Pure Verwüstung: Australisches Flüchtlingslager nach Räumung durch Polizei

Pure Verwüstung: Australisches Flüchtlingslager nach Räumung durch Polizei
Das australischen Einwanderungs- und Einreisegesetze sind hart. Besonders gegen illegale Einwanderung geht das Land streng vor. Flüchtlinge und Migranten, die auf Booten kommen, werden gar nicht erst ins Land gelassen. Die Regierung bringt sie übergangsweise in Lagern in Papua-Neuguinea und auf Nauru unter. Die Polizei ließ nun ein solches Lager auflösen. Bewohner werfen den Einsatzkräften gewaltsames Vorgehen vor.

Die australische Marine fängt die illegalen Migranten vor den Küsten des Landes ab. Um sie nicht ins eigene Land bringen zu müssen, bezahlt die Regierung dem von Armut gebeutelten Nachbarland Papua-Neuguinea Geld, damit dieses die illegalen Einwanderer in Lagern aufnimmt. Im letzten Jahr erklärte das Oberste Gericht Australiens das Lager aber für illegal.

Kritiker werfen Australien vor, eine "menschenfeindliche Migrationspolitik" im Stile von US-Präsident Donald Trump zu betreiben. Befürworter loben hingegen die strengen Regelungen mit der Argumentation, dass sich bei erlaubter Einreise für Bootsflüchtlinge immer mehr Menschen auf die lebensgefährliche Reise begeben und damit auch mehr Menschen sterben würden. Als Beleg dafür nennen viele von ihnen die gestiegene Anzahl an Toten auf der Mittelmeer-Route, nachdem die Grenzen geöffnet wurden. Ähnlich argumentierte ÖVP-Parteiobmann Sebastian Kurz, um für die Schließung der Mittelmeer-Route zu werben. In Deutschland treten weite Teile der AfD dafür ein, sich in der Flüchtlingspolitik ein Vorbild an Australien zu nehmen.

Die Lagerbewohner behaupten, die Polizei sei bei der Räumung brutal vorgegangen. Die Beamten selbst sprechen wiederum von einem friedlichen Verlassen durch die Bewohner. Offiziell wurde eine "kleine Anzahl" von Festnahmen bestätigt. Die Räumung war für den 31. Oktober vorgesehen. Hunderte Insassen weigerten sich aber, zu gehen und besetzten das Lager. Die rund 400 Bewohner haben zuletzt unter ärmlichsten Bedingungen gehaust, nämlich ohne Strom und Wasser, da beides abgestellt wurde. Auch Nahrungsmittel am Ende Mangelware gewesen sein.

Videoaufnahmen aus dem Lager nach der Räumung zeigen jedenfalls ein Bild der Verwüstung. Außerdem zeigen Aufnahmen, dass die Bewohner gegen die Räumung protestierten.