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Ehemaliges deutsches IS-Mitglied erinnert sich an sein Leben im "Kalifat"

Ehemaliges deutsches IS-Mitglied erinnert sich an sein Leben im "Kalifat"
Der deutsche Staatsbürger Lukas Glass schildert in einem Exklusivinterview, das in einem Gefangenenlager für ehemalige IS-Mitglieder in der Nähe von Qamischli in der syrischen Region Dschazira aufgenommen wurde, an seine Geschichte, wie er Mitglied des so genannten Islamischen Staates wurde, seine Heimat verließ, um im selbsternannten Kalifat in Syrien zu leben.

Der 23-jährige Glass, der ursprünglich aus Dortmund stammt, konvertierte im Alter von 15 Jahren zum Islam.

Seit meinem zwölften Lebensjahr denke ich viel über den Sinn des Lebens nach, was nach dem Tod passiert, warum Gott uns erschaffen hat etc. Und ich habe die Antworten darauf im Islam, im Koran gefunden. Ich bin im Alter von 15 Jahren zum Islam übergetreten", sagte Glass.

Glass heiratete seine Frau, die ebenfalls zum Islam konvertierte, im Juni 2014. Nur einen Monat später begannen sie mithilfe eines "Schmugglers" ihre Reise über die Türkei nach Syrien. Ihre beiden Kinder wurden in Syrien geboren.

In Syrien angekommen, ließ Glass seine Frau in Al-Rai zurück und wurde zusammen mit etwa 400 anderen Ausländern in ein "Sharia-Trainingslager" bei Raqqa gebracht. Die Beinverletzung, die er aus Deutschland mitbrachte, begann sich während des Aufenthalts in Raqqa zu verschlimmern, sodass er sich in Manbidsch operieren ließ.

Auf die Frage nach seiner Beschäftigung im Islamischen Staat erklärte Glass, dass er, während er einer bewaffneten Brigade im nördlichen ländlichen Aleppo zugeteilt wurde, aufgrund seiner Verletzung damals an Krücken ging, also vom Kampfdienst verschont blieb und stattdessen als Sicherheitsmann arbeitete und Checkpoints bemannte.

Glass arbeitete in dieser Brigade "eineinhalb Jahre lang", aber als die Freie Syrische Armee anfing, Gebiete im nördlichen ländlichen Aleppo anzugreifen, wurde sein Antrag auf Verlegung angenommen, und er wurde in eine Polizeistation nach Raqqa geschickt.

Glass erklärte, dass sein Leben in Raqqa "sehr normal" war.

Ich ging zur Arbeit und kam abends nach Hause.

In Raqqa begann Glass, seine Loyalität gegenüber dem so genannten islamischen Staat in Frage zu stellen, nachdem er Dinge gesehen hatte, "die der IS getan hatte", von dem er nicht überzeugt war, dass sie nach dem Islam erlaubt sind, wie z.B. Menschen bei lebendigem Leib zu verbrennen und Selbstmordattentate gegen Zivilisten in Frankreich und den Vereinigten Staaten.

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Glass erinnerte sich dann daran, wie er Zeuge wurde, wie ein Mann enthauptet wurde, dem die IS-Autoritäten vorgeworfen hatten, "mit dem syrischen Regime zu kooperieren" und einen GPS-Sender in al-Bab platziert zu haben, was angeblich etwa 500 Menschen das Leben gekostet haben soll.

Nach etwa drei Monaten Arbeit auf der Polizeistation in Raqqa entschied sich Glass für die Trennung vom IS.

Mir wurde klar, dass der sogenannte Islamische Staat nicht so islamisch war, wie er behauptete", fügte Glass hinzu.

Er sagte, dass er versuchte, das Territorium des IS zu verlassen, dass es aber "aus verschiedenen Gründen" nie geklappt hat. Stattdessen zog er sich nach Abu-Kamal zurück, um ein ziviles Leben zu führen, und als der IS begann, sich weiter zurückzuziehen, zog er weiter nach Hajeen und danach nach Sousa, bevor er sich den Syrisch-Demokratischen Kräften (SDF) ergab.

Natürlich war es für mich keine Option, mich dem syrischen Regime oder der irakischen Armee zu stellen. Jeder weiß, dass man gefoltert wird, bis man dort stirbt. Die einzige Möglichkeit, die ich hatte, war, mich den SDF zu stellen", sagte Glass.

Glass behauptete, dass der Islam, den er in Deutschland und später im IS-Gebiet kennenlernte, kein "echter" Islam sei, und fügte hinzu:

Ich habe den Islam nur durch Videos von Terrororganisationen kennenlernt.

Glass sagte über seine Zukunft, er hoffe, dass er und seine Familie nach Deutschland zurückkehren und ein normales Leben führen können, Er glaube, "wenn sie es uns erlauben, in unsere Heimat zurückzukehren und uns mit der höchsten Strafe bestrafen" und möglicherweise die zurückkehrenden Familien von ihren Kindern trennen, könne dies zu einer weiteren Radikalisierung führen.

Jeder Mensch macht Fehler. Der Fehler, den wir gemacht haben, kann leider nicht rückgängig gemacht werden. Wir werden für den Fehler bestraft, den wir gemacht haben – wir verdienen es, für den Fehler bestraft zu werden, den wir gemacht haben. Ich hoffe, dass meine Frau, meine Kinder und ich nach Hause zurückkehren können und dass unsere Familien unsere Kinder endlich kennenlernen können", fügte Glass hinzu.

Ruptly konnte die Authentizität von Glass' Aussagen nicht überprüfen, und seine Darstellung gibt nur eine ganz persönliche Sicht auf die Ereignisse wieder.

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