Türken stören kurdische Proteste gegen Erdogans Offensive in Syrien

Türken stören kurdische Proteste gegen Erdogans Offensive in Syrien
Nach Angaben der Berliner Polizei marschierten am Samstag rund 600 kurdische Aktivisten unter dem Motto "World Afrin Day" gegen die türkische "Olivenzweig"-Militäroperation in Syrien durch die deutsche Hauptstadt. Mehrfach kam es entlang der Protestroute zu angespannten Situationen, als türkische Erdogan-Anhänger aus ihren Wohnungen heraus Fahnen schwenkten.

Kurzzeitig kam es zu Zusammenstößen am Rande des Protests in Kreuzberg, einem Stadtteil mit einem großen Anteil türkischer Einwanderer in der Bevölkerung. Ein weiterer Zwischenfall ereignete sich, als ein türkischer Jugendlicher versuchte, den Protest zu stören.

Die Demonstranten hielten kurdische Fahnen hoch und sangen Lieder gegen die türkische Militärintervention in Afrin. Sie forderten den Rückzug des türkischen Militärs, indem sie Slogans wie "Deutsches Geld raus aus Afrin" und "Erdogan Faschist" skandierten. Der türkische Präsident kündigte nun an, das die Militäroperation auf weitere Städte Syriens und sogar in den Irak ausgeweitet würde, genauer genommen auf jene Gebiete, in denen die Kurden die Mehrheit stellen und kurdische Milizen die Kontrolle haben. Die Türkei sieht in den Milizen Ableger der in vielen Ländern verbotenen "Kurdischen Arbeiterpartei" (PKK).

Die Türkei hatte am 20. Januar mithilfe der als islamistisch geltenden FSA eine Offensive auf Afrin gestartet. Mittlerweile verkündete die Türkei, die Kontrolle über die Stadt erlangt zu haben.

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