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"No Camera!" - Russische Polizei nimmt mit Aktivisten mutmaßlichen Zwangsprostitutionsring hoch

"No Camera!" - Russische Polizei nimmt mit Aktivisten mutmaßlichen Zwangsprostitutionsring hoch
Die russische Wohltätigkeitsorganisation Alternativa arbeitete zusammen mit der Polizei und US-Aktivisten von "Exodus Cry" am 18. Juli daran, bei einer Razzia einen mutmaßlichen Prostitutionsring in Moskau hochzunehmen und so mehrere Frauen vor der Zwangsprostitution zu retten, wie die Aufnahmen zeigen.

Um Zugang zu den Frauen zu erhalten, die alle aus afrikanischen Ländern stammen, waren Freiwillige als potenzielle Kunden verdeckt in deren Hotelzimmer gegangen. Im Gespräch mit den Frauen versuchten die Freiwilligen, die Adressen der Wohnungen, in denen sie untergebracht sind, sowie die Namen ihrer Zuhälter herauszufinden oder baten sie, heimlich Gespräche mit der "Madame" aufzuzeichnen. Von Dutzenden von angeblichen Sexsklaven hat nur eine, Ella, zugestimmt, mitzumachen. Aktivisten sagen, die anderen lehnten aus Angst ab.

Die Exodus-Cry-Aktivistin Helen Taylor beschreibt das Geschäft der Zuhälter folgendermaßen:

"Die Madame behält alle ihre Pässe. […] Und sie alle glauben, dass sie 50.000 Dollar an die Madame zurückzahlen müssen, bevor sie sie gehen lässt. Ein Mädchen war seit fast drei Jahren hier, [sie] hat ihre Schulden noch nicht zurückgezahlt. Sie denkt, dass sie vielleicht schon halb fertig ist. Das impliziert, dass diese Frauen diese Mädchen jahrelang hier behalten können, fünf bis sechs, vielleicht noch mehr Jahre - mit diesem Eindruck, mit dieser Lüge in ihrem Kopf, dass sie diese Schulden zurückzahlen müssen."

Die Aufnahmen zeigen neun Frauen aus Nigeria und Ghana, die zusammen mit der verdächtigen "Madame" und deren Mann aus der Wohnung begleitet werden. Das Paar zeigte sich gegenüber der Polizei und den Journalisten sehr feindselig, indem es sich weigerte, Aussagen zu machen und gegen die Kamera schimpfte.

Nachdem sie zu einer Polizeistation gebracht worden waren, leugneten die befreiten Frauen jegliche Beteiligung an Prostitution oder Sexsklaverei und sagten, dass sie alle nach Russland gekommen wären, um WM-Spiele anzusehen, aber keinen Platz zum Bleiben gefunden hätten. Deshalb hätten sie die Einladung angenommen, in der Wohnung zu bleiben.

Laut Helen Taylor ist der Grund für ihre Aussagen die Angst. "Diese Mädchen glauben, dass ihre Madame Gott ist. […] Sie glauben an all diese Lügen, und sie glauben, wenn sie versuchen, wegzulaufen, ohne die 50.000 Dollar zurückzuzahlen, werden sie unter einem Fluch stehen, sie würden sterben und ihre ganze Familie auch."

Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) der Vereinten Nationen hat in den letzten drei Jahren die Anzahl von potenziellen Opfern von Sexhandel auf dem Seeweg nach Europa um 600 Prozent zugenommen. Die Mehrheit kommt aus Nigeria.

Trotz der Bemühungen der afrikanischen Staaten, den Sexhandel infolge extremer Armut und mangelnder Bildung zu stoppen, fallen junge Frauen in die Hände von illegalen Menschenschmugglern. Nach Angaben der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) sind weltweit mindestens 21 Millionen Menschen der Zwangsarbeit ausgesetzt. Rund 4,5 Millionen von ihnen sind Opfer sexueller Ausbeutung.

Nigeria zählt als wichtigstes Herkunftsland für Zwangsprostitution in die EU, das nicht in der EU liegt. Junge Afrikanerinnen werden mit der Hoffnung auf ein besseres Leben und um Geld für ihre Familien in der Heimat zu verdienen, von Menschenhändlern nach Europa verschifft und dann zur Prostitution gezwungen, um horrende Summen an ihre Händler "zurückzuzahlen", die sie ihnen angeblich für die "Überfahrt" schulden. Laut dem Bundesamt für Asyl und Migration stammen die Frauen überwiegend aus dem Bundesstaat Edo. Das Bundeskriminalamt glaubt, dass neun von zehn Nigerianerinnen, die seit 2015 übers Mittelmeer gekommen waren, für die Zwangsprostition bestimmt waren.

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