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Hongkong: Messerattacke auf Abgeordneten und Protest-Kritiker auf Video festgehalten

Hongkong: Messerattacke auf Abgeordneten und Protest-Kritiker auf Video festgehalten
Ein Hongkonger Abgeordneter, Junius Ho, der bei Hongkonger Anti-Regierungs-Demonstranten in Ungnade gefallen war, ist am Rande eines Wahlkampfauftrittes mit einem Messer angegriffen worden. Der Angreifer hatte sich zunächst als Unterstützer ausgegeben, den Politiker für dessen harte Arbeit gelobt, als er plötzlich ein Messer zückte. Der schockierende Überraschungsangriff wurde auf Video festgehalten.

Junius Ho gilt als Peking-treu und kandidiert derzeit für eine Position des Bezirksrates bei den anstehenden Wahlen. Im Rahmen seiner Kandidatur hatte er am Mittwoch einen Wahlkampfauftritt in der Hongkonger Stadt Tuen Mun. Wie das Video zeigt, trat dann ein Unbekannter an ihn heran, beginnt mit ihm zu plaudern, überreicht ihm einen Strauß Sonnenblumen und lobt ihn angeblich für dessen harte Arbeit. Dann bittet er den Politiker um ein Selfie, greift in seine Tasche und zückt plötzlich ein Messer, das er dem Abgeordneten in die Brust rammt. 

Umstehende reagieren geistesgegenwärtig und stürzen sich auf den Angreifer, unter anderem zwei Assistenten Junius Hos und der Abgeordnete selbst. Ho wurde überraschenderweise nicht schwer verletzt. Allerdings muss er sich laut einer Pressemitteilung seines Büros einer Operation unterziehen. Aus dem Krankenhaus, in dem er behandelt wird, hieß es, dass insgesamt vier Personen verletzt wurden – Ho, zwei seiner Assistenten und der Verdächtige.

Ho wurde zur Hassfigur der regierungsfeindlichen Bewegung, nachdem er sich in einem Video mit einer Gruppe Männer in weißen T-Shirts zeigte, denen er dankte und deren Hände er schüttelte. Diese hatten im Juli in einer Metro Demonstranten und Passagiere brutal angegriffen und über 40 Menschen verletzt. Der Abgeordnete bestritt jedoch jegliche Verbindung zu den Schlägern. 

Hongkong versinkt zusehends im Chaos zweier Fronten – des Staates und seiner Gegner. Seit Monaten kommt es in der chinesischen Sonderverwaltungszone zu schweren Krawallen, die Anti-Regierungs-Demonstranten auf die Straßen bringen. Neben unzähligen Angriffen auf Polizisten, öffentliches Eigentum und Geschäfte kam es auch zu Dutzenden Angriffen auf Personen, Parteigebäude und Politiker.

Erst vor wenigen Tagen war Andrew Chiu Ka-yin, ein Hongkonger Stadtrat, der politisch auf Seiten der Demonstranten steht, von einem Mann angegriffen worden, der ihm ein Teil seines Ohres abbiss. Der Mann hatte außerdem vier Menschen mit einem Messer verletzt. 

Ausgelöst wurden die Proteste Ende März durch ein Gesetzesvorhaben, das die Auslieferung mutmaßlicher Krimineller auf das chinesische Festland ermöglichen sollte. Angesichts der Proteste dagegen wurde das Vorhaben mittlerweile ganz aufgegeben beziehungsweise zurückgezogen. Die Proteste rissen jedoch nicht ab, sondern verwandelten sich in eine generelle Bewegung gegen die Politik Pekings, die viel Zuspruch aus westlichen Staaten – von Politikern und Medien – erhält. Deshalb werfen Regierungsvertreter besonders Großbritannien eine Einmischung in innere Angelegenheiten und Befeuerung von Unruhen vor. Medien würden hauptsächlich Bilder zeigen, die die Polizei in einem schlechten und die Demonstranten wiederum in einem guten Licht darstellen.

Die Protestbewegung hingegen hat mittlerweile eine Reihe von Forderungen aufgestellt, wie etwa den Rücktritt von Regierungschefin Carrie Lam, die Freilassung aller verhafteten Demonstranten, Untersuchungen zur Polizeibrutalität und Wahlreformen, und will bis zur Erfüllung ihrer Forderungen weiter auf die Straßen ziehen. 

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