Geschosse aus Syrien sollen in Türkei eingeschlagen sein - stetig mehr Opfer und Zerstörung um Afrin

Geschosse aus Syrien sollen in Türkei eingeschlagen sein - stetig mehr Opfer und Zerstörung um Afrin
Erneut sollen es Geschosse aus Syrien über die türkische Grenze geschafft haben. Videoaufnahmen zeigen, wie Rettungsdienste zu Menschen eilen, die durch einen Raketenangriff auf die türkische Grenzstadt Reyhanli getroffen worden sein sollen. Berichten zufolge wurden bei dem Anschlag ein 17-jähriges Mädchen getötet und ein weiteres verletzt.

Die Rakete wurde angeblich von syrischem Territorium aus gestartet und steht im Zusammenhang mit dem Beginn der jüngsten Operation der Türkei gegen kurdische Milizen in Nordsyrien. Bereits vor zehn Tagen soll eine weitere Rakete, die auch von jenseits der Grenze zu Syrien abgefeuert worden sein soll, die Stadt getroffen haben. Auch damals soll der Beschuss eine Person getötet und Dutzende verwundet haben.

Auch auf der anderen Seite der Grenze sind erneut Menschen durch kriegerische Handlungen gestorben. Im Dorf Senara westlich der Stadt Afrin ist ein über 90-jähriger Mann im Artillerie- und schweren Maschinenbeschuss von türkischer Seite gestorben, wie die staatliche syrische Nachrichtenagentur SANA unter Berufung auf Einheimische berichtet. Außerdem seien bei einem Angriff von türkischer Seite auf das Dorf Qabli mindestens acht Menschen getötet und sieben verwundet worden, wobei zehn Zivilisten noch immer vermisst werden.

Darüber hinaus heißt es in dem Artikel, dass "Kräfte des Erdogan-Regimes systematisch Infrastruktur, öffentliche Einrichtungen, Schulen und Gesundheitszentren angreifen" und die Türkei "täglich besiedelte Gebiete bombardiert".

In den vergangenen Tagen hat die Türkei ihre Luftangriffe auf die Region um Afrin verstärkt. Am Boden wird die Operation zusammen mit der stark islamistisch beeinflussten Miliz FSA durchgeführt. Türkischen Angaben zufolge sollen 25.000 FSA-Kämpfer an der Operation beteiligt sein. Wie die russische Nachrichtenagentur Interfax Maria Sacharowa, die Sprecherin des russischen Außenministeriums, von ihrem heutigen Newsbreafing zitiert, wurden "mehrere Hundert Menschen, darunter auch Zivilisten, während der Militäroperation der Türkei in Syrien getötet". Darüber hinaus wurde durch die Luftangriffe ein rund 3.000 Jahre alter Tempel zerstört. Dieser war mit seinen Löwenskulpturen erst 1982 entdeckt worden.