Deutsches Rettungsschiff "Lifeline" ankert nach Tagen des Umhertreibens auf dem Meer in Malta

Deutsches Rettungsschiff "Lifeline" ankert nach Tagen des Umhertreibens auf dem Meer in Malta
Das humanitäre Rettungsschiff, das fünf Tage lang auf See gestrandet war und mehr als 200 Migranten, darunter fünf Kinder, an Bord hatte, durfte am Mittwoch in den maltesischen Hafen von Valetta einlaufen. Der maltesische Premierminister Joseph Muscat hatte zuvor erklärt, dass das Schiff Lifeline die Erlaubnis habe, einen sicheren Hafen in Malta zu erreichen.

Zuvor hatten auch sieben weitere europäische Länder eine Vereinbarung getroffen, diejenigen Passagiere aufzunehmen, denen ein Flüchtlingsstatus zuerkannt wird.

Die deutsche Nichtregierungsorganisation Mission Lifeline ist Eigentümerin des Bootes, das nach ihr selbst benannt ist und das für den Transport der Passagiere zuständig war. Bei der Ankunft des Schiffes versammelten sich die Migranten auf dem Deck in orangenen Schwimmwesten, als dieses unter der Eskorte eines maltesischen Patrouillenbootes am Hafen anlegte. Nach und nach wurden Asylsuchende von Beamten und medizinischem Personal in weißen Overalls vom Rettungsschiff an Land gebracht.

Das Schiff hatte auch in Deutschland eine Debatte ausgelöst. Fünf Bundesländer hatten sich bereit erklärt, Menschen von dem Schiff aufzunehmen. Innenminister Horst Seehofer sah allerdings keinen Handlungsbedarf, da bereits mehrere Länder einen Ankerplatz in Aussicht gestellt hatten. Zudem würde er für eine Aufnahme Bedingungen stellen und zwar, dass das Schiff festgesetzt würde, damit es nicht weiterhin in der Lage wäre, Menschen von der libyschen Küste nach Europa zu "shutteln". Medienberichten zufolge soll er in einer nicht öffentlichen Sitzung gefordert haben, dass gegen die Crew des Schiffes ermittelt werde.

Der italienische Innenminister Matteo Salvini hatte das Schiff zuvor als illegal bezeichnet, da es sich unter unbekannter Flagge in fremden Gewässern aufhalte und die Anweisungen der zuständigen Länder zu missachten. "Dieses Schiff [fährt] mit einer unbekannten Flagge in den Gewässern einer anderen und ignoriert die Signale sowohl der libyschen als auch der italienischen Küstenwache, also wie ein Verbrecherboot agiert. Für mich sollte es überall dort, wo es anlegt, beschlagnahmt und die Besatzung verhaftet werden, genau das sollte in einem zivilisierten Land geschehen."

Auch Salvini erklärte die Überfahrten, die Nichtregierungsorganisationen Migranten nach Europa ermöglichen als illegal und Menschenhandel. Diesem wolle er ein Ende setzen und somit auch dem Ertrinken im Mittelmeer. Er erklärte deshalb, dass Italien seine Häfen für NGO-Schiffe mit Migranten schließen werde und nicht länger „Europas Flüchtlingscamp“ sein.

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