Athen: Anarchisten verwüsten Einkaufsviertel, nach Haftstrafe für angebliche "Linksterroristin"

Athen: Anarchisten verwüsten Einkaufsviertel, nach Haftstrafe für angebliche "Linksterroristin"
Am 1. Juni wurde Irianna in Athen wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung und illegalen Waffenbesitzes zur Ausführung krimineller Aktivitäten zu 13 Jahren Haft verurteilt. Ihr Antrag auf Aussetzung ihrer Haftstrafe wurde nun vom fünfköpfigen Berufungsgericht verweigert mit der Begründung, dass sie Straftaten begehen könne, wenn man sie frei ließe. Daraufhin zogen selbsternannte Anarchisten durch die Straßen Athens und verwüsteten eines der teuersten Einkaufsviertel Europas.

Irianna soll der linksextremen Gruppierung "Verschwörung der Feuerzellen" angehören. Diese soll in den vergangenen Jahren für zahlreiche Fälle von Plünderungen, Zerstörung und Brandanschläge auf Banken und öffentliche Gebäude verantwortlich sein. Dazu kommen Gewaltakte gegen Polizeibeamte und Anschläge in Form von Briefbomben auf Politiker sowie massive Randale.

Die Verurteilung der 29-jährigen Irianna löste auch massenweise Proteste in sozialen Medien aus. Sie werfen der griechischen Justiz fehlende Unabhängigkeit vor und bezweifeln die Echtheit der Beweise, die gegen sie vorgelegt wurden. Die Ermittler wollen ihre DNA-Spuren auf einer vergrabenen Kiste voller Waffen gefunden haben. Einem Wissenschaftler, der die DNA-Spur überprüfen wollte, wurde vonseiten der Verantwortlichen allerdings der Zugang verwehrt mit der Begründung, dass die gefundene DNA-Menge nur für eine Probe gereicht hätte. Darüber hinaus gaben weder Handy- noch Bankdaten Hinweise darauf, dass Irianna Mitglied der linksterroristischen Gruppierung sei. Die Gruppe wurde 2011 vom US-Außenministerium zur Terror-Organisation erklärt.

An den jüngsten Protesten, die in Verwüstungen endeten, sollen sich mindestens 100 Demonstranten beteiligt haben. Dutzende Fenster im Einkaufsviertel rund um die Ermou-Straße wurden eingeschlagen. Die Polizei ging mit Tränengas gegen sie vor und nahm 14 von ihnen fest.