Live: "Blei- und Uran-verpestet" - Aktivisten marschieren gegen NATO-Basis auf Sardinien

Live: "Blei- und Uran-verpestet" - Aktivisten marschieren gegen NATO-Basis auf Sardinien
Symbolbild
Italienische Anti-Kriegs-Aktivisten wollen heute zur NATO-Basis auf dem militärischem Sperrgebiet „Poligono di Quirra“ an der Ostküste Sardiniens marschieren. Sie wollen gemeinsam gegen die negativen gesundheitlichen Auswirkungen, wie Krebserkrankungen und Umweltverseuchung, durch den größten NATO-Truppenübungsplatz Europas protestieren. Wir übertragen den Protest live.

Auf dem Militärgelände befindet sich auch ein Raketenstartplatz. Anwohner und Aktivisten behaupten, dass unter ihnen und Militärangehörigen die Anzahl der Krebserkrankungen angestiegen sei. Landwirte und Hirten der Region klagen über missgebildete Tiere. Mehrere Jahre klagte und ermittelte die Staatsanwaltschaft der nächstgrößeren Ortschaft Lanusei gegen die Betreiber des 120 Quadratkilometer großen Truppenübungsplatzes wegen mutmaßlicher Umweltverschmutzung und vielfacher fahrlässiger Tötung.

Im Raum steht der Vorwurf, dass auf dem Gelände Waffentests mit Uran-Munition durchgeführt wurden. Erwiesen ist, dass bis zum Jahr 2003 über Tausende Milan-Panzerabwehrwaffen auf dem Gelände verschossen wurden. Diese enthalten radioaktives Thorium. Aber auch Schwermetalle, wie Blei und weitere schädliche Stoffe, wie abgereichertes Uran, werden auf dem Gelände vermutet. In Kadavern von Schafen wurden bereits Thorium und Uran nachgewiesen.

Zahlreiche Studien belegen einen massiven Anstieg an Krebserkrankungen und Fehlbildungen bei Mensch und Tier. Auch Rüstungsindustrien arbeiten auf dem Gelände. Für 50.000 Euro die Stunde oder 1,2 Millionen Euro pro Tag können sie den Platz mieten und ihre neuen Waffen testen. Was genau getestet wird oder im abgesperrten Bereich geschieht, ist geheim.

In diesem Bericht, ab Seite 32, gibt es ausführliche Informationen zu der Verseuchung des Gebiets und Erkrankungen von Mensch und Tier.