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Epsteins Tod in Gefängniszelle schürt verschiedenste Theorien: Was bislang bekannt ist

Epsteins Tod in Gefängniszelle schürt verschiedenste Theorien: Was bislang bekannt ist
Der mutmaßliche Suizid des verurteilten Sexualstraftäters Jeffrey Epstein am Samstag löste prompt Anschuldigungen der Fahrlässigkeit im Gefängnis aus. Nicht wenige meinen sogar, dass Epstein, der Verbindungen in höchste Kreise hatte, ermordet wurde. Dies scheint wenig verwunderlich, angesichts der wenigen, verwirrenden Verlautbarungen sowie der brisanten Anschuldigungen gegen Epstein und damit auch gegen einige mächtige Freunde, die seinen Sexring genutzt haben sollen. Was ist bislang bekannt?

Offiziell bestätigt wurde, dass Epstein am Samstagmorgen um etwa 6:30 Uhr in seiner Zelle in der Spezialunterkunft des New Yorker Metropolitan Correctional Center tot aufgefunden worden sei. 

"Scheinbarer Selbstmord"

Lebensrettungsmaßnahmen sind "sofort von den Einsatzkräften eingeleitet" worden, und Epstein wurde in ein Krankenhaus gebracht, wo er für tot erklärt wurde, sagte das "Bureau of Prisons" am Samstag. Diese Behörde des Justizministeriums für die Verwaltung der Bundesgefängnisse nannte seinen Tod einen "scheinbaren Suizid", auch wenn die Untersuchung zu seinem Tod noch nicht abgeschlossen sei.

Leute, die angeblich mit der Untersuchung des Falles vertraut sind, sollen Medien erklärt haben, dass Epstein sich in seiner Zelle erhängt hatte, was allerdings nicht öffentlich bestätigt wurde.

Eine FBI-Untersuchung wurde ebenfalls eröffnet. Auch kündigte später noch der Justizminister William Barr eine Untersuchung seines Ministeriums zu Epsteins Tod an, den er bereits als "offensichtlichen Selbstmord" bezeichnete.

Der 66-Jährige, ein verurteilter Pädophiler, war seit seiner Verhaftung im vergangenen Monat im Gefängnis von New York wegen Kindersexhandel und Verschwörung festgehalten worden. Er plädierte auf "nicht schuldig" angesichts der Anklage, die bei Verurteilung mit einer Strafe von bis zu 45 Jahren Gefängnis belegt wäre.

Stand er bereits wegen Suizid-Gefahr unter spezieller Beobachtung im Gefängnis? 


Zum Zeitpunkt seines Todes hieß es noch, Epstein sei wegen Selbstmordgefährdung überwacht worden. Gemäß der Richtlinie des "Bureau of Prisons" sind Häftlinge, die unter Suizidüberwachung stehen, unter "direkter, kontinuierlicher Beobachtung" in einem Raum zu halten, der "jederzeit eine ungehinderte Sicht auf den Häftling" ermöglicht.

Epstein wurde angeblich unter dieser Aufsicht gehalten, nachdem er vor rund drei Wochen, am 23. Juli, halb bewusstlos auf dem Boden seiner Zelle mit Spuren an seinem Hals gefunden wurde.

Jetzt tauchte – im Netz und in den Medien – sofort die Frage auf, wie es möglich sei, dass ein Mann während permanenter Überwachung wegen Suizidgefahr einen Selbstmord begehen könnte?

Gemäß der BOP-Richtlinie darf die Zelle eines suizidgefährdeten Häftlings – neben der permanenten Überwachung – auch gar "keine Vorrichtungen oder architektonischen Merkmale aufweisen", die Selbstverletzungen ermöglichen würden, wie etwa Haken oder Kojen, an denen eine Schlinge festgemacht werden könnte.

Eine Quelle schilderte Reuters jedoch, dass Epstein seit seinem ersten mutmaßlichen Suizid-Versuch auch einige Zeit wieder aus der Suizidüberwachung herausgenommen worden sei.

Dafür sprechen auch Fotos, die von der New York Post veröffentlicht wurden. Sie zeigen, dass Epstein, der auf einer Trage ins Krankenhaus gebracht wurde, anstelle eines "Selbstmörder-Kittels" am Körper einen gewöhnlichen Standard-Gefängnisanzug trug, der normalerweise solchen gefährdeten Insassen nicht gegeben wird. Dort heißt es auch weiter, dass Epstein seit dem 29. Juli aus der speziellen Überwachung suizidgefährdeter Häftlinge herausgenommen worden sei, nachdem nachdem eine psychiatrische Untersuchung ergab, dass er nicht mehr Gefahr laufe, sich selbst zu verletzen.


Kamerafunktion gestört?

Unabhängig davon wird gesagt, dass die Häftlinge im MCC die ganze Nacht über alle 30 Minuten kontrolliert werden. Wenn die Wachen auf ihren Patrouillen unterwegs sind, würde eine Videoüberwachung normalerweise die übrigen Bereiche erfassen. Die BOP-Richtlinie schreibt allerdings weder eine Videoüberwachung der Zellen Selbstmordgefährdeter noch für die regulären Zellen vor.

Laut einem Bericht eines ehemaligen Al Qaida-Häftlings überwachen die MCC-Mitarbeiter jedoch Hochsicherheitszellen mit zwei Videokameras: eine über der Dusche und eine weitere über der Toilette oder dem Bett. Epstein war in genau diesem Hochsicherheitsbereich des Gefängnisses inhaftiert, berichtete eine Quelle der New York Times.

Darüber hinaus ergab ein kürzlich durchgeführtes BOP-Audit, dass Kameras "strategisch in der gesamten Institution platziert" und "ausreichend" sind, um die Sicherheit von Häftlingen und Personal zu gewährleisten.

In dem gestrigen Bericht der New York Post heißt es allerdings, dass kein Überwachungsvideo von Epsteins Tod existiere. Laut ihren Quellen gäbe es zwar Videokameras im Abschnitt des MCC, in dem Epstein am Freitagabend untergebracht war, aber davon erfasse keine das Innere der dortigen Zellen.

Am Samstag verbreitete sich jedoch schließlich wie ein Lauffeuer das Gerücht, dass jene Kameras, die angeblich Epstein überwachten, zum Zeitpunkt seines Todes auf mysteriöse Weise "gestört" gewesen seien. Dieses Gerücht lässt sich jedoch auf einen faktisch unbegründeten Tweet des Kommentators Michael Coudrey zurückverfolgen, der die Behauptung als Erster verbreitet hatte. Obwohl sich immer noch herausstellen könnte, dass es in der besagten Nacht tatsächlich eine "Kamerastörung" gab, ist diese Behauptung bisher kerineswegs verifiziert.

Was passiert als nächstes?

Epsteins Tod kam zu einem höchst verdächtigen Zeitpunkt, denn er ereignete sich nur einen Tag, nachdem Dokumente des Gerichts bekannt wurden, mit denen Epstein beschuldigt wurde, junge Mädchen für einige der mächtigsten und wohlhabendsten Männer der Welt beschafft zu haben, darunter der britische Prinz Andrew, der Milliardär-Investor Glenn Dubin, der ehemalige Gouverneur von New Mexico Bill Richardson und eine Reihe weiterer ausländischer Politiker und Geschäftsleute.

Epsteins Verbindungen zu Bill Clinton und Donald Trump feuern jetzt die politischen Lager in den USA an, eigene Theorien zu verbreiten, dass einerseits Trump oder andererseits die Clintons Epstein ermorden ließen.

Trump selbst retweete einen Tweet, in dem es heißt, dass im Clinton-Umfeld auf mysteriöse Weise Menschen mit Informationen über die Clintons sterben, meist durch "Suizid". Der Tweet war mit den Hashtags #ClintonVerbrecherFamilie und #ClintonBodyCount versehen.

Unter dem Hashtag #TrumpBodyCount heißt es, dass Trump besonderes Interesse an Epsteins Tod hatte. Und dass es schließlich sein Justizministerium war, das für Epsteins Schutz zuständig war.

Da Epstein bislang der einzige Angeklagte in dem sehr viel weiter reichenden Fall war, wird diese Spur nun im Sande verlaufen.

Allerdings hieß es von Regierungsseite, dass eine noch "laufende Untersuchung gegen unbelastete Personen" im Zusammenhang mit dem Fall Epstein durchgeführt würde. US-Staatsanwalt Geoffrey Berman bestätigte am Samstag, dass diese Untersuchung trotz Epsteins Tod fortgesetzt wird.

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