Berlin: "Lebensgefahr für unsere Kollegen" - Polizei räumt linken Kiezladen Friedel 54

Berlin: "Lebensgefahr für unsere Kollegen" - Polizei räumt linken Kiezladen Friedel 54
In Berlin-Neukölln blockierten Dutzende Demonstranten gestern Vormittag den Weg zum linken Kiez-Laden „Friedel54“. Hunderte Demonstranten verteilten sich in Solidarität in der Umgebung. Anlass für die Protestaktion war, die anstehende Räumung durch die Polizei zu verhindern. Etwa 500 Polizisten rückten an, um diese durchzusetzen.

Mehrfach forderte die Polizei die Demonstranten auf, ihre Sitzblockade aufzulösen. Doch daran dachten sie gar nicht. Vielmehr versuchten sie mit allen Mitteln eine Beschlagnahmung der Friedel54 zu verhindern. Dazu wurde der Haupteingang zum Laden zubetoniert. Scheinbar wurde bei dem Protest  „auch Gefahr für Leib und Leben“ billigend in Kauf genommen. Denn wie die Polizei berichtete, setzten die Räumungsgegner einen Türgriff unter Strom. „Lebensgefahr für unsere Kollegen. Dieser Handknauf in der Friedel54 wurde unter Strom gesetzt. Zum Glück haben wir das vorher geprüft“, twitterte die Polizei. Auf dem Twitteraccount des Kiezladens wurde der Vorwurf bestritten. „Handknauf der Friedel54 unter Strom? Das ist die Kellertür der Hausbewohner. Wir hätten gern ein Beweisbild mit Phasenprüfer, ihr Lappen!“, hieß es dort.

Nachdem Dutzende Blockade-Teilnehmer sich weigerten, ihren Protest aufzulösen, tat dieses die Polizei gewaltsam. Beim Wegtragen der Personen kam es zu körperlichen Auseinandersetzungen, wie die Polizei mitteilte. Hierbei wurden laut der Berliner Polizei eine Demonstrantin und ein Polizist verletzt. Die Aktivistenseite sprach von vielen Verletzten. Nach der gewaltsamen Auflösung des Protests, gelang es der Polizei, über einen Seiteneingang Zugang in die Räumlichkeiten des Kiezladens bekommen. Der Laden wurde geräumt und dem Gerichtsvollzieher übergeben. Als angemessen wird der Polizeieinsatz vom Berliner Innensenator Andreas Geisel verteidigt. Er erklärte, dass in Deutschland für alle die gleichen Gesetze und Regeln gelten. Es gehe nicht an, dass einige „glauben, sie könnten die Spielregeln des Zusammenlebens einseitig bestimmen“.

"Lebensgefahr für unseren Kollegen" - Räumungsgegner setzten den Türknauf unter Strom:

So verbarrikadierten den Haupteingang zum Friedel 54:

Blockade-Unterstützer beklagen "massive Polizeiübergriffe":

Video zeigt Auflösung des Protests durch Polizei: