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Russland: Hunderte protestieren gegen Bau einer Kirche in Jekaterinburg

Russland: Hunderte protestieren gegen Bau einer Kirche in Jekaterinburg
Hunderte von Menschen sind gestern in einen Park in Jekaterinburg gezogen, um dort lauthals gegen den Bau einer einer orthodoxen Kirche zu protestieren. Ein Teil der wütenden Menge riss den Bauzaun nieder und warf Teile davon in einen nahegelegenen Fluss. Berichten zufolge wurden mindestens 23 Personen festgenommen und drei verletzt.

Die Demonstranten fordern die Erhaltung des Parks und der Grünflächen in der zentralrussischen Stadt. Es war bereits der zweite Tag, an dem es zu solchen Protesten gegen den seit Jahren umstrittenen Wiederaufbau der historischen Kirche in einer der größten Städte Russlands kam.

Jekaterinburg, die größte Stadt im Ural, ist nach Katharina von Alexandrien benannt, die eine der bekanntesten Heiligen aus der Frühzeit des Christentums ist. Eine Kirche, die ihrem Namen gewidmet war, wurde 1723 im Gründungsjahr der Stadt errichtet und stand dort bis 1930, als sie auf Betreiben sowjetischer Behörden abgerissen wurde, um dort einen öffentlichen Platz zu gestalten.

Die russisch-orthodoxe Kirche fordert seit den 1990ern, dass die Kirche dort wieder aufgebaut wird. Allerdings lehnten viele Bewohner die Pläne für den Wiederaufbau der Kathedrale ab. Der Standort für die geplante Kirche wurde zweimal geändert, bevor die städtischen Behörden schließlich den Bau in einem kleinen Park im Zentrum von Jekaterinburg am Ufer der Iset genehmigten. Dieser Park steht nun im Mittelpunkt der Auseinandersetzungen.

Hier, wo der Bauzaun gezogen wurde, sei ein beliebter Treffpunkt, erklärten die Demonstranten. Sie wollen das Gelände als Park verteidigen. Zu Tausenden sollen gestern die Baugegner dort aufgekreuzt sein. Sie riefen Slogans wie: "Scheiß auf die Kirche!"

Zuvor sollen Gespräche zwischen Befürwortern und Gegnern des Wiederaufbaus gescheitert sein. Diese Gespräche seien vom Gouverneur des Gebiets Swerdlowsk, Jewgeni Kujawaschew, moderiert worden und dauerten in seinem Büro zweieinhalb Stunden.

Verteidiger des Parks beschuldigten ihre Gegner, sich zu weigern, ihre Meinung überhaupt anzuhören. Außerdem beklagten sie, dass sie ihnen keine rechtliche Möglichkeit eingeräumt war, den Bau zu stoppen. Die Befürworter des Projekts sagten, sie hätten neun Jahre lang nach einer Kompromisslösung gesucht und dass die Demonstranten die Situation absichtlich eskalieren würden, um der Stadt den Willen einer kleinen Minderheit aufzuzwingen. Ein Priester verglich die Handlungen der Demonstranten gar mit Terrorismus.

Der Bau soll bis 2023 fertiggestellt sein, noch rechtzeitig zum 300. Jahrestag der Gründung von Jekaterinburg.

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