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Wortgefecht zwischen Le Pen und Macron-Lager nach Video von prügelndem Macron-Leibwächter

Wortgefecht zwischen Le Pen und Macron-Lager nach Video von prügelndem Macron-Leibwächter
Der französische Präsident Emmanuel Macron steht unter massivem Druck, nachdem einer seiner Leibwächter dabei gefilmt worden ist, wie er einen demonstrierenden Studenten verprügelt hat. Hinzu kommt, dass er einen Polizeihelm trug, obwohl er kein Polizist ist. Alexandre Benalla war der Sicherheitschef des Präsidenten und soll am selben Tag außerdem eine Frau am Hals gepackt und sie auf offener Straße angegriffen haben.

Der Vorfall ereignete sich bei einer Kundgebung gegen die Regierung am 1. Mai. Zu keinem während des Filmmaterials erkennbaren Zeitpunkt hat die Polizei Benallas Aktionen unterbunden. Der Vorfall wurde erst letzte Woche bekannt, nachdem Le Monde die Aufnahmen veröffentlicht hatte. Die Pariser Staatsanwaltschaft leitete gestern ein Verfahren ein. Macron selbst schwieg vier Tage lang und wird nun massiv kritisiert.

Die rechte und migrationskritische Politikerin Marine Le Pen lieferte sich wegen des Vorfalls bereits am Samstag in der französischen Nationalversammlung in Paris eine verbale Auseinandersetzung mit dem Macron-Vertrauten und Staatssekretär für parlamentarische Beziehungen Christophe Castaner.

Le Pen kritisierte Castaner dafür, dass er lieber mit Journalisten sprach, statt im Plenarsaal zu sein, in dem der Fall Benalla diskutiert wurde. Auch das Schweigen aus dem Macron-Lager griff sie scharf an.

"Die Höflichkeit verlangt, dass Sie im Plenarsaal sitzen und sich zu dem monströsen Staatsskandal äußern", sagte Le Pen zu Castaner. "Seit heute Morgen halten Sie sich bedeckt. Haben Sie sich etwas vorzuwerfen?"

Castaner antwortete, dass er bereit sei, im Falle einer Anfrage des Untersuchungsausschusses auszusagen. "Sie werden Sie nicht herbeirufen, weil sie Sie nicht herbeirufen wollen. Ihre Freunde von En Marche schützen Sie, wie sie die Hooligans geschützt haben, die Herr Benalla und Herr Crase sind", sagte Le Pen.

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Am Freitag wurde Benalla gefeuert und festgenommen, nachdem das Video veröffentlicht wurde. Er wird wegen Körperverletzung und Amtsanmaßung angeklagt.

Aus Paris hieß es, Benalla habe den Polizeieinsatz eigentlich nur als Beobachter begleiten wollen, was ihm genehmigt worden sei. Nachdem man von seinem Fehlverhalten erfuhr, sei er sofort versetzt worden.

Dass aber die Staatsanwaltschaft lange nicht informiert wurde, sorgt neben dem Vorfall an sich für heftige Kritik. Die Opposition wirft der Regierung Verschleierung vor. Ein weiterer Mitarbeiter von Macrons Partei "La République en Marche", Vincent Crase, wurde in Polizeigewahrsam genommen. Auch er soll seine Befugnisse während des besagten Protests überschritten haben. Auch drei Polizisten müssen sich in dem Zusammenhang vor Gericht verantworten, weil ihnen vorgeworfen wird, Banalla Videoaufnahmen von Überwachungskameras, die mit der Attacke in Zusammenhang stehen, beschafft zu haben. Erst gestern erklärte Macrons Sprecher Benjamin Griveaux, dass der französische Präsident das Verhalten inakzeptabel und schockierend finde. Für viele kam diese Äußerung zu spät. Nicht nur Marine Le Pen spricht bereits von einer Staatskrise.

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