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Das erbärmliche Geschacher um Menschenleben

Das erbärmliche Geschacher um Menschenleben
Lieber wegsperren statt zu helfen? Europa verschließt seine Augen und diskutiert, während Kinder leiden.
Fast 13.000 Flüchtlinge in Moria blicken hoffnungsvoll nach Europa. Nur 400 dürfen vielleicht – eventuell – kommen. Das ist das glorreiche Ergebnis des zähen Ringens europäischer Staaten um einen gemeinsamen Konsens. Dabei geht es um Menschen – erbärmlich!

von Julia Zube

Fast 13.000 Flüchtlinge hielten sich vor dem Brand im Lager Moria auf der griechischen Insel Lesbos auf. Fast 13.000 Menschen haben jetzt nicht nur kein Zuhause mehr, sondern auch keine Zelte, Decken etc. Zu einer Zahl von 400 haben sich insgesamt zehn Staaten in Europa durchgerungen. Dieser Anzahl an Individuen soll die Chance auf ein menschenwürdiges Leben gewährt werden – sag mal, geht's noch? 400?!

Es ist bekannt, dass sich Deutschland nach Merkels mutiger Ansage "Wir schaffen das" einen Dreck um die Zustände auf Lesbos geschert hat. Zu groß war die Angst vor dem Verlust weiterer Wählerstimmen. Zu laut die Stimmen des ewiggestrigen bayerischen Heimatbeauftragten Seehofer. Dabei schien doch gerade die Kanzlerin diejenige gewesen zu sein, die sich – angesichts der Bilder ertrunkener Flüchtlingskinder an den Stränden Europas – als Einzige daran zu erinnern schien, wofür das "C" in ihrer Partei einst stand.

Doch obwohl Deutschland sonst führend darin ist, die moralische Wertekeule herauszuholen, tun sich jetzt Politiker schwer, den immer lauter werdenden Rufen ihrer Kommunen nachzugeben, angesichts der katastrophalen Lage doch nun endlich ein paar Menschen aus Moria aufzunehmen. "Wir haben Platz", skandieren Prominente, Bürgermeister und alle anderen, die von der rechten Meute als links-versiffte Gutmenschen betitelt werden. Die Erwiderung folgt prompt: "lieber Gutmensch als Nazi". Die Fronten sind verhärtet.

Kleiner Schmunzelmoment am Rande: Mit der deutschen Rechtschreibung stehen die Schreibtisch-Patrioten ja bekanntermaßen ohnehin auf Kriegsfuß, wie der jüngste Hashtag auf Twitter "Wirhabenkeinplatz" als Reaktion auf "WirhabenPlatz" deutlich macht:

Kleiner Tipp von mir: So ein Akkusativ rockt total. Es heißt: "Wir haben keinen Platz", ihr verblödeten herzlosen Kleingeister!

Aber von Deutschkenntnissen zu simpler Mathematik – und nichts anderes ist diese Überlegung: 400 Menschen auf mehr als 80 Millionen (Einwohnerzahl Deutschlands). 12.000 Menschen auf mehr als 80 Millionen? Ja, mein Gott, wen interessiert's? Das sind 0,01 Prozent. Ich wiederhole: 0,01 Prozent für besonders begriffsstutzige "WirhabenkeinPlatz"-Leute. Tangiert euch das so sehr, dass ihr Menschenleben dafür in Kauf nehmt? Ist euch das so egal? Das kann jeder selbst entscheiden, wenn er morgens in den Spiegel blickt.

Mehr zum Thema - Seehofer: Deutschland nimmt bis zu 150 "unbegleitete Kinder" aus Moria auf

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