Nach Mord an 15-Jähriger: Einwohner marschieren und fordern Alterskontrollen bei Flüchtlingen

Nach Mord an 15-Jähriger: Einwohner marschieren und fordern Alterskontrollen bei Flüchtlingen
Im rheinland-pfälzischen Kandel ist letzte Woche ein 15-jähriges Mädchen erstochen worden. Der mutmaßliche Täter, der sich als minderjähriger, unbegleiteter Flüchtling ausgegeben haben soll, war Medienberichten zufolge ihr Ex-Freund. An seinem angegebenen Alter bestehen starke Zweifel, nicht zuletzt nach Veröffentlichung von Fotos. Zahlreiche Bewohner der Stadt mit rund 8.000 Einwohnern marschierten in Erinnerung an das Opfer. Viele von ihnen fordern Alterskontrollen für Flüchtlinge.

"In Deutschland gibt es zu viel Missbrauch, also halte ich das für eine gute Idee", erklärte ein Einwohner. Der in Kandel lebende Roland sagte, er finde es seltsam, dass es Menschen gibt, die gegen die diese Altersprüfungen seien. "Der Mörder der Mia hat sich als 15-Jähriger ausgegeben und die dummen Deutschen glauben das, dabei ist er in Wirklichkeit 32 Jahre alt. […] Es kann nicht sein, dass der deutsche Staat für solche Leute 5.000 Euro im Monat ausgibt."

Das 15-jährige Mädchen starb im Krankenhaus, nachdem es am Mittwoch mit einem Küchenmesser angegriffen worden war. Laut Obduktion traf einer der Messerstiche das Herz und war tödlich. Der Beschuldigte soll laut Polizeiangaben "vor seiner Flucht mutmaßlich in der Provinz Kabul/Afghanistan gelebt und als unbegleiteter minderjähriger Ausländer im April 2016 nach Deutschland gekommen" sein.

Außerdem heißt es im Ermittlungsbericht, dass "das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge den von dem Beschuldigten gestellten Asylantrag im Februar 2017 abgelehnt und das Vorliegen eines Abschiebungsverbots nach § 60 Abs. 5 des Aufenthaltsgesetzes festgestellt hat. Der Beschuldigte war nach seinen eigenen Angaben bei seiner Einreise nach Deutschland nicht im Besitz eines Ausweispapiers und hat sein Geburtsdatum mit 01.01.2002 angegeben. Da bislang keine hinreichend gesicherten Erkenntnisse zum tatsächlichen Alter des Beschuldigten vorliegen, wird die Staatsanwaltschaft Landau ein medizinisches Gutachten zur Bestimmung des Alters des Beschuldigten in Auftrag geben."

Der mutmaßliche Täter befindet sich in Untersuchungshaft und schweigt bislang zur Tat. Er soll bereits zuvor auffällig geworden sein. Die Polizei will das zuständige Jugendamt ausdrücklich vor der Gefahr gewarnt haben, die von dem Mann ausgeht. Das Amt soll zuvor Medien zufolge angegeben haben, nicht über das Gefährdungspotenzial des angeblich minderjährigen Flüchtlings informiert worden zu sein. Die Polizei veröffentlichte daraufhin detaillierte Angaben darüber, dass der Vormund des Flüchtlings über alle Einzelheiten informiert worden war. Die Telefonate seien dokumentiert worden.

Der Beschuldigte soll "ehrverletzende Bilder des Mädchens" im Netz veröffentlicht haben, sie beleidigt und ihr gedroht haben, ihr aufzulauern. Das Mädchen zeigte ihn an. Zudem war er Ende November in eine Schlägerei mit einem anderen Jugendlichen verwickelt, der anschließend Strafanzeige gegen ihn erstattete.