Gabriel zu Nordkorea: "Das gab es noch nie – USA haben angeboten, auf Regimechange zu verzichten"

Gabriel zu Nordkorea: "Das gab es noch nie – USA haben angeboten, auf Regimechange zu verzichten"
Eine militärische Intervention oder Aktion gegen Nordkorea müsse um jeden Preis verhindert werden, machte Außenminister Sigmar Gabriel gestern vor der Presse in Berlin deutlich. Den US-Verteidigungsminister zitierend meint er, man würde durch eine Intervention "mehr Menschenleben opfern als es seit dem Zweiten Weltkrieg je der Fall gewesen ist". Nordkorea und die USA müssten seiner Meinung nach zurück an den Verhandlungstisch kehren.

Dazu müssten weitgehende Angebote gemacht werden, so wie jenes des US-Außenministers. "Ich finde das Angebot des amerikanischen Außenministers sehr weitgehend gegenüber Nordkorea. Kein Regimechange, keine Intervention in die innere Politik - das gab es bislang noch nie von den Vereinigten Staaten in dieser Klarheit. Insofern unterstützen wir den amerikanischen Außenminister sehr", erklärte Gabriel.

Gabriels Kommentare kommen nur wenige Tage, nachdem Nordkorea einen sechsten Atomtest durchgeführt hat. Dabei soll das Land eine fortgeschrittene Wasserstoffbombe für eine Langstreckenraketen getestet haben. Nordkorea und die USA haben direkte Verhandlungen miteinander aufgeben und drohen einander mit Krieg.

Auch der russische Präsident Wladimir Putin warnte gestern vor einer militärischen Eskalation: "Unter solchen Bedingungen die militärische Hysterie hochzufahren, ist sinnlos. Es ist eine Sackgasse. [...] Eine militärische Eskalation könnte zu einer globalen, planetarischen Katastrophe und einem enormen Verlust an Menschenleben führen. Es gibt keine andere Lösung der Frage der nordkoreanischen Atomwaffen als die des friedlichen Dialoges."

Die USA halten jährlich riesige Militärmanöver auf der koreanischen Halbinsel in Südkorea ab. Nordkorea sieht darin eine direkte Vorbereitung zu einem Angriffskrieg gegen sein Land. Dass die USA jüngst auch einen Raketenschirm in Südkorea aufgestellt haben, ließ die Spannungen noch weiter hochkochen.

"Nordkorea wird bis zum letzten Mittel greifen, um seine Souveränität zu schützen", hieß es in einer Regierungserklärung aus Pjöngjang. In Propaganda-Videos droht das Land den USA mit Atomschlägen. US-Präsident Donald Trump hatte dem Land mit "Wut und Feuer" gedroht, die US-Gesandte bei den UN warnte, die Geduld der USA sei nicht unbegrenzt und Nordkoreas Führer "bettelt um Krieg".

Russland und China werben deshalb für einen Deal, wonach Nordkorea sein Waffenprogramm aussetzen solle, wenn die USA auf Nordkoreas Forderung eingehen, diese Militärmanöver einzustellen. Die UN-Gesandte der USA, Nikki Haley, wies den Vorschlag aber als "beleidigend" zurück.