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"Zentrum für Politische Schönheit" entschuldigt sich für Holocaust-Asche-Aktion vor Bundestag

"Zentrum für Politische Schönheit" entschuldigt sich für Holocaust-Asche-Aktion vor Bundestag
Das "Zentrum für Politische Schönheit" hat sich mehrfach durch Schock-Aktionen einen Namen gemacht. Doch nun ging es mit seiner jüngsten Aktion offenbar zu weit, soweit, dass es sich selbst entschuldigt. Die Aktionskünstler wollen in Böden nahe ehemaliger Konzentrationslager Spuren menschlicher Asche gefunden haben, sammelten diese ein und stellten sie in Form eines Mahnmals vor dem Reichstag auf. Nun heißt es auf der Webseite: "Wir haben Fehler gemacht".

In der Stellungnahme heißt es:

Dennoch lag uns nichts ferner, als die religiösen und ethischen Gefühle von Überlebenden und Nachkommen der Getöteten zu verletzen. Wir wollen bei Betroffenen, Angehörigen und Hinterbliebenen aufrichtig um Entschuldigung bitten, die wir in ihren Gefühlen verletzt haben. Wir möchten insbesondere auch die jüdischen Institutionen, Verbände oder Einzelpersonen um Entschuldigung bitten, die durch unsere Arbeit die Totenruhe nach jüdischem Religionsrecht gestört oder angetastet sehen. [...] Wenn sich Menschen, auf deren Seite wir uns sehen und mit denen uns tiefe Sympathie verbindet, gegen uns Position beziehen, dann zeigt das, dass wir Fehler gemacht haben. Diese Fehler wollen wir jetzt korrigieren.

Die Aktivisten haben nun den durchsichtigen Teil der Säule, in dem die Erde mit den angeblich menschlichen Überresten zu sehen war, verhüllt, um "dem Eindruck der Zurschaustellung zu begegnen". Auch "weitere Gedenkorte wurden geschlossen", erklären die Künstler. 

Jüdische Organisationen hatten sich schockiert über die Aktion gezeigt, auch die Bundesregierung bezeichnete die Aktion als "außerordentlich pietätlos und geschichtsvergessen, sollte sich bewahrheiten, dass die Asche von Opfern verwendet wurde". 

Der Zentralrat der Juden twitterte

Die jüngste Aktion vom 'Zentrum für Politische Schönheit' ist aus jüdischer Sicht problematisch, weil sie gegen das jüdische Religionsgesetz der Totenruhe verstößt. Sollte es sich tatsächlich um Asche von Schoa-Opfern handeln, dann wurde die Totenruhe gestört.

Die orthodoxe Rabbiner-Konferenz richtete sich mit einem Schreiben an das umstrittene Künstler-Kollektiv und bot Hilfe bei der Beisetzung an: 

Nicht genug, dass Sie die Totenruhe von Opfern der Schoa stören und diese für ihre eigenen Zwecke missbrauchen, sind wir nun sehr besorgt, dass sie zum Ende ihrer 'Kunstaktion' nicht einmal gemäß der Halacha (jüdischen Gesetzen) ihre Ruhe finden können.

Das "Zentrum für Politische Schönheit" hat auch eine damit zusammenhängende Aktion gegen die AfD abgesagt. Als es seine Stahlsäule mit den menschlichen Überresten anpries, rief es zeitgleich zu einem Zapfenstreich gegen die AfD auf. 

Am 7. Dezember, 15 Uhr ist ganz Deutschland zu einem zivilgesellschaftlichen Zapfenstreich gegen die AfD eingeladen. Wir werden 'Nie wieder Auschwitz' neu schwören. 

Nun heißt es aber:

Wir sagen auch den für Samstag geplanten Zapfenstreich gegen die AfD, bei dem sich Menschen vor Ort treffen und der rechten Machtergreifung den Widerstand schwören sollten, schweren Herzens ab. Die Vorstellung, dass sich dort Menschen, die sonst auf einer Seite stehen, in Kundgebungen gegenüberstehen könnten, ist für uns nicht vorstellbar. 

Weiterhin fordert das Kollektiv, die Orte, die sie als Massengräber der NS-Zeit ermittelt haben, "wenigstens als solche zu deklarieren, zu markieren und zu schützen und speziell die Verantwortung der Bundesrepublik Deutschland, die bestehenden Gedenkstätten im In- und Ausland mit genug finanziellen Mitteln auszustatten, damit Sie ihre Aufgabe des Erinnerns und Mahnens nach besten Möglichkeiten erfüllen können".

Darüber hinaus ruft es zum Boykott "der Zusammenarbeit mit Parteien, die von Rechtsextremisten unterwandert sind" auf.

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