Berlin: Stolpersteine von Straßen in Neukölln gestohlen - Staatsschutz ermittelt

Berlin: Stolpersteine von Straßen in Neukölln gestohlen - Staatsschutz ermittelt
Symbolfoto
Der Staatsschutz der Berliner Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen, nachdem im Bezirk Neukölln 12 so genannte Stolpersteine entwendet worden waren. Diese vergoldeten Steine werden an ehemaligen Wohnorten von Menschen in Fußwege eingearbeitet, die das Hitler-Regime verfolgt hatte. Da die Steine kaum einen monetären Wert haben, schließt die Polizei auch einen politischen Hintergrund des Diebstahls nicht aus und hat den Staatsschutz eingeschaltet.

Der Künstler Gunther Demnig hat das Gedenk-Projekt 1992 ins Leben gerufen. Seither lassen private und öffentliche Auftraggeber diese Steine an verschiedenen Orten in mindestens 20 Ländern verlegen. Sie sollen an Menschen erinnern, die die Nazis verfolgt oder ermordet hatten, weil sie Juden, Sinti und Roma, aus dem politischen oder religiös motivierten Widerstand, Homosexuelle oder Zeugen Jehovas oder auch als "Asoziale" gebrandmarkt waren. Auch jener Menschen, die im Zeichen der "Euthanasie" als Teil von Hitlers "Rassenhygiene"-Programm ermordet wurden, wird mittels der Stolpersteine gedacht.

In Berlin meldeten Anwohner der Polizei den Diebstahl, nachdem sie dort Löcher im Boden bemerkt hatten, wo zuvor die Stolpersteine eingearbeitet waren. Betroffen sind mehrere Straßen in Neukölln.

In Berlin wurden die Stolpersteine erstmals 1996 verlegt. Die 10x10 Zentimeter großen Steine werden vor den letzten freiwillig gewählten Wohnorten der NS-Opfer auf den Bürgersteigen platziert. Auf den Steinen ist eine Messingscheibe eingraviert, die den Namen und dem Schicksal jedes Opfers nennt.