Berlin: "Saudi-Arabien, die Türkei und Katar betreiben hier Netzwerke gegen unsere Freiheit"

Berlin: "Saudi-Arabien, die Türkei und Katar betreiben hier Netzwerke gegen unsere Freiheit"
"Stop Extremism" heißt die europäische Bürgerinitiative, die gestern auf einer Pressekonferenz in Berlin vorgestellt wurde. Ihre Initiatoren sind Seyran Ates, Anwältin und Mitbegründerin der liberalen Ibn-Rushd-Goethe-Moschee in Berlin, Sebastian Reimer, österreichischer Jurist, und der ehemalige grüne Bundesrat Efgani Dönmez, ebenfalls aus Österreich. Sie wollen bis zum 12. Juni 2018 eine Million Unterschriften sammeln, um ein EU-Maßnahmen gegen Extremismus zu erwirken.

Diese sollen dann effektiv gegen Linksextremismus, Rechtsextremismus, religiösen
Extremismus, Hass im Netz und politisch motivierte Ausländerkriminalität eingesetzt werden. "Wir wollen Europa sicher machen", heißt es auf der Webseite der Initiative. Laut Efgani Dönmez werden Millionen [Euro] aus Saudi Arabien, der Türkei und Katar nach Europa geschickt, um in Europa Netzwerke wie die Moslem-Bruderschaft zu finanzieren. "Hier gibt es Bewegungen und Gruppierungen, die Freiheit hier nutzen, um die Freiheit scheibchenweise abzubauen", so Dönmez. 

Seyran Ates hat selbst erlebt und erlebt immer noch, was Extremismus bedeutet. Seit der Eröffnung ihrer so genannten liberalen Moschee in Berlin ist sie massiven Bedrohungen und Beleidigungen vor allem vonseiten radikaler Islamisten aus der Türkei ausgesetzt. Täglich erhält sie über soziale Medien wüste Beschimpfungen und Morddrohungen. Sie steht unter Polizeischutz. In türkischen Medien rückte man sie in die Ecke der "Gülen-Terroristen".

Bereits im Jahr 1984 wurde sie bei einem Attentat schwer verletzt. Sie arbeitete neben ihrem Studium in einem Frauentreff, um türkische und kurdische Migrantinnen zu beraten, die Opfer häuslicher Gewalt sind. Ein Mitglied der ultranationalistischen türkischen Grauen Wölfe war in ihr Büro gestürmt und erschoss eine ihrer Klientinnen. Ates wurde lebensgefährlich verletzt. Die Anwältin warf den Behörden Schlamperei vor, nachdem ein Gericht den Tatverdächtigen freigesprochen hatte. Auch ihre Anwaltstätigkeit stellte sie aufgrund massiver Bedrohungen zeitweise ein. Der Türkei und türkischen Vereinen warf sie vor, Menschen gegen sie aufzuhetzen.