Ukraine: Rechtsradikale und Stadt Lemberg feiern ehemaligen Hitler-Kollaborateur Roman Schuchewytsch

Ukraine: Rechtsradikale und Stadt Lemberg feiern ehemaligen Hitler-Kollaborateur Roman Schuchewytsch
Als Kommandeur des Bataillons "Nachtigall", das Seite an Seite mit Hitlers Truppen kämpfte, soll er 1941 maßgeblich an den Massenmorden in Lemberg beteiligt gewesen sein. Heute wird er, Roman Schuchewytsch, vielerorts in der Ukraine als Nationalheld gefeiert, der gegen die Rote Armee kämpfte.

Am 30. Juni veranstaltete die Stadt sogar ein Fest für den ehemaligen UPA-General und Hitler-Kollaborateur – das Schuchewytsch-Fest, mittels dessen die Kommune seinen Geburtstag zelebrieren will. Genau 76 Jahre zuvor hatte die UPA unter Führung von Schuchewytsch hier Progrome an der jüdischen Bevölkerung durchgeführt. Bis zu 7.000 Juden und Kommunisten wurden hier in der Nazi-besetzten Stadt auf öffentlicher Straße erschossen. Einigen Historikern zufolge auch schwangere Frauen, Säuglinge, Greise und ganze Familien. Die Massaker begannen einen Tag nach dem Einmarsch seines Bataillons "Nachtigall" in die Stadt.

Auch in Kiew feierten Rechtsradikale aus der Partei Swoboda seinen Geburtstag, wie die Videoaufnahmen zeigen. Volksmusiker spielten auf der Bühne in der Roman-Schuchewytsch-Allee. Kinder konnten sich Waffen ansehen und in die Hand nehmen. Schuchewytsch wurde 1950 bei Lemberg in einem Gefecht mit einer sowjetischen Spezialeinheit getötet. Sein Sohn Jurij-Bohdan Romanowitsch Schuchewytsch trägt das Erbe seines Vaters, den Hass auf alles Russische, heute gewissermaßen weiter.

Er war Mitbegründer und ehemaliger erster Parteivorsitzender der ukrainischen rechtsextremen Partei UNA-UNSO, und zwar in der Zeit von 1990 bis 1994 sowie von 2005 bis 2014. Die Partei verfügt außerdem über einen paramilitärischen Verband. Dieser kämpfte bei den gewaltsamen Protesten auf dem Maidan Seite an Seite mit den Paramilitärs des rechtsextremen Rechten Sektors. Auch politisch arbeiteten beide Seiten zusammen. Heute sitzt Schuchewytsch für die "Radikale Partei" Oleh Ljaschkos im Parlament in Kiew.