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Chemnitz: „Merkel kommt zu spät“ - "Hau ab"-Chor und Lieder gegen Besuch der Bundeskanzlerin

Chemnitz: „Merkel kommt zu spät“ - "Hau ab"-Chor und Lieder gegen Besuch der Bundeskanzlerin
Fast drei Monate nachdem Daniel H. in Chemnitz, vermutlich von Asylbewerbern, erstochen wurde und die Stadt der Protestmittelpunkt Deutschlands gegen die Asylpolitik der Bundesregierung wurde, kam Bundeskanzlerin Merkel zum "Bürgerdialog" zu Besuch. Ihre Ankunft löste erneut Proteste, unter anderem von der Bürgerbewegung „Pro Chemnitz“, aus. „Sie kommt zu spät“, lautet dort nur einer der Vorwürfe.

Gegen 14:00 Uhr protestierten zunächst linke Gruppierungen unter den Mottos „Chemnitz nazifrei“ und „Aufstehen gegen Rassismus“. Beide verliefen störungsfrei. Rund zwei Stunden später begannen die migrationskritische, rechts-gerichtete Bewegung „Pegida Chemnitz Westsachsen“ und wenig später jene von Pro Chemnitz mit ihren Demonstrationen.

Auf der Facebook-Seite von Pro Chemnitz heißt es: „Merkels Abschiedstour beginnt! Angela Merkel kommt nach Chemnitz und wir werden sie feierlich verabschieden. Wir müssen geschlossen zeigen, was wir von ihrer Politik halten.“

Einer der Protestler, der extra aus Prag angereist war, sagte, dass in seinem Land die Bundeskanzlerin zunächst hoch angesehen wurde, aber mittlerweile sei „das ganz anders“. Außerdem käme sie viel zu spät und habe einen Fehler gemacht, als sie die Protestler als Rassisten bezeichnete. Er glaube, dass diese nur einen ganz kleinen Teil unter den protestierenden Menschen ausmachten. Er frage sich zudem, ob die Kanzlerin auch mit ihnen, den Protestlern sprechen würde.

Merkel hatte über ihren Sprecher damals mitgeteilt: „Solche Zusammenrottungen, Hetzjagden auf Menschen anderen Aussehens, anderer Herkunft oder Versuche, Hass auf unseren Straßen zu verbreiten, nehmen wir nicht hin“.


Damit hatte sie auf ein umstrittenes 19-sekündiges Video reagiert, das eine Gruppe namens Antifa-Zeckenbiss veröffentlicht hatte und das beweisen sollte, dass es in Chemnitz durch Protestler fremdenfeindliche Hetzjagden gegeben hat. Der damalige Präsident des Bundesamts für Verfassungsschutz, Hans-Georg Maaßen, hatte dessen Beweiskraft infrage gestellt und deshalb sein Amt abgeben müssen.  

Laut Polizeiangaben gingen am Freitag erneut 2.500 Menschen unter dem Motto „Pro Chemnitz“ und gegen die Politik der Bundeskanzlerin auf die Straße, während diese in der Hartmannfabrik bei einem von der „Freien Presse“ organisierten Dialogforum mit ausgewählten Lesern sprach. Dort erklärte sie, dass sie bewusst erst jetzt käme, nachdem sich die aufgewühlte Lage beruhigt habe. Sie verstehe die Aufregung vieler Menschen, meinte sie. Diese könne aber Gewalt nicht legitimieren.


Draußen, bei den Merkel-Gegnern, singt man währenddessen: „Merkel hat das Land gestohlen, gib es wieder her. Sonst wird dich der Sachse holen, mit dem Luftgwehr.“

Zu ihnen kam die Bundeskanzlerin, wie zu erwarten, nicht. Als ihre Wagenkolonne davon rauscht, schreit ihr die Menge im Chor entgegen: "Hau ab!"

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