Syrien: Tausende protestieren in Afrin - "Verteidigen uns gegen FSA, IS und faschistische Türken"

Syrien: Tausende protestieren in Afrin - "Verteidigen uns gegen FSA, IS und faschistische Türken"
Tausende von Kurden marschierten gestern durch die syrische Stadt Afrin, nachdem der türkische Präsident Erdoğan angekündigt hatte, sie angreifen zu wollen. Die Massen marschierten gegen den Krieg und gegen die türkischen Vorbereitungen für den Einmarsch in die syrische Stadt.

Einer der Demonstranten erklärte: „Wir als Afriner werden unsere Stadt verteidigen, und die faschistischen Türken können uns nicht besiegen. Wir werden uns bis zum letzten Tropfen Blut verteidigen. Erdoğan hör zu: Weder Sie noch der IS, weder die FSA noch all' Ihre Söldner können unseren Willen brechen und sollten aufhören, sich in unser Land einzumischen. Seien Sie sich bewusst, dass Kurden aus allen Ländern kommen werden, um uns zu verteidigen.“

Die Türkei hat bereits Militärgeräte und Raketen an der Grenze zu Syrien zusammengezogen. Der türkische Präsident Erdoğan erklärte, dass der Angriff jede Minute beginnen könnte. Als Grund für die Eskalation erklärt die Türkei ein Vorhaben der USA. Danach soll eine 30.000 Mann starke und kurdisch geführte Grenztruppe an der türkischen Grenze aufgestellt werden. Die USA erklärten, dass die Situation falsch verstanden und beschrieben wurde. Die Türkei hält dennoch an ihren Angriffsplänen fest.

Der türkische Verteidigungsminister Nurrettin Canikli  erklärte heute, dass es keine andere Möglichkeit gäbe, als die kurdischen Milizen in Afrin anzugreifen. Währenddessen verbreiten sich in sozialen Netzwerken Aufnahmen, die türkisch-gesteuerte Milizen der FSA zeigen, denen Kritiker eine Nähe zu islamistischen Terroristen nachsagen, die sich vor Afrin zusammenziehen. Der stellvertretende Außenminister Syriens warnte die Türkei vor militärischen Schritten in Syrien und drohte, dass die Luftverteidigung Syrien ihre „Kapazitäten vollständig wieder aufgebaut hat und bereit ist, türkische Luftziele am Himmel über Syrien zu vernichten."

Die Türkei sieht in den kurdischen Milizen an ihrer Grenze eine nationale Bedrohung. Immer wieder kam es in der Türkei zu Terroranschlägen durch die terroristische PKK. Den kurdischen Milizen in Afrin, die hauptsächlich der YPG angehören, sagt die Türkei eine Nähe zur PKK nach. In Afrin befinden sich russische Friedenstruppen. Der türkische Verteidigungsminister behauptete, dass Russland der Türkei erklärt habe, seine Truppen aus der Region abzuziehen.

Im Distrikt Afrin leben etwa 500.000 Zivilisten, eine Bevölkerung, die sich nach Kämpfen in anderen Teilen des Landes mit Flüchtlingen verdoppelt hat.

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