Hunderte protestieren in Berlin gegen "rassistische US-Regierung" und Gewalt in Charlottesville

Hunderte protestieren in Berlin gegen "rassistische US-Regierung" und Gewalt in Charlottesville
Rund 300 Personen haben gestern Abend am Brandenburger Tor in Berlin gegen die rechtsextreme Gewalt in Charlottesville protestiert. Mit der Demonstration wollten die Teilnehmer ihre Unterstützung für die linken Aktivisten in Charlottesville kundtun und ein Zeichen gegen Rassismus setzen.

Am Samstag hatten sich tausende Rechte und Rechtsextreme in der US-amerikanischen Universitätsstadt zu einer Demonstration unter dem Titel "Vereinigt die Rechte" versammelt. Zu den Teilnehmern gehörten auch Anhänger der Alt-Right-Bewegung, Mitglieder des Ku Klux Klans und bekennende Neonazis. Vor Ort eskalierte die Lage zwischen den Rechten und Gegendemonstranten. Drei Menschen starben, mindestens 35 wurden wurden verletzt, viele davon in Massenschlägereien. Eine 32-jährige linke Demonstrantin namens Heather wurde getötet, nachdem ein bekennender Neonazi seinen PKW offenbar gezielt in die Protestmenge gesteuert hatte. Ein Hubschrauber, der die Ausschreitungen aus der Luft beobachtete, stürzte aus bislang ungeklärter Ursache ab. Beide Insassen starben. 

Viele der Teilnehmer in Berlin waren sich darin einig, dass die Rechtsextremen sich durch den US-Präsidenten Donald Trump beflügelt fühlen. Eine Rednerin erklärt:

"Der Hass und die Gewalt, die von Leuten wie Trump, David Duke und dem Ku Klux Klan, kommt, ist die Gewalt, gegen die wir kämpfen wollen. Die Gewalt kommt von einer Seite. Sie kommt von den Neonazis, der so genannten Alt-Right-Bewegung und den Faschisten."

Eine andere Aktivistin sah es ähnlich und war wenig überrascht von der Eskalation in Charlottesville.

"Leider ist der US-Präsident und seine gesamte Regierung voller weißer Rassisten und dort gibt es Menschen, die ganz offen die Rechtsextremen symbolisieren oder ein Teil davon sind. Deshalb kam es wenig überraschend, dass sich plötzlich diese Menschen ermutigt genug fühlen, auf den Straßen einer Universitätsstadt zu marschieren und ihre Gesichter in aller Öffentlichkeit zu zeigen, weil sie sich bis in die höchsten Regierungskreise vertreten sehen."

Die Ausschreitungen in Charlottesville waren die ersten seit der Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten, bei denen es zu Todesopfern infolge rechtsextremer Gewalt gekommen war. Seit dieser Zeit hatte es jedoch auch in mehreren Städten eine Vielzahl an gewalttätigen Ausschreitungen und Übergriffen vonseiten linksextremer Gewalttäter oder Anhängern der Organisation "Black Lives Matter" gegen Andersdenkende, Polizeibeamte oder öffentliches Eigentum gegeben. 

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