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Prügel wegen Stalin: Zwei russische Alpha-Journalisten gehen im Radiostudio aufeinander los

Russisches Radio
Die Handgreiflichkeit zwischen zwei prominenten Journalisten im einem russischen Radio-Studio wurde schnell zum Video-Hit. Maxim Schewtschenko und Nikolai Swanidse haben sich wegen Meinungsverschiedenheiten zur Rolle Stalins im Krieg gestritten.
Nikolai Swanidse und Maxim Schewtchenko kennen einander schon lange. Auch sind beide Mitglieder des russischen Menschenrechtsrates. Eine Debatte um die Rolle Stalins beim Sieg im Großen Vaterländischen Krieg hat die beiden aber so sehr entzweit, dass sie die Frage nur mit den Fäusten regeln konnten.

Der Film "Stalins Tod", entstanden auf der Basis einer britisch-französischen Vorlage, hat die Diskussion um die Bewertung der Rolle, die der Sowjetführer während des Zweiten Weltkriegs in der russischen Geschichte eingenommen hat, in Radio und Fernsehen erneut entfacht. So trafen die wortgewaltigsten Vertreter der jeweiligen Lager im Studio des traditionsreichen Massenblattes KP (Komsomolskaja Prawda), Nikolai Swanidse und Maxim Schewtschenko, aufeinander.

Swanidse, der in den 1990er Jahren die Nachrichten beim staatlichen Fernsehkanal Rossija 1 moderierte, dreht bereits seit Jahren historische Dokus und ist damit eine Art "russischer Guido Knopp". Er hält Stalin für einen brutalen Diktator, der eine erfolgreiche Kriegsführung eher behinderte und mit dem Sieg über den Hitlerfaschismus nichts zu tun gehabt hätte. Dieser sei allein dem Heroismus des sowjetischen Volkes zu verdanken. 

Maxim Schewtschenko hingegen gehört zu den Meinungsführern im links-patriotischen Lager. Für ihn war die Kriegsführung, welcher der Generalissimus und damit Oberbefehlshaber Josef Stalin vorstand, genauso wichtig. Der Journalist steht der Kommunistischen Partei nahe: Seit seinem Interview mit Pawel Grudinin, den die KPRF zu ihrem Präsidentschaftskandidaten ernannt hatte, hat er sich bereit erklärt, als dessen Vertrauensperson zu wirken. Schewtschenko tritt regelmäßig in diversen Talkshows auf und unterhält einen eigenen YouTube-Kanal.

Fjodorow will die Kontrahenten versöhnen

Am 30. Januar traf er sich mit Nikolai Swanidse im Studio des KP-Radios. Das Gespräch wurde auch via YouTube übertragen. Nach einer fast einstündigen Diskussion war bei beiden Alpha-Journalisten der Wortschatz bereits aufgebraucht und sie gingen mit den Fäusten aufeinander los. Dies passierte, nachdem Schewtschenko Swanidse beschuldigt hatte, "auf die Gräber der Soldaten [zu] spucken". Swanidse nannte sein Vis-à-vis daraufhin einen "Bastard" und drohte ihm Prügel an. Nachdem er tatsächlich versucht hatte, seine Drohung wahrzumachen, fiel er nach zwei Ohrfeigen zu Boden. Die Moderatorin musste die Sendung in Eile beenden.

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Anschließend fehlte es nicht an Medienkommentaren, auch die beiden Streithähne gaben ihre Statements ab. Sie haben den Vorfall natürlich bedauert und erklärten sich bereit, sich bei Michael Fjodorow, dem Vorsitzenden des Menschenrechtsrates des russischen Präsidenten, zur Versöhnung einzufinden. Die beiden Journalisten gehören dem Menschenrechtsrat als langjährige Mitglieder an.

Kremlsprecher Dmitri Peskow erklärte nicht ohne Ironie, dass der Vorfall eindrücklich zeige, wie berechtigt es war, für die umstrittene schwarze Komödie "Stalins Tod" die Aufführungslizenz zu entziehen, wenn sich schon "Urgesteine" wie Schewtschenko und Swanidse wegen des Films nicht beherrschen können.

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