Herzzerreißende Geschichte: Gemobbter Schuljunge wird nach Video zum Helden Hollywoods

Herzzerreißende Geschichte: Gemobbter Schuljunge wird nach Video zum Helden Hollywoods
Keaton Jones, ein Junge aus Tennessee in den USA, ist wie viele andere Kinder weltweit ein Mobbing-Opfer in seiner Schule. Seine herzzerreißende Geschichte hat allerdings ein Happy End. Wie sehr er unter den permanenten Attacken seiner Mitschüler leidet, hat seine Mutter auf Video festgehalten. Das Video zeigt einen Jungen, der von der Schule kommt und bitterlich weint.

Er berichtet, wie sehr seine Mitschüler ihn niedermachen. Eine Träne nach der anderen kullert über sein Gesicht. Er schluchzt schwer beim Sprechen und erscheint völlig niedergeschlagen.

Seine Mutter musste ihren Sohn vor dem Mittagessen von der Schule abholen, weil Keaton eine solche Angst vor den Mobbing-Angriffen seiner Klassenkameraden hatte. "Mich würde interessieren, warum man mobbt? Was ist der Sinn? Warum macht es sie froh, zu unschuldigen Menschen schlecht zu sein?", beginnt der Junge. "Sie machen sich lustig über meine Nase. Sie sagen, dass ich hässlich bin und keine Freunde habe. Sie schütten Milch über mich, stecken Schinken in meine Kleider und bewerfen mich mit Brot", berichtet das untröstliche Kind. Außerdem versicherte er, dass er nicht der Einzige ist, der unter dem Mobbing leidet. "Es bin nicht nur ich. Es gibt mehr Jungen, die sie schlecht behandeln. Ich hasse es, so etwas zu tun und ich möchte auf jeden Fall niemals anderen Menschen so etwas antun, weil es schlecht ist."

Am Ende des Videos richtete Keaton eine Botschaft der Unterstützung an alle, denen es ähnlich geht wie ihm. "Menschen, die anders sind, sollten nicht kritisiert werden, denn sie können nichts dafür. Wenn sie über dich lachen, bleib stark. Es ist schwierig, aber eines Tages wird es besser."

Die Aufnahme verbreitete sich so viral, dass sie nicht nur millionenfach geklickt und geteilt wurde, sondern auch eine Reihe von Prominenten sich unterstützend zu Wort meldeten. Darunter sind Katy Perry, Victoria Beckham, Justin Bieber und Snoop Dogg, die dem Jungen beistanden. Einer von ihnen, Chris Evans, der die Rolle von Captain America spielt, versprach, dass sich alles verbessern werde und lud ihn und seine Mutter zur Premiere des Films "Avengers" in Los Angeles ein. Justin Bieber erklärte in seinem Instagramvideo, dass die Tatsache, dass Keaton immer noch Sympathie und Mitgefühl für andere hat, obwohl andere Menschen ihn so fertiggemacht haben, ihn zur Legende machen.

Jarrett Guarantano, ein bekannter Football-Spieler, entschloss sich dazu, Keaton persönlich zu treffen. Auf Twitter veröffentlichte er ein gemeinsames Foto: Ich hatte die Gelegenheit, den Tag mit meinem neuen besten Freund Keaton zu verbringen. Es war unglaublich, ihn zu treffen und zu erkennen, dass wir viel gemeinsam haben. Dieser Junge ist etwas ganz Besonderes und hat mein Leben für immer verändert, jetzt habe ich den Bruder, den ich immer wollte. Möge Gott ihn segnen."

Der Hashtag #StandwithKeaton wird viral im Netz verwendet. Darüber hinaus läuft eine Benefizaktion für ihn, die bisher über als 58.000 US-Dollar eingespielt hat und für die Bildung des Kindes vorgesehen ist.

Man mag sich Keatons Geschichte mit dem bekannten Spruch erklären: "Kinder können so grausam sein." Aber leider ist die Geschichte hier noch nicht zu Ende. Was als massive Welle der Nächstenliebe, Güte und Hilfsbereitschaft startete, verwandelte sich mittlerweile in einen Streit darüber, ob seine Mutter denn rassistisch sei und tatsächlich darüber, ob das, sollte es zutreffen, bedeute, dass der Junge keine Unterstützung verdient hätte. Eine neue Mobbing-Welle gegen Keaton wurde losgetreten. Diesmal im Netz und zwar von Erwachsenen.

Am Montag machten Bilder die Runde, die angeblich von einem Internetprofil der Mutter des Jungen stammen. Sie sollen diese zeigen, wie sie eine Konföderiertenflagge hält, was für die Uploader ein klares Indiz für "Rassismus" sei. Angeblich soll sie sich auch negativ über schwarze Demonstranten geäußert haben. Das fragliche Profil wurde inzwischen für die Öffentlichkeit gesperrt, so dass die Bilder nicht mehr verifizierbar sind.

Die Gegenreaktionen vermeintlicher Antirassisten auf Twitter beinhalteten Vorwürfe des Rassismus gegen die Mutter. Es gibt zudem mehrere in Photoshop erstellte Bilder, die Keaton in Ku-Klux-Klan-Gewändern zeigen. Die "Antirassisten" verbreiten diese unter dem Hashtag #KKKeaton. Ein Comic-Bild zeigt den Jungen als Mini-Hitler, der von Captain America geschlagen wird.

In einigen Kommentaren heißt es, dass Keaton das Mobbing verdient habe, weil er schwarze Mitschüler mit dem "N-Wort" beleidigt hätte - ohne Angabe einer Quelle für diese Behauptung. Dies wurde unter anderem unter einem Tweet behauptet, in dem die neue Hasswelle gegen den Jungen verurteilt wird. "Also Keaton Jones wurde unermüdlich für das Anderssein schikaniert. Jemand hat herausgefunden, dass seine Mutter eine Konföderierten-Flagge auf ihrer Facebook-Seite hat, und deshalb brandmarkt 'Black Twitter' ihn als einen Rassisten, der Tyrannei verdient habe. Was für ein Sch... - Liberale sind wirklich ekelhaft."

Das Spendenkonto, das ein Mann namens Joseph Lam eingerichtet hat, der erklärte, dass er die Familie Jones nicht persönlich kennt, wurde vorübergehend eingefroren.

Unterdessen sind reale Social-Media-Konten von Mitgliedern von Keatons Familie schwer zu finden. Ein paar Konten mit den dazugehörigen Namen sind zwar auffindbar, aber die meisten wurden erst kürzlich erstellt oder haben erst zu posten begonnen, nachdem das Video viral geworden war.

Eines dieser nicht überprüfbaren Profile behauptet, Keaton selbst zu sein und gab eine Entschuldigung für den angeblichen Rassismus der Mutter heraus. "Ich liebe meine Mutter, aber ich merke auch, dass Unrecht falsch ist", heißt es im Beitrag auf dem inzwischen gelöschten Instagram-Konto.

Auch Keatons Schwester, Lakyn Jones, äußerte sich via Twitter zu den Anschuldigungen. Sie schrieb: "Diejenigen, die mich und meine Familie kennen, wissen, dass wir nicht rassistisch sind. Mein Bruder sagt nicht das 'N'-Wort. Bitte lassen Sie es gut sein."

Nichtsdestotrotz: Die absolute Mehrheit der Nutzer in den sozialen Netzwerken bleibt dem Jungen solidarisch gestimmt. Seine Mitschüler, die Keaton so mobbten, ärgern sich sicher schwarz darüber, dass ihr Opfer nun berühmte Persönlichkeiten als Freunde gewonnen hat. Sie dürften vielleicht sogar ihre Lektion verstanden haben und in Zukunft davon absehen, andere Menschen seelisch fertigzumachen.