Berlin: Archäologen graben im Mauerpark Fluchttunnel aus der DDR frei

Berlin: Archäologen graben im Mauerpark Fluchttunnel aus der DDR frei
Über 50 Jahre lang blieb es unentdeckt, letzte Woche kam das Stück jüngerer Geschichte aber bei Bauarbeiten ans Licht. Carl-Wolfgang Holzapfel, bekannter Mauergegner, der ab 1961 friedlich für deren Abriss demonstrierte, sagt, er wäre damals dabei gewesen, als der Tunnel gebaut wurde.

"Wir haben vier Monate an dem Tunnel gebaut. […] Wir hätten nur noch eine Kellerwand durchstoßen müssen. Dann ist der Tunnel leider aufgeflogen", erklärt er. Der Tunnel ist fünf Meter unter der Erde und 80 Meter lang. Er erstreckte sich von der Eberswalder Straße, die sich im Osten Berlins befand, bis zur Oderberger Straße im Westen. Er wurde 1963 von einer Gruppe von Aktivisten errichtet. Zu dieser Zeit war Ostberlin noch streng vom Westen abgeschottet. Anstoß zum Tunnelbau gab ihnen laut der Berliner Morgenpost die Geschichte eines jungen Familienvaters, dem sie helfen wollten. Er und seine Frau planten 1961 einen Umzug und gaben ihre zweijährige Tochter solange zu den Großeltern in Ostberlin. Am 13. August wurde Ostberlin urplötzlich abgeriegelt und die beiden Eltern für Jahre von ihrer Tochter getrennt. Sie und weitere Menschen wollten die Aktivisten durch den Tunnel nach Westberlin holen.

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