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Protest-Berichte aus dem Büro? Reporter bleiben in Redaktion, weil Gelbwesten Kollegen jagten

Protest-Berichte aus dem Büro? Reporter bleiben in Redaktion, weil Gelbwesten Kollegen jagten
Journalisten des französischen Fernsehsenders BFMTV haben über die Gelbwesten-Proteste lieber aus dem Büro berichtet, nachdem ein Kamerateam bei den Protesten angegriffen wurde. Die Demonstranten sagen, dass BFMTV "Fake News" verbreite.

Am achten aufeinander folgenden Wochenende der Gelbwesten-Proteste gegen die französische Regierung wurden drei BFMTV-Journalisten und ihr Sicherheitspersonal durch die Straßen von Rouen gejagt.

Einer der angegriffenen Journalisten erzählte Le Parisien anschließend, dass die Menge sich gegen das Team aufbrachte, nachdem ein Kameramann versuchte, das Banner eines Demonstranten zu filmen.

"30 Leute haben sich gegen uns gestellt", sagte der Reporter. "Sie warfen Eier auf uns und beleidigten uns. Wir konnten uns nur schwerlich in Sicherheit bringen, weil einige Demonstranten die Straße mit Mülltonnen versperrt hatten."

Videomaterial der fliehenden Journalisten verbreitete sich rasant in sozialen Medien. Andere Journalisten verteidigen das Journalisten-Team.

"Der fragliche Reporter ist ein Freund, der jedes Wochenende für ein Gehalt arbeitet, das knapp über dem Mindestlohn liegt. Schande über die Gelbwesten", schrieb Anne-Sophie Faivre Le Cadre von AFP.


Nach dem Vorfall beschloss eine Gruppe von Journalisten innerhalb des BFMTV aus Protest, am Montag ihre Kameras niederzulegen und einen freien Tag zu nehmen, beziehungsweise nicht über die Gelbwesten zu berichten und so gewissermaßen eine Protestaktion gegen die Gewalt gegenüber Journalisten zu veranstalten.

"Es ist inakzeptabel und feige in einer Demokratie, Journalisten im Rahmen ihrer Arbeit anzugreifen", heißt es in einer Erklärung ihrer Gewerkschaft, die dann die Demonstranten aufforderte, sich "von den Rüpeln zu distanzieren, für die die Pressefreiheit offenbar nicht viel bedeutet".

Die Weigerung, am Montag zu arbeiten, bedeutet nicht, dass BFMTV überhaupt keine Gelbwesten-bezogenen Inhalte produziert. Anstatt auf die Straße zu gehen, produzieren die Journalisten des Netzwerks Inhalte aus ihrem Büro heraus, sicher vor Belästigung und Eierwerfern.

Vertreter der Gelben Westen und ihre Sympathisanten beschuldigen den Sender, Videos so zu bearbeiten, dass Demonstranten in einem schlechten Licht dastehen und auch die Größe von Straßendemonstrationen herunterzuspielen.


Die Gelbwesten-Proteste – bezugnehmend auf die gelben Warnwesten, die alle französischen Autofahrer in ihren Fahrzeugen haben müssen und von den Protestteilnehmer als Kennzeichen getragen werden – haben sich im November vom Widerstand gegen die geplanten Kraftstoffsteuererhöhungen zu einer landesweiten Demonstration gegen Präsident Macron und seine Politik entwickelt. Trotz der Rücknahme der Kraftstoffsteuererhöhung und einiger versöhnlicher Gesten der Regierung Macron wollen die Demonstranten weiter auf die Straßen ziehen, bis Macron zurücktritt und den Bürgern mehr Rechte eingeräumt werden.

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