Barcelona: Tausende Muslime protestieren gegen Terror

Barcelona: Tausende Muslime protestieren gegen Terror
Die islamische Gemeinde von Barcelona hat gestern an der Placa de Catalunya eine Protestkundgebung gegen den Terror abgehalten. Die rund 2.500 Protestler kamen zusammen, um den tödlichen Terrorangriff letzte Woche in Barcelona zu verurteilen, die der selbsternannte Islamische Staat für sich beansprucht hat. Die Demonstranten zogen später gemeinsam auf die La Rambla, wo ein Attentäter am Donnerstag mit einem Kleintransporter wahllos in Menschen gerast war.

Im Rahmen der Kundgebung gaben Vertreter von drei islamischen Gemeinschaften eine Erklärung auf Katalanisch, Spanisch und Arabisch ab und erklärten, dass die lokalen Muslime Gewalt ablehnen und die Verletzten des Angriffes unterstützen wollen. Aus der Menge ragten Plakate mit Aufschriften empor wie "Wir sind auch Opfer", "Terrorismus hat keine Religion" und "Wir alle sind Barcelona, nicht der Terrorismus".

Einige lokale Politiker nahmen ebenfalls an der Demonstration teil, darunter der katalanische Parlamentspräsident Carme Forcadell und der erste stellvertretende Bürgermeister von Barcelona, Gerardo Pisarello. Laut "El Pais" nahmen Mitglieder aller Parteien, die im katalanischen Parlament und im Stadtrat von Barcelona vertreten sind, an der Veranstaltung teil.

Der Terrorangriff in Barcelona, einem beliebten Touristenziel, fand am Donnerstag statt. Der Fahrer eines gemieteten weißen Fiats steuerte den Wagen über mehrere hundert Meter hinweg gezielt in Fußgänger. Der Mann wurde später als ein 22-jähriger marokkanischer Staatsangehöriger mit dem Namen Younes Abouyaaqoub identifiziert. Er tötete bei seiner Terrorfahrt 14 Personen und verletzte über 100.

Abouyaaqoub gelang es, zu Fuß zu fliehen. Er wurde gestern nach Polizeiangaben an einer Tankstelle etwas außerhalb von Barcelona aufgespürt und durch die Einsatzkräfte erschossen. Laut Behördenangaben wurden alle 12 Mitglieder der Terror-Zelle, die hinter dem Angriff stehen soll, entweder getötet oder verhaftet.

In der Nacht zu Freitag hatte es einen zweiten Angriff in der nahe gelegenen Küstenstadt Cambrils gegeben. Sieben Menschen wurden dabei verletzt, nachdem fünf Angreifer mit einem Audi A3 in eine Gruppe von Fußgängern gerast war. Eine Frau erlag später ihren schweren Verletzungen. Die Polizei erschoss die fünf Angreifer, die mit Messern, einer Axt und Sprengstoffgürtel-Attrappen ausgestattet waren.

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