Wegen türkischer Offensive in Afrin? Brandanschläge auf Moscheen in Berlin und Heilbronn

Wegen türkischer Offensive in Afrin? Brandanschläge auf Moscheen in Berlin und Heilbronn
In den Nächten auf Samstag und Sonntag sind in Deutschland Brandanschläge auf Moscheen verübt worden. Von dem ersten Anschlag am frühen Samstagmorgen in Lauffen im baden-württembergischen Landkreis Heilbronn wurde auf der linksextremistischen Seite indymedia ein Video veröffentlicht. Es zeigt mutmaßlich junge Männer, die Molotowcocktails auf das Gebäude der Islamischen Gemeinschaft Milli Görüs (IGMG) schmeißen.

In der Nachricht dazu heißt es: "In der Nacht wurde ein Verein von türkischen Faschisten (Graue Wölfe, AKP, CHP, was auch immer) mit Molotows beworfen. Die Aktion war eine Racheaktion für die Angriffe des türkischen Staates und seiner Besatzerarmee, die Afrin angreifen. Sie greifen dort das Projekt der Demokratischen Selbstverwaltung an, in dem KurdInnen, AraberInnen, ArmenierInnen, AssyrerInnen, Menschen verschiedener Religionen (Islam, Christentum, Judentum, Ezidentum) zusammenleben und versuchen, eine Alternative zum Nationalstaat zu etablieren. Der Angriff von Erdohitler ist ein Angriff auf alle Menschen, die ein freies, selbstbestimmtes Leben leben wollen. Es ist ein Angriff auf uns alle, der von uns allen beantwortet werden muss. Mit Aktionen. Alles andere macht offensichtlich keinen Sinn. Auch auf Indy haben verschiedene Gruppen zu Aktionen aufgerufen oder ihre Aktionen geteilt. Also schließt euch an, macht was, Gründe gibt es, wie schon so oft gesagt, genug."

In der Nacht zu Sonntag brannte dann eine DITIB-Moschee [Türkisch-Islamische Union für religiöse Angelegenheiten]  im Norden Berlins. Vor der betroffenen Moschee "Koca Sinan Camii" versammelten sich am Sonntagmorgen Menschen, nachdem das Feuer gelöscht worden war.

Der Vorsitzende der Partei "Bündnis für Innovation und Gerechtigkeit" (BIG), Haluk Yildiz, behauptete, dass es sich um einen terroristisch motivierten Brandanschlag handele. Er sagte: "Dies ist ein Terroranschlag auf die größte türkische Gemeinschaft in Europa." Die in den Augen von Kritikern islamistisch unterwanderte Partei gilt als einer der verlängerten Arme der AKP, der Partei des türkischen Präsidenten, in Deutschland. Auch Berlins Innensenator Andreas Geisel besuchte den Ort. Vor der Moschee sagte er: "Ich kann die Menschen nur auffordern, hier in Berlin friedlich miteinander zu leben."

Yildiz kritisierte deutsche Politiker, weil diese den Brandherd nicht besucht hätten. Er sagte: "Ich hätte mir auch gewünscht, dass der CDU-Vorsitzende, der SPD-Vorsitzende, all diese so genannten Demokraten, hier wären, damit sie sich auch davon distanzieren können. Es reicht nicht, dass nur der Innensenator hier ist."

Zeugen zufolge brachen in den frühen Morgenstunden am Sonntagmorgen drei junge Männer mit Kapuzenpullovern durch den Vordereingang der Moschee ein und warfen ein Objekt in den Raum. Kurz darauf brach das Feuer aus.

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