Italien: Tausende Rechte veranstalten Gedenkmarsch für Acca-Larentia-Tote mit "römischem Gruß"

Italien: Tausende Rechte veranstalten Gedenkmarsch für Acca-Larentia-Tote mit "römischem Gruß"
Rund 5.000 rechte Aktivisten, angeführt von der CasaPound-Bewegung, gedachten am Sonntag in Rom des Jahrestages der so genannten "Acca Larentia"-Morde und beendeten ihren Umzug mit einem kollektiven Entbieten des römischen Grußes. Zuvor waren sie gemeinsam durch die Straßen des Stadtteils San Giovanni zu der Straße marschiert, wo der Angriff stattfand, und trugen Transparente mit sich. Anschließend versammelten sich die Trauernden auf einem Platz zu einem Gedenkgottesdienst.

Das Gedenken an die Morde von Acca Larentia bezieht sich auf die Ereignisse vom 7. Januar 1978 in Rom. Drei Aktivisten der neofaschistischen Italienischen Sozialbewegung (MSI) wurden dabei an einem Tag getötet. Zwei von ihnen hatten in einer Straße namens Acca Larentia im beliebten Stadtteil Tuscolano Flugblätter verteilt. Sie starben, nachdem eine Gruppe von fünf oder sechs mit automatischen Waffen bewaffneten Angreifern auf sie das Feuer eröffnet hatte. Der dritte wurde wenige Stunden später getötet, nachdem am Ort der Morde Unruhen gegen die Polizei ausgebrochen waren. Bis heute konnten die Morde nicht aufgeklärt worden. Rund zehn Jahre nach den Ereignissen wurde aufgedeckt, dass die eingesetzte Maschinenpistole auch bei drei anderen Morden der kommunistischen Untergrundbewegung "Roten Brigaden" verwendet wurde, nämlich bei der Ermordung des Ökonomen Ezio Tarantelli, des ehemaligen Bürgermeisters von Florenz, Lando Conti, und des italienischen Senators Roberto Ruffilli. Im Zusammenhang mit den Morden klagte die Staatsanwaltschaft fünf ehemalige Militante der außerparlamentarischen Gruppe der italienischen Linken, Lotta Continua an. Einer von ihnen entzog sich dem Prozess, drei wurden freigesprochen und einer beging einen Tag nach seiner Befragung durch die Richter in seiner Zelle Selbstmord. Allerdings nährten Beobachter wie der Politologe Giorgio Galli auch Spekulationen, wonach staatsnahe Kräfte im Rahmen der so genannten Strategie der Spannung bei dem Attentat eine Rolle gespielt haben könnten. Diese sollen in der Zeit des Kalten Krieges durch Anschläge und Provokationen die politische Lage im Land anheizen, um die Akzeptanz der Bevölkerung für eine mögliche autoritäre Lösung wie einen Militärputsch herzustellen.