G20-Ausschreitungen: Die Antifa machte mithilfe von Journalisten Jagd auf vermeintliche Neo-Nazis

G20-Ausschreitungen: Die Antifa machte mithilfe von Journalisten Jagd auf vermeintliche Neo-Nazis
Im Rahmen der G20-Proteste eröffneten Autonome und Linksextremisten nicht nur die Jagd auf Polizisten, sondern auch auf vermeintliche Neo-Nazis. Ins Fadenkreuz der Antifa geriet dabei unter anderem eine Gruppe von Journalisten. Ausgerechnet ein Kollege, ein freier Journalist, Sören Kohlhuber, der unter anderem für ein Zeit-Online-Projekt, den Tagesspiegel und die Taz schreibt, war derjenige, der Informationen an die Antifa weitergab.

Auslöser für die Vorfälle war, dass die drei Journalisten Luke Rudkowski, Max Bachmann und Tim Pool zusammen mit der einwanderungs- und islamkritischen US-Aktivistin Lauren Southern gesehen wurden. Kohlhuber gab die Info an die Antifa weiter, dass sich eine Anhängerin der rechtsgerichteten "Identitären Bewegung mit drei Kameraden" auf der Demo herumtreibe.

Der Account @AntifainfopoolHH antwortete: "Wenn Identitäre, dann bitte Foto. Wenn wir das retweeten sollen, dann muss das hundertprozentig sicher sein!" Kohlhuber antwortete "100 pro" und gab Fotos der vier Personen weiter. Im Verlauf wurde getwittert, wo sich die "Faschisten" befinden und wohin sie sich bewegen. Die Tweets wurden mit Hashtags wie #nonazis versehen.

Kurz danach erfolgten Angriffe von Autonomen auf die Journalisten Luke Rudkowski vom Online-Portal WeAreChange, Max Bachmann von Eingeschenkt.TV und dessen Begleitung. Letzterer versicherte später im Interview, dass keiner der Männer Anhänger der Identitären Bewegung seien. Die autonomen Linksextremisten griffen auch Marcus Dipaola vom Online-Portal Heavy.com an. Unter Rufen "Nazi, Nazi" schlugen die Angreifer ihm ins Gesicht, rangen ihn zu Boden und traten auf ihn ein, so die Beschreibung der Opfer.

Kollhuber sieht sich derzeit massiver Kritik durch soziale Mediennutzer konfrontiert. Die Wochenzeitung Die Zeit hat bereits die Zusammenarbeit mit ihm beendet. Er selbst zeigt sich wenig einsichtig. Er erklärte sogar, dass der Fotoaufruf keine einmalige Aktion war.

"Am Fischmarkt zum Beginn der 'Welcome to hell'– Demonstration fiel mir eine Gruppe von vier Personen mit Kameras auf. Eine Frau und drei Männer. Die Frau trug ein blaues Shirt der Neuen-Rechten-Gruppe 'Identitäre Bewegung'. Wie immer machte ich Fotos von solchen Personen und gab entsprechende Infos und Fotos auf Twitter heraus."

Vielmehr sieht er sich als Opfer, nämlich einer "rechten Mediekampagne sowie eines internationalen Shitstorm" gegen ihn. Die Veröffentlichung solcher Fotos durch Neo-Nazis, militante Antifaschisten ist nichts Ungewöhnliches. Immer wieder veröffentlichen die Kontrahenten Fotos und private Informationen von politischen Gegnern. Regelmäßig kommt es danach zu persönlichen Angriffen. Selbst Polizei-Beamte und Verfassungsschutz-Mitarbeiter gaben mehrmals persönliche Informationen über Linke weiter, die danach veröffentlicht wurden.

Max Bachmann stellte in einem Interview dar, wie die Ereignisse an diesem Tag aus seiner Sicht abliefen und zeigt Aufnahmen von den Angriffen auf ihn:

Luke Rudkowski von WeAreChange nahm Stellung und zeigte Aufnahmen der Angriffe auf ihn - "Wie Fake News mich beinahe umbrachten":

Besonders schwer wird Marcus Dipaola von Heavy.com attackiert. Mit erhobenen Händen erklärt er, dass er die Sprache seiner Angreifer nicht versteht und kein Nazi sei. Anschließend nehmen Demo-Teilnehmer Bildvergleiche vor, anscheinend anhand der Fotos von Kohlhuber. Anschließend fordern sie ihn und seine Begleiter auf, die Demo zu verlassen: