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Schüler machen auf "schrecklichen Zustand" in Schule aufmerksam – was dann folgt, ist unglaublich

Schüler machen auf "schrecklichen Zustand" in Schule aufmerksam – was dann folgt, ist unglaublich
Hier fällt nicht nur der Putz von der Decke, sondern es liegt augenscheinlich so einiges in der Grund- und Hauptschule in Groß Ilsede im Kreis Peine brach. Zwei Schüler fanden dies so ärgerlich, dass sie ein Video für YouTube drehten, um auf den Missstand in der Schule aufmerksam zu machen. Die Schulleitung würdigte jedoch den Einsatz der beiden Jungs in keinster Weise. Es folgten Sanktionen und ein Welle Blauer Briefe für alle, die sich mit der Aktion solidarisierten.

Bevor die beiden Jungen das Gebäude der Grund- und Hauptschule in Groß Ilsede betreten, warnt einer: "Ich will euch nur schon mal sagen. Da drinnen ist es schrecklich. Unsere Schule ist schrecklich!"

Es folgt ein Gang durch Räume, in denen der Putz bis aufs Gemäuer runter ist, Rohre und Kabel aus den Decken ragen und es runterbröselt. Dort hat auch der Sozialarbeiter der Schule, Dirk Grune, sein Büro. Die beiden Siebtklässler filmen auch ihn kurzzeitig und der dokumentierende Hauptschüler richtet sich an ihn: "Seit zwei Jahren ist das hier so, nä?"

Ein gutes Jahr, also seit eineinhalb Jahren ist das hier (zeigt auf die offenen Kabel an der Decke) ungefähr. 

Was dann geschehen sein soll, ist unglaublich. Zumindest berichtet die BILD, dass die Schulleitung Grune "nach 16 Jahren Arbeit an der Schule" rauswerfen will, weil er das Filmen der Schüler nicht verhindert habe. Der Sozialarbeiter gilt als sehr beliebt unter den Schülern, auch im Video duzen sie ihn, und er wirkt sehr freundlich. 

So ganz aus der Luft gegriffen scheint der angebliche Rauswurf zumindest nicht zu sein. Denn dies behaupten sowohl Eltern als auch Schüler, letztere organisierten sogar einen Protest, um sich solidarisch hinter "Dirk" zu stellen. Doch anstatt das couragierte Verhalten der Schüler zu würdigen, soll die Schulleitung an die Eltern der mit-demonstrierenden Schüler Blaue Briefe, also schriftliche Missbilligungen, geschickt haben. 

Es schaltete sich schließlich eine höhere Stelle ein: das niedersächsische Kultusministerium. Von dort aus hieß es laut übereinstimmenden Medienberichten, dass es keine Personalmaßnahmen gegen den Schulsozialarbeiter geben wird. 

Die niedersächsische Landesschulbehörde sprach laut dem regionalen Medium Peiner Nachrichten von einer angeblich "einvernehmlichen geregelten Versetzung an eine andere Schule" – eine geplante Zwangsversetzung sei nie vorgesehen gewesen. Das sieht Grune offenbar anders. Wie die Zeitung weiter berichtet, habe Roland Mainka vom Kreiselternrat des Landkreises Peine mit ihm persönlich gesprochen, und der Sozialarbeiter wolle an der Schule bleiben. 

Schulleiterin Corinna Hollinger beteuert, dass das Video nicht der maßgebliche Grund sei, sondern es gäbe seit geraumer Zeit "pädagogische Unstimmigkeiten" zwischen der Schulleitung und Dirk Grune. Auch verweist sie darauf, dass es ein Handyverbot an der Schule gibt, dass die Jungs nicht befolgt haben. Als trotz Gesprächen die Schüler protestierten und somit unentschuldigt vom Unterricht fehlten, seien Schreiben an die Eltern erfolgt. 

Seit Montag ist ein Mediator der Landesschulbehörde in der Schule im Einsatz. Er soll als neutraler Teilnehmer an einem runden Tisch zwischen den Streitparteien vermitteln. Roland Mainka fordert, dass der Kreiselternrat aktiv beteiligt und auch die Öffentlichkeit nicht ausgeschlossen wird.

Laut einem weiteren Bericht hatte Dennis Sieck, Sprecher der Landesschulbehörde in Lüneburg, die Schüleraktion verteidigt: 

Wir begrüßen es, wenn sich engagierte Schüler für ihre und die Belange anderer einsetzen – wir haben auch nichts dagegen, wenn Schüler sich Gehör verschaffen. [...] Auch die Auseinandersetzung mit der eigenen Schule in Form eines Videos ist an sich überhaupt nicht zu kritisieren. Ganz im Gegenteil: Das im Video dargestellte Anliegen, nicht länger auf einer Baustelle beschult zu werden, ist total nachvollziehbar und legitim.

Hintergrund des maroden Zustands der Schule sollen Brandschutz-Baumaßnahmen sein, die nun bis Frühjahr abgeschlossen werden sollen.

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