Warschau: Unbekannte schlagen Fenster von muslimischem Kulturzentrum ein

Warschau: Unbekannte schlagen Fenster von muslimischem Kulturzentrum ein
Unbekannte haben in der Nacht zu Montag ein muslimisches Kulturzentrum in Warschau angegriffen und rund ein Dutzend Scheiben zerschmettert. Die polnische Polizei hat eine Untersuchung eingeleitet und sucht nun nach Zeugen. Der muslimische Gemeindevorsteher, Imam Youssef Chadid, ist sich sicher, dass Rechtsradikale hinter dem Angriff stecken.

Das Zentrum wurde 2015 eröffnet und beherbergt neben einer Moschee noch einen Laden, ein Begegnungszentrum und ein Restaurant.

Am 11. November, dem Tag der polnischen Unabhängigkeit, hatten sich zehntausende Personen in der polnischen Hauptstadt zu einem patriotischen Umzug versammelt. Unter den Teilnehmern befanden sich auch einige Rechtsextreme, die versuchten, die Veranstaltung für ihre Zwecke zu vereinnahmen. Sie skandierten antisemitische Parolen und solche für ein "weißes Europa". Zudem zeigten sie ein trojanisches Pferd, auf dem "Islam" stand. Gemäßigte Politiker der nationalen Rechten wie der langjährige Chef der "Liga Polnischer Familien", Roman Giertych, distanzierten sich im Anschluss von diesen Entgleisungen.

In Warschau leben rund 20.000 Muslime. Es gibt zwei Moscheen in der polnischen Hauptstadt. Die rechtskonservative Regierung Polens fördert den Katholizismus und weigert sich, nicht christliche Flüchtlinge im Rahmen eines EU-Verteilungsplans aufzunehmen. Sie begründet diese Position mit Sicherheitsbedenken.