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Corona-Virus-Krise: Ökonomen drängen auf neue Maßnahmen zum Schutz der deutschen Wirtschaft

Corona-Virus-Krise: Ökonomen drängen auf neue Maßnahmen zum Schutz der deutschen Wirtschaft
Die deutsche Wirtschaft befindet sich in den Worten von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier angesichts der Corona-Epidemie in einer "ernsten" Lage. Es gebe "erhebliche" Auswirkungen, sagte der CDU-Politiker am Mittwoch in Berlin. Jetzt rieten führende deutsche Wirtschaftswissenschaftler der deutschen Regierung am Mittwoch auf einer Pressekonferenz in Berlin zu einem neuen und drastischen Ansatz, um die Wirtschaft vor den Auswirkungen des Corona-Virus-Ausbruchs zu schützen.

Gabriel Felbermayr, Präsident des Kieler Instituts für Weltwirtschaft, erklärte bei dem Treffen, dass Deutschland in diesem Jahr "mit Sicherheit eine Rezession" infolge des Virusausbruchs erleben werde, wobei er Italien und China als Beispiele nannte, wo dieser ökonomisch bereits spürbar geworden sei. Die Wirtschaftswissenschaftler schreiben ein Wachstum für dieses Jahr ab – und fordern mehr staatliche Hilfe für die Unternehmen.

Es geht abwärts: Die DAX-Kurve an der Frankfurter Börse am 11. März 2020

Derweil steigt auch die Sorge vor Lieferengpässen. Die Folgen der Corona-Virus-Pandemie werden Industrie- und Handelsvertretern zufolge in den nächsten Wochen verstärkt die deutsche Wirtschaft treffen. Besorgt ist auch die für Deutschland wichtige Autoindustrie. Eine Sprecherin von Audi etwa versicherte, derzeit laufe die Produktion an allen Standorten normal. "Es ist natürlich nicht abzusehen, wie sich die Lage mittelfristig – insbesondere mit Blick auf die Lieferkette – entwickeln wird."

Das Institut für Weltwirtschaft (IfW) rechnet in Deutschland wegen der Corona-Virus-Krise für das laufende Jahr inzwischen mit einem "harten Konjunktureinbruch". Die Forscher erwarten für 2020 laut Angaben vom Donnerstag einen Rückgang der Wirtschaftsleistung um 0,1 Prozent.

Ifo-Chef Clemens Fuest sagte, die Politik müsse nun umdenken und schnell handeln. Als Möglichkeiten nannte Fuest die Abkehr von der Schwarzen Null, Steuersenkungen oder Staatsbeteiligung an Unternehmen. Unabhängig von den Kosten habe die Stärkung des Gesundheitssystems jetzt oberste Priorität, heißt es in dem Papier weiter. Der Würzburger Ökonom Peter Bofinger sagte, zudem müsse eine Schieflage von Unternehmen und Banken verhindert werden. Der Staat sei finanzpolitisch voll handlungsfähig. Das Ziel eines ausgeglichenen Haushalts dürfe hier keine Bremse sein.

Mehr zum Thema – Weil vieles nicht in Deutschland produziert wird: Lieferengpässe bei Handel und Industrie

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