht, welche Corona-Auflagen wir 2021 haben werden. Wir müssen extrem flexibel planen", sagte sie im Interview mit der Zeit.

Sie brauche dafür die Hilfe der Regisseure, die ihre Konzepte im Zweifel kurzfristig anpassen müssten. Die Festspiele planen das kommende Jahr mit Richard Wagners großen Chor-Opern. "Der Bayreuther Werkstattgedanke, die Sorgfalt, die wir auf jede Wiederaufnahme verwenden, das kommt uns in der Krise entgegen", sagte Wagner. "Denn anders als ein 'normaler' Opernbetrieb haben wir genug Probenzeit, um Veränderungen seriös umzusetzen."

Derweil bangen Festival- und Konzertbesucher um ihre gerade erst umgebuchten Tickets für die Saison 2021. Ob "Hurricane", "Rock am Ring" oder "Wacken". Die Veranstalter rotieren momentan bei den Gesprächen mit Künstlern, die ihre Alben quasi im "Homeoffice" fertiggestellt haben und sich nach einem Auftritt vor Publikum sehnen.

Dschungelcamp abgesagt

Und auch die Freunde der seichten Unterhaltung dürften demnächst "in die Röhre schauen": Bereits in den vergangenen Wochen gab es Gerüchte, dass die RTL-Sendung Ich bin ein Star, holt mich hier raus! wackeln könnte. Aufgrund der COVID-19-Pandemie war die Staffel schon von Australien nach Wales verlegt worden. Jetzt hat sich laut Bild der Sender RTL entschlossen, das Dschungelcamp auch dort abzusagen.

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