Ultra-orthodoxe Proteste in Israel: Wasserwerfer trifft mit voller Wucht unbeteiligte Passantin

Ultra-orthodoxe Proteste in Israel: Wasserwerfer trifft mit voller Wucht unbeteiligte Passantin
Eine Passantin, die am Sonntag versuchte, eine Straße in Jerusalem zu überqueren, ist mit voller Wucht von einem Wasserwerfer der Polizei getroffen worden. Der Wasserstrahl war so hart, dass sie mit ihrem Gesicht auf den Asphalt prallte. Die Frau war mitten in die Ausschreitungen zwischen der Polizei und Teilnehmern eines ultra-orthodoxen Protests gegen die Wehrpflicht geraten.

Es handelte sich bei dem Wasserwerfer um eine so genannte Stinktier-Kanone: Die Einsatzkräfte hatten das Wasser des Wasserwerfers mit einer faulig riechenden Substanz verdünnt. Auf diese Weise versuchten sie einen ultra-orthodoxen jüdischen Sit-in gegen die Wehrpflicht an einer Hauptverkehrskreuzung in der Stadt zu zerstreuen.

Das Filmmaterial zeigt auch mehrere Demonstranten, die wiederholt vom Wasser getroffen werden, bevor Polizisten versuchen, mittels direkten Eingreifens den Sitzprotest aufzulösen.

Der Militärdienst in Israel ist für alle Männer und Frauen, die 18 Jahre alt sind, obligatorisch. Als der Staat 1948 gegründet wurde, erlaubte dessen erster Premierminister David Ben-Gurion jedoch 400 ultra-orthodoxen Juden, den Pflichtdienst zu vermeiden, um die Torah zu studieren. Daraus hatte sich mit Fortdauer der Zeit eine Art Gewohnheitsrecht entwickelt, das zur Folge hatte, dass immer mehr Ultra-Orthodoxe den Wehrdienst nicht antreten mussten.

Säkulare Kräfte hatten diese Entwicklung wiederholt beanstandet. Anfang September entschied der Oberste Gerichtshof Israels, dass Ausnahmen für ultra-orthodoxe Juden verfassungswidrig seien.